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Jetzt wird gepflanzt, gedüngt, geschnitten

Jetzt wird gepflanzt, gedüngt, geschnitten

Viel Spaß verspricht die neue Lust am Küchengarten. Wer Gemüse selbst zieht, sollte unter dem Fachbegriff Mischkultur, Arten zusammensetzen, die sich gegenseitig fördern. Aus der Not mit dem Unkraut wird eine Tugend gemacht: Giersch landet als Spinatersatz in der Quiche. Weitere Arbeiten sind Pflanzen, Düngen und Schneiden.

Trier. Was erwartet den Hobbygärtner in einem Monat, der mit einem Aprilscherz beginnt? Häufig Überraschungen durch Nachtfröste. Drohen Minusgrade, schützt man frisch gepflanzte Topf- und Balkonpflanzen über Nacht mit Vlies. "Reingelegt" werden höchstens Frühkartoffeln. Sie müssen bis spätestens 20. April in der Erde sein.

Kulinarisches selbst anzubauen liegt im Trend. Im April kann erstes Gemüse ins Freiland gesetzt werden. Kohlarten gedeihen besonders gut in der Nachbarschaft von Spinat, Salat und Rettich. Zwischen Kopfsalatsetzlinge sät man Radieschen. Ein klassisches Beispiel wachstumsfördernder Mischkultur sind Zwiebeln und Möhren. In die Saatrillen der Möhren streut man Dill. Das vielseitige Küchenkraut keimt schneller und markiert so die Reihen, um die regelmäßig gelockert wird. Als Vorbeugung gegen Bodenschädlinge helfen im Küchengarten Tagetes und Ringelblumen.

Sommerblumen werden jetzt ausgesät



Die meisten Sommerblumen werden jetzt ausgesät. Selbst Pollenallergiker müssen nicht verzichten. Unter den neuesten Sonnenblumensorten gibt es pollenfreie. Eigentlicher Grund pollenfreier Züchtung: Sie blühen länger und hinterlassen als Blumenstrauß keinen gelben Blütenstaub auf der weißen Tischdecke.

Rosen können jetzt noch geschnitten werden. Geschnitten wird über einem neuen Blattaustrieb (fachsprachlich: Auge), der nach außen zeigt. Luftiger Rosenstockaufbau im Inneren vermeidet Dunstglocken, die Pilzkrankheiten fördern könnten.

Für verholzende Kräuter wie Lavendel, Weinraute und Bohnenkraut steht der Frühjahrspflegeschnitt an. Alles Abgestorbene wird zurückgeschnitten. Dabei hilft die Fingernagelprobe: Rinde mit dem Fingernagel abschaben - Ästchen, die grün schimmern, haben den Winter überstanden.

Der Monat April ist auch Pflanzzeit für Stauden, Sträucher und Rosen. Pflanzen, die vom Frost hochgehoben wurden, drückt man mit den Wurzeln wieder in die Erde. Alternative: ausgraben, Pflanzloch mit einer Handvoll Hornspänen aufdüngen und in Humus neu setzen.

Schwertlilien werden im Winter oft aufgeworfen. Sie wollen jedoch nicht zu tief in der Erde sitzen. Die Oberseite ihrer Wurzelverdickung - Rhizom genannt - darf ruhig etwas rausschauen.

Wenn alles sprießt, wächst auch Unkraut besonders gut. Ein Problem ist der Giersch. Großflächig wird er durch Abdeckung mit schwarzer Folie bekämpft. Die Fläche kann man mit Rindenmulch kaschieren. Zwischen bestehenden Pflanzungen hilft es, die Blätter unermüdlich zu ernten. Das schwächt das Unkraut. Bis zur Blüte des Gierschs eignen sich die jungen Vitamin C-haltigen Blätter vorzüglich als Spinatersatz.

rezept Brennessel-Giersch-Quiche Zutaten für Belag: 100 g Giersch und Brennessel gemischt, 200 g Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 3 Eier, 100 ml süße Sahne, 100 ml saure Sahne, 100 g geriebener Käse, Zitronensaft, Muskat, Salz, Öl Zutaten für Teig: 125 g Quark, 3 EL Öl, 1 EL Milch, 1 Ei, Salz, 250 g Mehl, Backpulver Quarkölteig herstellen und eine gefettete Quicheform damit auslegen. Giersch und Brennessel waschen, abtropfen lassen und in Streifen schneiden. Zwiebeln und durchgedrückten Knoblauch in Öl glasig dünsten. Tropfnasse Brennesseln und Giersch zugeben und wenden, bis sie zusammenfallen. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken und auf den Teig füllen. Eier und Sahne verquirlen. Sahnemischung mit Muskat, Salz und Zitronensaft über die Gemüsemasse gießen und mit Käse bestreuen. Im Backofen bei 220° C etwa 20 Minuten backen.