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Fair gehandelte Produkte im Aufwind

Fair gehandelt: Das ist immer mehr Verbrauchern in Deutschland wichtig. Foto: David Ebener
Fair gehandelt: Das ist immer mehr Verbrauchern in Deutschland wichtig. Foto: David Ebener
Nürnberg (dpa). Ob Rosen, Textilien, Schokolade oder Bananen: Bei vielen Produkten gibt es als Alternative fair gehandelte Ware, die den Bauern in den Entwicklungsländern helfen soll. Seitdem große Handelsketten eingestiegen sind, erfährt Fairtrade einen Schub.

Das gestiegene Angebot an fair gehandelten Waren bei Supermarktketten und Discountern in Deutschland treibt den Umsatz mit Fairtrade-Produkten nach oben. „Maßgeblich verantwortlich dafür sind die Fairtrade-Eigenmarken im deutschen Handel, die bei einigen Produkten ihr komplettes Bio-Sortiment auf Fairtrade umgestellt haben“, sagte der Geschäftsführer des Transfair-Vereins, Dieter Overath, auf der Öko-Messe Biofach in Nürnberg (12. bis 15. Februar). „Sie finden in Deutschland keinen Supermarkt, der nicht Fairtrade-Produkte führt. Es gibt keine weißen Flecken mehr.“

Noch liegen die genauen Daten nicht vor. Doch Deutschland habe nach einem „satten zweistelligen Wachstum“ im vergangenen Jahr die Schweiz und Frankreich überholt und sei nun nach Großbritannien der weltweit zweitgrößte Absatzmarkt für fair gehandelte Waren. „Es gibt kein anderes Land, wo der Bioanteil unter den Fairtrade-Produkten so hoch ist wie in Deutschland“, ergänzte Overath. Zwei Drittel der mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichneten Waren seien zugleich biologisch zertifiziert. „Weltweit beträgt der Anteil nur etwa ein Drittel.“

Im vergangenen Jahr dürfte die Umsatzmarke von 600 Millionen Euro überschritten worden sein, sagte Overath. „Fairtrade wächst im zweistelligen Bereich über alle Warengruppen hinweg.“ Kaffee, Bananen, Blumen und Süßwaren sind die größten Umsatzbringer unter den fair gehandelten Produkten, auch wenn mit Blick auf den Marktanteil Blumen - vor allem Rosen - mit rund einem Viertel weit vorne liegen.

Kaffee ist auch bei Fairtrade-Importeur Gepa die wichtigste Ware. Dank klarer Verpackungshinweise auf die Vorteile für Bauern in den Entwicklungsländern konnten die Wuppertaler Umsatz und Ertrag zuletzt steigern. Nach Unternehmensangaben wurden die eigenen Erwartungen übertroffen, obwohl durch spekulationsgetriebene Preiserhöhungen bei Rohstoffen auch die Endverbraucher mehr bezahlen mussten. „Trotzdem werden wir wohl einen Umsatz von rund 63 Millionen Euro erzielen, nach 61 Millionen Euro im Vorjahr“, sagte Geschäftsführer Robin Roth. Das Gepa-Geschäftsjahr endet Ende März.

Für das neue Geschäftsjahr rechnet Roth mit einem Umsatzplus von drei bis vier Prozent. Gepa deckt Roth zufolge rund ein Viertel des gesamten Handels mit fairen Produkten in Deutschland ab.

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