1. Magazin
  2. Bauen & Wohnen

Das stille Örtchen an individuelle Bedürfnisse anpassen

Niemand redet gern drüber - doch jeder braucht es : Das stille Örtchen an individuelle Bedürfnisse anpassen

Ganz gleich, ob im Schadensfall, bei umfassender Renovierung oder beim Neubau: Irgendwann steht der Einbau einer neue Toilette an. Mieter haben bei der Grundausstattung ihrer Badezimmer mit Wanne und Dusche, Waschbecken und WC oft nur wenig Mitspracherecht.

Haus- und Wohnungseigentümer bieten sich in allen Fragen der Neugestaltung des Bades jedoch umfangreiche Möglichkeiten. So können sie darüber entscheiden, ob sie Badewanne, Dusche oder beides einbauen und welches Waschbecken sie bevorzugen. Auch darüber, wann eine neue Toilette eingebaut werden soll, können sie frei befinden. Doch welche Keramik soll es sein? Und wie sieht es mit einem Dusch-WC, einem Bidet oder einem Urinal im eigenen Badezimmer aus?

Vor der Entscheidung, was am besten ins eigene Bad passt, kann man sich online oder auf Musterausstellungen, die mögliche Lösungen praxistauglich zeigen, inspirieren lassen. Auch mannigfaltige Ersatzteile von der Abdeckplatte über Gewindebolzen bis hin zu elektronischen Bauteilen lassen sich im Internet bestellen.

Bei der Wahl einer neuen Toilette gibt es einiges zu bedenken, denn die Keramiken unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der Art der Montage, der Innenform und des Spülsystems. Zudem gibt es Modelle mit speziellen Beschichtungen und Toiletten mit besonderen Ausstattungen. Welches WC-Becken infrage kommt, hängt unter anderem auch von den baulichen Gegebenheiten ab. Im Zweifelsfall sollte man sich dazu fachlichen Rat einholen.

Je nach der Art der Montage unterscheidet man zwischen Stand- und Hänge-WC. Ein Stand-WC lässt sich zwar einfach montieren, bietet aber im Gegensatz zum Hänge-WC keinerlei Variationsmöglichkeiten für die individuelle Sitzhöhe. Dazu lässt sich der Fußboden rund um das stehende WC nicht ganz so gut reinigen wie bei einem Hänge-WC. Für direkt an der Wand befestigte Toiletten erfordert die Montage allerdings größeren Aufwand.

Die noch vor wenigen Jahren weit verbreiteten Flachspüler wichen aus hygienischen Gründen in immer mehr Haushalten moderneren Tiefspülern. Flachspüler erfordern mit ihrem Auffangbecken einen höheren Reinigungsaufwand und verursachen aufgrund ihrer Bauweise bei ungenügender Pflege schneller unangenehme Gerüche. Wer sich an den möglichen Wasserspritzern beim Tiefspülermodell nicht zu sehr stört, sollte sich für diese Form des WCs entscheiden. In der Spülleistung unterscheiden sich Tief- und Flachspüler nicht.

Als eleganteste Variante für den Spülkasten erweist sich der in der Wand montierte Unterputzspülkasten. Er ist Standard beim Hänge-WC, aber auch beim Stand-WC möglich. Darüber hinaus lassen sich Spülkästen direkt auf dem WC als Aufsatzspülkasten oder an der Wand als Wandspülkasten befestigen.

Bei ausreichend Platz im Bad lohnt es sich, über die Anschaffung eines Bidets nachzudenken. Sanft und gründlich erfolgt die Reinigung mit frischem Wasser bei modernen Bidets über Düsen - hygienischer geht es kaum. Als Alternative bietet sich ein Dusch-WC an, das herkömmliches WC und Bidet kombiniert. Als High-Tech-Lösung bietet es dazu je nach Modell zusätzliche Features wie Föhnen, Sitzheizung oder Geruchsabsaugung. Eine weitere Innovation: das spülrandlose WC, das sich leicht hygienisch einwandfrei reinigen lässt. Zu Unrecht im privaten Bereich kaum zu finden ist ein Urinal. Dabei benötigen kompakte Modelle nur wenig Platz, beeindrucken dafür aber mit ihrem geringen Wasserverbrauch. Benötigt der Spülgang einer herkömmlichen Toilette 3 bis 6 Liter Wasser, sind es bei einem Urinal 2 Liter oder weniger.