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Mit Gas oder ohne - Wasserhähne können immer mehr

Mit Gas oder ohne - Wasserhähne können immer mehr

Ein Wasserhahn ist längst mehr als eine einfache Zapfstelle für Wasser: Es kann auch gleich zum Kochen gebracht werden oder mit Kohlensäure aufbereitet als sprudelndes Trinkwasser fließen.

Wasserhähne können mehr, als einfach nur Wasser fließen lassen. Neuentwicklungen schaffen es, bei Bedarf auch sofort kochend heißes Wasser zu liefern, erläutert Frank Hüther, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche in Mannheim. Andere Hähne können als erfrischende Trinkwasserquelle fungieren, da das Leitungswasser noch einmal gefiltert und je nach Geschmack still, medium oder mit viel Kohlensäure versetzt aus der Leitung kommt.

Der Grundkörper von 90 Prozent der Armaturen besteht aus Messing. Einige wenige Hersteller bieten Armaturen aus Edelstahl an, berichtet Franz-Josef Heinrichs vom Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima in St. Augustin in Nordrhein-Westfalen.

Der Grundkörper kann aber auch unterschiedlich beschichtet sein. Häufig haben Armaturen eine dünne Chrom-Nickel-Schicht, aber auch Edelstahl, Kunststoffe, eloxiertes Aluminium sind möglich, wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn erläutert. Galvanische Sondervergütungen wie mit Gold gebe es ebenfalls im Handel. Metall ist den Angaben zufolge grundsätzlich weniger empfindlich als farbige Oberflächen. Vor allem sei es besser gegen Kratzer geschützt.

Käufer können außerdem zwischen Zweigriffarmaturen und Einhebelmischern wählen. „Bei der Zweigriffarmatur werden der Warmwasserfluss und der Kaltwasserfluss unabhängig voneinander durch zwei Griffe geregelt. Da die Wassertemperatur jedes Mal neu eingestellt werden muss, sei der Verbrauch ungenutzten Wassers bei dieser Art von Armaturen höher, sagt Heinrichs. Schneller und damit wassersparender werden der Wasserfluss und die Temperatur am Einhebelmischer mit einem Griff geregelt.

„Als Basisausstattung in der Küche empfiehlt sich eine Armatur mit ausziehbarer Schlauchbrause“, rät Hüther. Damit können etwa Gemüse und Obst besser abgewaschen werden, aber auch die Spülablage lässt sich so besser säubern. Praktisch und hygienisch in der Küche oder im Gästebad sind berührungslos bedienbare Armaturen: Die Hände werden in die Nähe eines Sensors gehalten und das Wasser fließt. Bei Bedarf lassen sich viele dieser Armaturen aber auch manuell steuern und etwa die Temperatur per Hand regeln.

Vorsichtig muss man laut Hüther bei Armaturen mit schlecht verarbeiteten Modellen sein: Wasserschäden drohen, falls Zulaufschläuche minderwertiger Armaturen aus den Eckventilen rutschen sollten. Aber auch auf die Geräuschklassen einer Armatur sind wichtig: Der Hahn sollte ein akustisches Prüfzeugnis haben.

Armaturen lassen sich nach Angaben der Vereinigung Deutsche Sanitärtechnik bedenkenlos mit Spülmittel putzen. Dieses enthalte nur Tenside und reinige daher gründlich und vor allem sanft. Reiniger, die Salz-, Ameisen- sowie Essigsäure oder vielleicht sogar Chlorbleichlauge enthalten, können die Beschichtung hingegen beschädigen. Auch sollte man keine Kalkränder mit Stahlwolle beseitigen, weil diese Kratzspuren hinterlassen. Gegen hartnäckige Kalkflecken helfe besser eine ausgedrückte Zitrone, rät die Vereinigung. Zitronensäure sei sehr effektiv und schade der Beschichtung nicht. Fettspuren an verchromten Teilen bekomme man schon mit einem weichen Tuch und mildem Edelstahlreiniger weg.