Die EEG-Umlage wieder einsparen: Tipps zum Stromsparen

Berlin (dpa/tmn) · Kühlschrank verschieben, Stecker ziehen, Glühlampe wechseln: Schon mit kleinen Tricks kann ein Haushalt Stromkosten einsparen, die höher sind als die Mehrkosten durch die Ökostrom-Umlage.

 Wer Energie sparen will, sollte sich als erstes eine Steckerleiste mit Kippschalter besorgen - und Stand-by-Geräte abschalten. Foto: dpa-infocom

Wer Energie sparen will, sollte sich als erstes eine Steckerleiste mit Kippschalter besorgen - und Stand-by-Geräte abschalten. Foto: dpa-infocom

Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit satten Strompreiserhöhungen rechnen. Seit Montag (15. Oktober) ist offiziell, dass die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigt.

Doch wer das zum Anlass nimmt, konsequent Energie zu sparen, muss nicht unbedingt mehr bezahlen. Steht der Kühlschrank optimal und gibt es im Haus keine Stromfresser mehr, entlastet das die Stromrechnung. Ersparnisse von rund 180 Euro stellt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf für einen Drei-Personen-Haushalt mit derzeit 3200 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Aussicht. Dieser Haushalt müsste 2013 rund 170 Euro EEG-Umlage zahlen. Beim Energiesparen helfen folgende Tipps:

Anschalten nur wenn's gebraucht wird: Fernseher etwa dienen nach Erfahrung der Verbraucherzentrale oft als „modernes Lagerfeuer“. Das Programm läuft, aber niemand schaut hin. Auch Radios dudeln häufig, ohne dass jemand zuhört. Aufladegeräte vom Netz ziehen, wenn sie nicht verwendet werden. Auch sollte man Geräte nur so lange laden, bis die Akkus voll sind. Jede Minute länger ist Stromverschwendung.

Ausschalten - aber richtig: Werden Elektrogeräte und Lampen nicht gebraucht, sollten Verbraucher sie ausschalten - und zwar richtig. Der Stand-by-Betrieb verursache zehn Prozent der Stromkosten. Eine wichtige Anschaffung zum Stromsparen ist daher eine Steckerleiste mit Kippschalter. Dort können alle Geräte eingesteckt werden, die immer auf Stand-by stehen. Sie lassen sich dann mit einem Griff abschalten.

Optimal auslasten: Wer nur einen halben Liter kochendes Wasser braucht, aber zwei Liter in seinem Kocher erhitzt, verbraucht unnötig Strom. Auch Spül- und Waschmaschinen sollten nur voll eingeschaltet werden. Außerdem wird oft zu heiß gewaschen. Fast jede Wäsche werde bei 30 und 40 Grad sauber. Statt in den Trockner, kommt sie danach am besten an die Leine - das kostet den Haushalt im Jahr 300 Kilowattstunden weniger.

Standort wechseln und runterkühlen: Gerade alte Haushaltsgeräte sind Stromfresser. Wer aber nicht erst etwas ausgeben will, um zu sparen, sollte überlegen, ob der Kühlschrank einen optimalen Standort hat, rät die Verbraucherzentrale. Direkt neben Wärmequellen wie Herd, Spülmaschine oder Heizkörpern verbrauchen Kühlgeräte mehr Energie. Auch direkte Sonneneinstrahlung sei schlecht. Wird die Temperatur im Raum 1 Grad im Raum gesenkt, verbrauchen Kühlgeräte 6 Prozent und Gefriertruhen 3 Prozent weniger Strom. Die optimale Innentemperatur des Kühlschrank liege bei 7 Grad, bei Gefriergeräten um 18 Grad. Sie sollten regelmäßig abgetaut werden - auch das Hilft beim Stromsparen.

Glühlampen wechseln: Die Deutsche Umwelthilfe rät, beim Licht weniger Strom zu verbrauchen. Wer eine 60-Watt-Glühlampe gegen eine 11-Watt-Energiesparlampe austauscht, könne bei einer Brenndauer von täglich drei Stunden den Stromverbrauch um 52 Kilowattstunden pro Jahr senken.

Investieren: Lohnenswert sind auch LED-Lampen, deren Anschaffungskosten sich jedoch erst nach Monaten bezahlt machen. Nicht zuletzt zahlt sich aus, ältere Haushaltsgeräte auszutauschen, allerdings nur dann, wenn die Kunden beim Neukauf auf den Energieverbrauch achten.

Stromkunden können sich in der Regel gegen steigende Strompreise wehren. Immer dann, wenn der Lieferant die Vertragsbedingungen einseitig ändert, greife ein Sonderkündigungsrecht, erklärt Horst-Ulrich Frank, Energieexperte der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern. „Und der Preis ist eine wesentliche Vertragsbedingung.“ Die Kündigung beim alten Anbieter sollte in jedem Fall schriftlich erfolgen.

Ein Wechsel des Stromanbieters mit Berufung auf das Sonderkündigungsrecht ist allerdings nicht immer möglich: In vielen Vertragsbedingungen sei eine Kündigung wegen steigender Steuern und Abgaben ausgeschlossen, erklärt Horst-Ulrich Frank. „Ob das auch in diesem Fall gilt, ist aber umstritten. Schließlich werden die erneuerbaren Energien über eine Umlage und nicht über Abgaben gefördert.“