1. Magazin
  2. Bauen & Wohnen

Hauskauf mit dem Makler: 4 Tipps für eine optimale Kommunikation

4 Tipps für eine optimale Kommunikation : Hauskauf mit dem Makler

Kaum ein Hauskauf gelingt über Nacht. Das lernen Interessenten spätestens dann, wenn sie sich ernsthaft auf die Suche begeben und auf eigene Faust Anzeigen in Zeitungen, auf Immobilienportalen oder auch in den Schaufenstern von Banken und Sparkassen betrachten. Bald kommt die Überlegung auf, ob es nicht besser wäre, einen Makler einzuschalten.

Dieser Weg hat ungemeine Vorteile; der zeitliche Vorteil steht dabei nicht unbedingt allein im Vordergrund. Aber wie gelingt die Kommunikation mit dem Makler? Dieser Artikel gibt Auskunft.

1. Objektsuche über den Makler vereinfachen

Ein Makler kann nur so gute Arbeit leisten, wie es die ihm gegebenen Informationen erlauben. Andersherum heißt das, dass auch ein Makler nicht hellsehen kann. Aus diesem Grund müssen Hausinteressenten schon im Vorfeld des ersten Maklergesprächs Vorarbeit leisten:

- Vorstellungen skizzieren - wie soll das Haus aussehen? Welche Attribute sollte es aufweisen? Ist zum Beispiel angedacht, dass im Garten Kinder spielen und Raum für Beete oder einen Teich vorhanden ist, ist dies ein wichtiger zu kommunizierender Punkt. Das gilt ebenfalls für einen Arbeitsplatz im Haus. Wer von zu Hause aus fest arbeitet und sich ein Büro einrichtet, der benötigt einen zusätzlichen Raum.

- Vorstellungen gewichten - nun werden die Vorstellungen gewichtet: Zuoberst steht, was unbedingt vorhanden sein muss, ganz unten das, was »nett« wäre.

- Zusatzaufgabe - für Laien ist es oft schwierig einzuschätzen, wie teuer Häuser und Ausstattungsmerkmale sind. Daher empfiehlt es sich, einfach mal die Suche in Portalen zu nutzen und mit den simpelsten Filtern zu versehen: Quadratmeter, Lage, Zimmerzahl, Haustyp.

Wer gut vorbereitet zum Makler geht und ihm klar und deutlich beschreiben kann, welche Art von Haus gesucht wird, der wird rascher ein passendes Ergebnis erhalten. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dem Makler gleich von Beginn an mitzuteilen, auf welche Attribute gar nicht verzichtet werden kann und welche Eigenschaften inakzeptabel sind. Oft genug haben Makler schon anhand einer guten Beschreibung ein Objekt im Hinterkopf, das zum jeweiligen Mandanten passen könnte.

2. Makler-Tools nutzen

Die Arbeit eines Maklers hat sich gravierende verändert und auch Klienten profitieren hieraus. Versandten Makler früher einige Exposés an ihre Kunden, damit diese eine Vorauswahl treffen konnten, gibt es heute praktische Tools:

- Virtuelle Rundgänge - manche Makler nutzen diese Möglichkeit sogar auf Immobilienportalen und stellen sie zusammen mit dem Grundriss und Bildern ein. Die Rundgänge sind jedoch ebenso auf den Homepages zu finden oder werden passenden Kunden zugesandt. Der Vorteil ist, dass sich das Haus aus der Ferne schon »begehen« lässt. Im Videostil ist es wesentlich einfacher, sich Räume oder Flächen vorzustellen, als wenn nur mit Bildern gearbeitet werden kann.

- Rechentools - einige Makler bieten ihren Kunden Verbrauchskostenrechner an. Auch mit diesen lässt sich gut abschätzen, wie teuer das Haus im Unterhalt sein kann, wenn es gekauft wird. Auch Rechner für Umbaumaßnahmen sind teilweise im Portfolio enthalten.

3. Besichtigungstermin mit dem Makler

Bei dem Besichtigungstermin ist die Vorbereitung erneut wichtig. Zumeist haben Interessenten das Haus bereits via Exposé oder virtuell betrachtet, sodass sicherlich schon Fragen aufgekommen sind. Diese werden vorab notiert. Während der Besichtigung gilt:

- Block und Stift - es sollten für sich selbst Notizen angefertigt werden. Diese helfen gerade bei der späteren Entscheidung für oder gegen das Haus.

