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Ruhig schlafen trotz Sturmwarnung

Ruhig schlafen trotz Sturmwarnung

Hagel, Brand oder gebrochene Leitungen: Häuser sind vielen Gefahren ausgesetzt. Versicherungen zum Schutz des Wohneigentums gibt es zuhauf. Drei Policen sind unerlässlich: die Versicherungen für Wohngebäude und Hausrat sowie der Schutz vor elementaren Schäden.

Niemand kann ausschließen, dass ein Unwetter das Eigenheim erheblich beschädigt oder gar komplett zerstört. Was die Naturgewalten anrichten, hat das vergangene Jahr gezeigt: Im Juni traten die Flüsse über die Ufer, von Sommer bis Herbst fegten Hagelstürme über Teile Deutschlands, danach tobten die Orkane Christian und Xaver. Für die Schäden zahlten die Versicherer rund sieben Milliarden Euro. Damit war 2013 hinsichtlich der Unwetterschäden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zwar außergewöhnlich, bleibt wohl aber keine Ausnahmeerscheinung. Denn mit Wetterextremen muss nach Studien von Klimaforschern auch in Deutschland häufiger gerechnet werden. Prognosen und Karten besonders betroffener Regionen können im Internet nachgelesen werden. Zudem sind dort Erfahrungen für den effektiven baulichen Schutz des Wohneigentums zusammengefasst (siehe Artikel-Ende). Hinsichtlich der finanziellen Prävention kommen für Hausbesitzer drei Versicherungen infrage: Die Wohngebäude-Versicherung: Diese Police schützt Haus, Garage oder Carport auf dem Grundstück sowie - je nach Vertrag - auch andere Nebengebäude wie etwa ein Gartenhaus. Versichert sind Schäden durch Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Brand, Blitzschlag, Explosion sowie Schäden durch austretendes Leitungswasser. Gezahlt werden unter anderem die Kosten für Aufräumungs- und Abbrucharbeiten. Ist ein Gebäude beispielsweise nach einem Blitzeinschlag abgebrannt und muss komplett neu errichtet werden, zahlt die Versicherung die Baukosten einschließlich der Gebühren für Architekten und Planer zu den aktuellen Preisen. Die Hausrat-Versicherung: Versichert ist damit das gesamte bewegliche Inventar des Hauses - Möbel, Kleidung, technische Geräte, Bücher oder Kinderspielzeug. Mit dieser Police ist das Eigentum gegen Verluste durch dieselben Gefahren wie bei der Wohngebäude-Police abgesichert. Zudem gibt es Schadenersatz nach einem Einbruchdiebstahl. Hat ein Sturm das Dach abgedeckt und der Regen Möbel, Geräte oder Teppiche unbrauchbar gemacht, werden diese Gegenstände zum Wiederbeschaffungswert ersetzt. Bei beschädigten Dingen zahlt die Versicherung die Reparaturkosten. Die Elementarschaden-Versicherung: Verluste durch Überschwemmung oder durch Rückstau wegen überlasteter Kanalisation bei Starkregen ersetzen weder die Wohngebäude- noch die Hausratversicherung. Hierfür ist als Extra-Baustein eine Elementarschadenpolice nötig. Die gibt es als Ergänzung zu den beiden genannten, in neueren Wohngebäudeversicherungen ist der Schutz bereits enthalten. Wird das Haus durch Überschwemmung oder Rückstau beispielsweise an den Fundamenten beschädigt, zahlt die Elementarschadenversicherung der Wohngebäudepolice die Instandsetzung. Wurde das Gebäude komplett vom Wasser weggespült, übernimmt diese Versicherung alle Kosten für ein neues Gebäude. Wenn der Keller "nur" in einen Pool verwandelt wird, zahlt die Elementarschadenpolice der Hausratversicherung den Schadenersatz für das durchgeweichte Inventar. Nach Angaben des GDV sind zwar rund 99 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versicherbar, doch nur rund 33 Prozent der Eigentümer haben sich bisher dafür entschieden. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet die Elementarschutz-Police in der Regel weniger als 100 Euro im Jahr. Lediglich etwa 2,3 Prozent der Hausbesitzer müssen mehr dafür bezahlen, weil ihre Häuser in hochwassergefährdeten Gebieten stehen. Doch in den meisten Fällen ist auch hier mit Selbstbehalten oder baulichen Präventions- und Schutzmaßnahmen bezahlbarer Versicherungsschutz möglich. npgdv.de/naturgefahrenreport2013