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Den richtigen Christbaum finden

Den richtigen Christbaum finden

Welcher Baum an Weihnachten ins Haus kommt, ist eine Geschmacksfrage. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hat aber den gleichen Geschmack: Die Nordmanntanne soll es sein. Dabei gibt es Alternativen - und sogar Geheimtipps.

Im Süden ist es der Christbaum. Nördlich des Mains spricht man vornehmlich vom Weihnachtsbaum. Aber das ist auch das einzige, worin sich die Landesteile uneinig sind. Selbst Traditionsmüde wollen an Weihnachten ungern auf einen duftenden, beleuchteten Nadelbaum im Haus verzichten. 24 Millionen Bäume werden jedes Jahr laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen verkauft. Und überwiegend sind das Nordmanntannen.

„80 Prozent der Weihnachtsbäume in Deutschland sind Nordmanntannen“, sagt Thomas Emslander, Vorsitzender der Bayerischen Christbaumerzeuger aus Ergolding. „In den 50er und 60er Jahren war es zu nahezu 100 Prozent die Fichte, in den 70ern hat die Blaufichte den Markt streitig gemacht.“

Seither ist die botanisch als Abies nordmanniana bekannte Tanne der Liebling der Deutschen. Sie wächst sehr gleichmäßig, und ihre Nadeln sind weich. Ein weiterer Vorteil: Sie hält besonders lange. Weihnachtsbaumexperte Emslander empfiehlt die Nordmanntanne vor allem als großen Baum. „Sie ist robust und lässt alles mit sich machen. Macht man das Netz runter, ist sie wieder wie vorher.“

Aber die Nordmanntanne duftet nicht. Im Gegensatz zur günstigeren Alternative, der Blaufichte (Picea pungens glauca). Sie hat kräftige grüne bis stahlblaue Nadeln. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eignet sich die Blaufichte besonders, um mit Wurzeln verkauft zu werden. Sie wird aus dem Boden ausgestochen und mit dem Erdballen in den Topf gesteckt.

Aber die Blaufichte hat einen großen Nachteil: „Sie wächst bis zu einer Höhe von zwei Metern super. Danach, ab einem Alter von etwa zehn Jahren, wird sie aber immer kahler“, sagt Emslander. Und sie breche dann leicht ab. „Daher ist sie als kleiner Weihnachtsbaum gut.“ Der Experte empfiehlt eine maximale Größe von einem Meter.

Doch die Nordmanntanne wird ihre Spitzenposition verlieren, prognostizieren die Experten. „Die Fachwelt erwartet, dass sich auf dem Markt bald neue Bäume breitmachen werden“, verrät Emslander. Seinen Geheimtipp gibt es schon jetzt bei manchen Händlern: Die Korktanne, auch als Felsengebirgstanne bekannt.

Ihre Nadeln sind weich und schimmern bläulich. Sie hält sich lange und hat einen schmaleren Wuchs als die Nordmanntanne - und ist damit genau das, was viele sich wünschen: „70 Prozent der Menschen wollen einen schmalen, hohen Baum“, schätzt Emslander. Und sie duftet - angenehm zitronig.

Eine weitere Alternative ist die Nobilistanne (Abies procera). Ihre Nadeln sind silbrig-blau und duften intensiv, so der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland (BWS). Die Rotfichte (Picea abies) ist günstig. Allerdings stechen ihre dunkelgrünen Nadeln leicht.

Die Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana 'Conica') ist ein kleiner Baum für ein Tischchen in einer Zimmerecke oder für den Hauseingang. Die Zwergform wächst kegelförmig - also wie ein Zuckerhut - und wird mit Ballen direkt aus dem Garten ins Haus geholt, erläutert Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen in Haan in Nordrhein-Westfalen. Er selbst grabe seinen Baum jedes Jahr wieder aufs Neue aus. „Das ist der perfekte mobile Weihnachtsbaum.“

Um diesen Baum muss man sich schon wesentlich früher kümmern als um einen geschnittenen. „Er muss rechtzeitig aus dem Boden geholt werden, bevor dieser friert“, sagt Markley. Ein etwa 60 Zentimeter hohes Bäumchen komme in einen Eimer mit einem Volumen von fünf Litern. Dann bleibe es zunächst im Freien stehen. „Der Baum sollte maximal fünf Tage ins Warme kommen“, rät Markley. Anschließend kommt er samt Topf zurück ins Freie, sonst treibe er aus. Ausgesetzt wird er wieder, wenn der Boden offen ist.

Zu kaufen gibt es die geschnittenen Bäume meist ab dem Nikolaustag. „Das ist viel zu früh“, sagt Emslander. „Aber auch nicht bis zum Schluss warten. Wird der Baum erst spät geschnitten, ist er auch nicht länger haltbar.“ Er rät zum Kauf zwischen dem 10. und 20. Dezember.

Die Preise für den Lieblingsbaum der Deutschen werden sich auf Vorjahresniveau halten: 18 bis 22 Euro werde der laufende Meter Nordmanntanne kosten, prognostiziert Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn. Die Blaufichte 10 bis 12 Euro und die Rotfichte 7 bis 12 Euro.

Broschüre zu sicherem Baumschmuck

Zucker, Blumenfrisch oder sonstige Hausmittel im Wasser brauchen Weihnachtsbäume nicht. Nach Ansicht von Experten sollte der Baum im Ständer am besten nur Leitungswasser erhalten. „Bitte keinen Zucker geben - das hat der Baum sein ganzes Leben lang auch nicht erhalten“, sagt Thomas Emslander, Vorsitzender der Bayerischen Christbaumerzeuger aus Ergolding. Im Test habe die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nicht herausfinden können, dass sich die Bäume mit Hausmitteln im Wasser besser halten, berichtet Sprecher Bernhard Rüb. Emslander rät, den Baum für den Wohnraum erst zwischen dem 10. und 20. Dezember zu kaufen. Bevor er nach drinnen kommt, werde der Baum am besten an einem schattigen Standort im Freien zwischengelagert. Dort dürfe er auch ruhig nass werden. Ein bis zwei Tage vor dem Aufstellen sollte das Transportnetz abgemacht werden, damit sich die Zweige wieder öffnen können.

Anschließend werde etwa ein Zentimeter Holz am Stammende abgesägt, empfiehlt Rüb. Denn die alte Schnittstelle sei inzwischen verharzt, weshalb der Baum kein Wasser aus dem Ständer mehr aufnehmen könne. Im Wohnraum sollte der Weihnachtsbaum möglichst weit weg von der Heizung stehen, rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sonst trockne er schneller aus. Er sollte täglich frisches Wasser erhalten.