Kraut für die Maibowle

Waidmannsheil! Am 1. Mai geht's auf Waldmeisterjagd. Das ginge in den Buchenwäldern unserer Region, wo das bodendeckende Kraut ganze Flächen einnimmt. Doch wir haben die wichtigste Zutat für Maibowle im Garten angesiedelt.

Das sieht hübsch aus und geht ganz einfach: Schattenbereich mit lockerer Humuserde suchen, Pflänzchen mit dem wuchernden Wurzelgeflecht einsetzen und nicht wundern, wenn es im Sommer verschwunden ist. Waldmeister zieht ein. Im nächsten Frühjahr taucht er wieder auf. Dann schäumen die weißen Blütendolden über den Blattquirlen über. "Das brauchen wir für mein Gute-Träume-Kissen", rief meine Tochter zu Waldkindergartenzeiten. Eine Kräuterpädagogin hatte ihnen beigebracht, dass das Waldmännlein mit dem angenehmen Kumarin-Duft beruhigend wirkt. In Wein empfiehlt ihn die Volksmedizin gegen Kopfschmerzen. "Komisch", meinte ein Bekannter, bei ihm habe das Kraut das Gegenteil bewirkt. Ich vermutete, das lag an der genossenen Menge. Sagte aber, er habe den Waldmeister wohl zu lange ziehen lassen. Zehn Minuten reichen. Wir tauchen ihn in weißen Traubensaft. Die Kinder wollen auch was vom Bowlekraut schmecken. Bevor das frisch gepflückte Sträußchen am Bindfaden im Saft hängt, lassen wir es anwelken. Welk entfaltet sich das Aroma am besten. Bei feuchter Witterung soll der Kumarinduft in Maikrautwäldern besonders intensiv sein. Wir werden das mal bei Regenwetter testen. Aber heute wollen wir unsere Trophäe bei Sonnenschein nach Hause bringen. Waidmannsdank! ek/dr

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