- Fragen stellen - es ist des Maklers Job, Kunden zu beraten und ihnen bei der Haussuche zu helfen. Daher sollten sich Interessenten niemals scheuen, Fragen zu stellen. Gerade bezüglich der wichtigen Faktoren - Dach, Dämmung, Heizung, Elektrik - sollten so viele klärende Fragen, wie nur möglich gestellt werden.

- Begleitperson mitnehmen - die meisten Bürger kennen sich fachlich nur bedingt mit Immobilien aus. Deshalb ist es gerade bei älteren Gebäuden ratsam, eine fachlich versierte zweite Person mitzunehmen. Dies braucht kein Gutachter zu sein, ein erfahrener Heimwerker, jemand, der sein Eigenheim saniert hat, auch ein Dachdecker ist hilfreich. Ein Gutachter empfiehlt sich bei einer zweiten Besichtigung, wenn sich Interessenten unsicher sind, ob nicht doch Schäden bestehen könnten - oder aber, wenn sie nicht abschätzen können, wie gravierend einige Mängel sind.

Nach der Besichtigung werden die Notizen noch einmal durchgegangen. Auch jetzt dürfen weiterhin Nachfragen gestellt werden. Besichtigungen sind für Hausinteressenten aufregend und sie müssen im Nu unzählige Eindrücke in sich aufnehmen. Viele Fragepunkte fallen erst im Nachhinein auf. Nun hilft es, dem Makler eine E-Mail mit den Nachfragen zukommen zu lassen.

4. Preisverhandlungen auch als Käufer vom Makler führen lassen

Preisverhandlungen sollten immer durch den Makler geführt werden. Das hat mehrere Gründe:

- Aufregung - möchten Käufer ein Haus kaufen, so ist viel Herzblut dabei. Die Verhandlung wird aufgeregt geführt und bringt oft nicht den gewünschten Erfolg. Ein falsches Wort kann reichen, damit der Verkäufer abblockt.

- Erfahrung - ein Makler hat Erfahrung mit Preisverhandlungen. Auch kann er zielführender Mängel oder bald zu behebende Schäden anführen und diese solide in die Forderung nach einem Preisnachlass einbinden.

- Verbindungen - wenn der Kaufpreis vereinbart wurde, kann der Kaufvertrag nicht einfach auf dem Küchentisch unterschrieben werden. Es ist ein Notartermin notwendig. Dieser Schritt gehört mit in das Verhandlungsgeschehen und Makler arbeiten im Regelfall mit Notaren zusammen, mit denen ein zeitnaher Termin vereinbart werden kann.

Auch aus finanziellen Gründen ist es ratsam, den Profi die Verhandlung führen zu lassen. Denn deren Erfolg wirkt sich positiv auf die Finanzierung des Hauses aus. Je niedriger der Kaufpreis letztlich mitsamt den Nebenkosten ist, desto weniger Geld muss aufgenommen werden. Dies ist auch im Hinblick auf die Zukunft wichtig: Sollten die Zinsen in der Zukunft steigen, wird die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindungsfrist teurer. Auch hier wirkt eine niedrigere Finanzierungssumme positiv. Zu den Kaufnebenkosten zählt im Übrigen neben der Grunderwerbsteuer, den Notar- und Grundbuchkosten auch die Maklerprovision, denn sie berechnet sich nach dem Kaufpreis des Hauses.

Fazit - dem Makler hilfreich zur Seite stehen

Und zwar mit der bestmöglichen Vorbereitung des eigenen Anliegens. Kann ein Interessent beim Erstgespräch klare Angaben bezüglich seiner Vorstellungen und Ausschlüsse machen, hat er gar seinen finanziellen Rahmen mit seinen Vorstellungen abgeglichen, so kann ein Makler leicht die passenden Objekte heraussuchen und dafür Sorge tragen, dass nur wenige Besichtigungen notwendig sind, bevor es »funkt«. Bei der Preisverhandlung hingegen sollten sich Interessenten im Hintergrund halten, denn dank ihrer Erfahrung haben Makler ein besseres Verhandlungsgeschick.