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Oster-Dekoration
So filigran kann Malerei auf Eiern sein

 Zu den Motiven von Christiane Gohlke gehört auch dieser Hahn. Foto: Patrick Pleul
Zu den Motiven von Christiane Gohlke gehört auch dieser Hahn. Foto: Patrick Pleul
Sandkrug. Ostern beginnt bei Christiane Gohlke schon nach Weihnachten. Bereits seit einigen Wochen laufen bei der Künstlerin aus Sandkrug (Barnim) die Vorbereitungen. Von Jeanette Bederke, dpa

Dutzende Eier - vom Huhn, über Ente und Gans bis hin zu Emu oder Nandu - sind ausgeblasen. Bis zu vier Stunden täglich macht sich die 56-Jährige ans Verzieren. „Das A und O sind eine ruhige Hand und räumliche Vorstellungskraft“, sagt Gohlke , während sie mit zarten Pinselstrichen zügig eine bis ins Detail getreue Mohnblüte zaubert.

Mit Acryl- und Ölfarben

Bis die zerbrechliche Oster-Dekoration über und über mit Blüten bedeckt ist, braucht es seine Zeit. Gohlkes Passion sind nicht die herkömmlichen Ostereier-Techniken. Sie bringt mit Acryl-, seltener auch mit Ölfarben, kleine Gemälde auf die Schalen: Landschaften inklusive Sonnenauf- oder -untergängen, Blumenstillleben, Märchenmotive, den Nachthimmel mit Mond und Milchstraße oder Dorfansichten mit Heuschober und Schafherde. Am liebsten malt Gohlke Vögel, jede einzelne Feder ist zu erkennen. „Eine Blaumeise muss auch so aussehen wie eine Blaumeise und nicht wie ein Papagei“, sagt sie. Besonders beliebt bei Kunden seien Kranichmotive.

Die Künstlerin bemalt auch Milchkannen, kleine Holzscheiben oder auch Vogelfedern als Schmuck. Ihre Dekorationen bietet sie auf ihrer 18. Ostereier-Kunst-Ausstellung von diesem Freitag (15. März) bis Sonntag in der Scheune auf ihrem Hof an.

Sorbische Ostereier-Bemalung

Für das Ostereierbemalen sind eigentlich die Sorben in Brandenburg und Sachsen bekannt. Zur 20. Ostereiermesse wird am 23. und 24. März in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) geladen. Traditionell pflegen die Sorben in der Lausitz den Brauch des Bemalens von Ostereiern. 40 Aussteller aus Brandenburg, Sachsen und Berlin haben sich angekündigt, teilt das Tourismusportal Spreewald Info auf seiner Homepage mit. Sie verwenden für die kleinen Kunstwerke die Verzier-, Ätz-, Bossier- oder Kratztechnik mit Wachs und Farben. Bei sorbischen Eier haben viele Symbole eine besondere Bedeutung. Wolfszähne schützen vor bösen Dingen, die Bienenwabe steht für Fleiß und der Kiefernzweig soll für Gesundheit sorgen.

Christiane Gohlke im Barnim malt auch „normale“ Bilder. Ihre Spezialität sind Steine. Sie könne sich vor Aufträgen kaum retten, wie sie sagt. Bei Torsten Pelikan, Betreiber eines Naturkostladens in Eberswalde, steht eine große Steineule von ihr auf dem Verkaufstresen. Selbst aus dem simpelsten Stein zaubere Gohlke etwas Besonderes, sagt der Eberswalder, der auch bekennender Fan ihrer Ostereier ist.

Holzbrandmalerei aus den USA

Zum Tag des offenen Ateliers Anfang Mai will Gohlke die in den USA sehr beliebte Holzbrandmalerei vorstellen. Und spätestens im Sommer denkt sie schon an Weihnachten. Dann bringt sie ihre winzigen Malereien auf Weihnachtsbaumkugeln.

Die ersten Eier verzierte sie im Alter von zehn Jahren. Schon damals hatten es ihr Miniaturkunstwerke angetan. Zunächst wurde sie aber Forstwirtin, später Busfahrerin und dann Lehrerin für musikalische Früherziehung. Seit 18 Jahren arbeitet die Autodidaktin als selbstständige Künstlerin in vielen Bereichen. Allein davon leben könne sie allerdings nicht, bekennt sie. Ihr Mann arbeitet ganz bodenständig in der Werkstatt einer Busgesellschaft.

Künstlerin Christiane Gohlke

Spreewald Info

 Christiane Gohlke bringt kleine Kunstwerke auf die Schale. Ein Straußenei bemalte sie mit Kranichen. Foto: Patrick Pleul
Christiane Gohlke bringt kleine Kunstwerke auf die Schale. Ein Straußenei bemalte sie mit Kranichen. Foto: Patrick Pleul FOTO: Patrick Pleul
 Für die Ostereier-Bemalung verwendet Gohlke Acryl- und Ölfarben. Foto: Patrick Pleul
Für die Ostereier-Bemalung verwendet Gohlke Acryl- und Ölfarben. Foto: Patrick Pleul FOTO: Patrick Pleul
 Gohlke hat bereits viele Tiere aufs Ei gebracht. Foto: Patrick Pleul
Gohlke hat bereits viele Tiere aufs Ei gebracht. Foto: Patrick Pleul FOTO: Patrick Pleul