Jeder Quadratmeter kostet

Vielen Menschen fällt es schwer, sich Größen vorzustellen. Beim Hausbau ist mancher überfordert, Grundstücksgrößen zu berechnen. Auch die Kommunen schreiben so manches vor, etwa wie viel Fläche überhaupt bebaut werden darf.

 Beim Hausbau muss der Bauherr auch Kosten für das umliegende Grundstück in die Rechnung einbeziehen. Foto: dpa

Beim Hausbau muss der Bauherr auch Kosten für das umliegende Grundstück in die Rechnung einbeziehen. Foto: dpa

Foto: Andrea Warnecke (ELI@S-Bildarchiv Saarbrücker Ze)

Der Traum vom Eigenheim ist teuer. Hier lohnt sich das Sparen an der Größe. Jeder Quadratmeter kostet - nicht nur die Baufläche für das Haus, sondern auch für Garten und Stellplätze. Hinzu kommen mögliche Vorgaben der Kommunen. So findet man heraus, wie viel Quadratmeter man wirklich braucht:

Wohnfläche und Anzahl der Geschosse: Wer ein Haus plant, hat in der Regel eine Vorstellung von der benötigten Wohnfläche. Die dazu gehörende Baufläche hängt davon ab, über wie viele Geschosse sich die Wohnfläche verteilt. Bei einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern in einem freistehenden Einfamilienhaus mit zwei Geschossen, davon das Obergeschoss mit Dachschrägen, benötige man knapp 100 Quadratmeter für die Grundfläche, sagt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum in Bonn.

Garage oder Stellplatz: Hier muss man wissen, dass in vielen Kommunen zwei Stellplätze für ein Einfamilienhaus Pflicht sind. Bei Einzelgaragen plant man dann mit rund sechs mal drei Metern für die bebaute Fläche, bei Doppelgaragen mit sechs mal sechs Metern, erläutert Szubin. Wenn davor noch Stellplätze gewünscht sind, kommen weitere 20 oder 40 Quadratmeter hinzu.

Garten: "Sinnvoll ist, das Doppelte der zu bebauenden Grundfläche einzuplanen", sagt Szubin. Das sind in diesem Beispiel 360 Quadratmeter Freifläche, wobei auch der Grenzabstand zwischen Haus und Grundstücksgrenze mitberücksichtigt werden muss. Dieser beträgt in vielen Bundesländern rechts und links drei Meter.

Grundstücksgröße zusammenrechnen: Das Grundstück für das zweigeschossige Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, zwei Garagen und Stellplätzen sowie einem großen Garten müsste etwa 540 Quadratmeter groß sein. Möglich sind aber auch kleinere Flächen: "Bei 90 Quadratmetern Wohnfläche ohne Garten und Garage liegt die Grundstücksgröße bei mindestens 200 Quadratmetern", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin. Doch so ein Grundstück sei kaum zu finden. Ein freistehendes Einfamilienhaus braucht mindestens 400 Quadratmeter. Alles, was kleiner ist, seien ausgeschriebene Flächen zur Errichtung von Doppelhaushälften oder Reihenhäusern, sagt Reinhold-Postina. Laut Architekt Szubin haben die meisten verkauften Grundstücke heute zwischen 400 und 600 Quadratmeter Fläche. Früher waren es mal 800 bis 1000 Quadratmeter, da waren dann auch die Häuser der Familien größer. "Stadtbewohner entscheiden sich häufiger für etwas Kleineres", sagt Fachbuchautorin Katharina Matzig aus München. Auch wegen der Pflegearbeiten wollen viele Bauherren mittlerweile nur noch einen kleineren Garten.

Vorgaben von Ländern und Kommunen: Vor dem Kauf eines Bauplatzes müssen Bauherren etwaige Auflagen durch die Kommunen beim zuständigen Stadt- oder Kreisbauamt prüfen. "Das gewählte Grundstück sollte erschlossen und zur Bebauung von Wohnhäusern freigegeben sein", rät Szubin. Vor allem in Neubausiedlungen werden durch die Städte sogenannte Bebauungspläne vorgegeben, die unter anderem festlegen, wie viel Prozent der Grundstücksfläche bebaut werden dürfen und mit wie vielen Geschossen. Weitere Vorgaben können das Material und die Farben der Dachziegel und Fassade betreffen. Liegt kein Bebauungsplan vor, greift das Bundesbaugesetz mit Paragraf 34. Laut diesem soll sich das neue Gebäude an die vorhandene Umgebung anpassen.

Die Suche nach dem passenden Grundstück stellt sich auf dem Land leichter dar als in der Stadt. "Die Kommunen geben ihr Bauland gern an Investoren ab, die dieses parzellieren und mittels Bauträger mit Häusern bestücken", sagt Reinhold-Postina. So treffen immer mehr junge Familien insbesondere am Stadtrand auf Neubaugebiete, wo die Parzellengröße und der Haustyp bereits festgelegt sind. Die Alternative kann ein Abbruchgrundstück sein, bei dem man den vorhandenen Bau abreißt und neu bebaut und gegebenenfalls Teile des Grundstücks weiterverkauft. Voraussetzung ist, dass die Kommune ihre Genehmigung erteilt.

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