Was Bauherren und Sanierer berücksichtigen müssen

Was Bauherren und Sanierer berücksichtigen müssen

In Deutschland entfallen 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO{-2}-Emissionen auf Gebäude. "Dieser Trend ist zwar rückläufig, aber immer noch enorm", sagt Axel Bettendorf von der Handwerkskammer Trier, deren Umweltzentrum (UWZ) jährlich die Öko im Messepark Trier veranstaltet.

"Der zeitgemäße Neubau ist energieeffizient und bietet große Einsparpotenziale. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Klimaschutz geht uns alle an - daher gibt es energetische Anforderungen an ein Gebäude, die Bauherren verbindlich erfüllen müssen", so der UWZ-Leiter. Wer sich über die neuen Regelungen und ihre Umsetzung informieren will, findet auf der Öko 2016 am 20. und 21. Februar zahlreiche Ansprechpartner. Welche energieeffizienten Auflagen ein Neubau einhalten muss, ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt. Laut derzeit gültiger EnEV 2014 ist der Primärenergieverbrauch seit dem 1. Januar strenger geregelt. Verbesserte Anlagentechnik und mehr Wärmeschutz in Neubauten sollen dazu führen, dass dort weniger geheizt wird. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Sparmaßnahme: Das Wohnumfeld wird behaglicher.Effizientere Heiztechnik, besser gedämmte Fenster, Außenwände und Dächer - dieser erhöhte Energiestandard für Neubauten ab 2016 geht in Richtung des von der EU geforderten Niedrigstenergiegebäudes. So sollen ab 2021 alle Neubauten in der EU fast keine Energie mehr für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigen. Zum Einsatz kommen dann nur noch erneuerbare Energien wie Solaranlagen, Wärmepumpen oder Biogas. Auf dem Weg dahin ist die neue Regelung in Sachen Primärenergieverbrauch ein wichtiger Baustein. Demnach muss in Neubauten der Jahresenergiebedarf für Heizen, Wasser-Erwärmen und Lüften im Vergleich zur EnEV 2014 um 25 Prozent gesenkt werden. Außerdem soll weniger Wärme über die Gebäudehülle verloren gehen. Bauherren müssen nun dafür sorgen, dass die Außenhülle ihres Neubaus einen um 20 Prozent verbesserten Wärmeschutz erhält. Doch wie lassen sich die geforderten Werte erreichen? Hier sind energieeffiziente Baumaßnahmen und moderne Techniken gefragt. Bauherren und Sanierer, die sich darüber informieren und beraten lassen wollen, finden auf der "Öko 2016 - Sanieren und Renovieren" am 20. und 21. Februar qualifizierte Ansprechpartner aus dem Handwerk. Bei der 16. Auflage präsentieren sich 130 Aussteller jeweils von 10 bis 18 Uhr im Messepark Trier. Der Eintritt ist frei. "Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage und wo erhalte ich entsprechende Fördermittel? Lohnt sich ein Blockheizkraftwerk für mein Bauvorhaben? Mit welcher Dämmung erreiche ich die vorgegebenen Werte?" Fachgerechte und individuelle Antworten rund um das Thema Energieeffizienz geben nicht nur Handwerker, sondern auch ihre Marktpartner und Vertreter von zwei Innungen. Moderne Techniken zur Umsetzung des vorgeschriebenen Energiestandards kann der Besucher sich am Messestand erklären lassen - und gegebenenfalls auch anschauen. Dazu gehören zum Beispiel moderne Energie- und Heiztechniken oder Maßnahmen zur Wärmedämmung und Hausautomation. "Wärmepumpen oder Pelletheizungen etwa helfen, den Primärenergiebedarf zu senken", sagt Axel Bettendorf von der Handwerkskammer Trier, deren Umweltzentrum die Messe veranstaltet. "Messebesucher können sich kostenfrei auf der ÖKO von Experten darüber beraten lassen, welche Techniken für ihr Bauprojekt in Frage kommen und am besten zu ihnen passen." Ob sie von den neuen Auflagen der EnEV betroffen sind, können Bauherren ebenfalls auf der Messe erfragen. Auskünfte geben die Experten des Umweltzentrums, der Energieagentur, des Netzwerks der Gebäudeenergieberater (GEB) sowie zahlreiche Handwerker mit GEB-Ausbildung. Allgemein gilt: Wer 2016 einen Bauantrag einreicht oder eine Bauanzeige erstattet, muss die Vorgaben einhalten. Der erhöhte Standard gilt auch für genehmigungs- oder anzeigenfreie Bauvorhaben, mit deren Umsetzung in diesem Jahr begonnen wird. Wer seinen Antrag 2015 eingereicht hat, muss hingegen nur die Vorgaben der EnEV 2014 erfüllen - auch wenn er mit dem Bauen noch nicht begonnen hat. Vorträge mit Themenbezug: Samstag, 20. Februar, 12.30 Uhr: Eigenstromverbrauch durch Photovoltaik mit Energiespeicherung und deren Förderung,Christian Koch, KLE Energie . 13.30 Uhr: Innendämmung im Altbau - So bekommt man die Risiken in den Griff!, Frank-Stefan Meyer, Gebäudeenergieberaternetzwerk Eifel-Mosel-Hunsrück e.V., EU-Richtlinie für Energieeffizienz, wo ist der Nutzen für den Verbraucher? Klaus Hein, Bosch Thermotechnik GmbH, Buderus Niederlassung Trier 14.30 Uhr: Kontrollierte Wohnraumlüftung in der Praxis, Peter Kvas, LTM Lüftungstechnik GmbH 15.30 Uhr: Nutzen Sie Solarenergie - es lohnt sich!, Dr. Ralf Engelmann, Energieagentur Rheinland Pfalz GmbH, Energiekosteneinsparung durch Kraft-Wärme-Kopplung, Kai Schwindenhammer, EC POWER, Grafschaft 16.30 Uhr: Machen Sie sich das Leben einfach, mit RWE Smart Home, Kevin Ternes, RWE Vertrieb AG Sonntag, 21. Februar, 10.30 Uhr: Photovoltaik - eigener Strom und gute Renditen, Dieter Buch, Buch Solar GmbH 11.30 Uhr: Kontrollierte Wohnraumlüftung: Innenraumhygiene im luftdichten Gebäude, Helmut Gosert, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikinnung Trier-Saarburg 13.30 Uhr: Moderne Solar- und Speicherlösungen von RWE für Ihr Dach, Marile Werland, RWE Vertrieb AG, Mehr Lebensqualität durch Technik mit Somfy Smart Home, Stefan Paulus , Follmann & Riehl Fenstertechnik & Schreinerei, Föhren15.30 Uhr: EnEV 2016 - Die Wahrheit über Dämmung und dichte Bauweise. Wertverlust oder Wertgewinn der Immobilie im Fokus, Bernhard Becker, Ingenieurbüro für TGA, Energie- und Umweltmanagement. Einfache Nachrüstung von Smart Home für Bestandsgebäude und Neubau, Dirk Woitalla, Elektro-Service-Woitalla GmbH. Hohe Wirkungsgrade in der Heizungsunterstützung - solare Nutzung auch bei bedecktem Himmel, Gisbert Kunze, SE-System GmbH, Schwemmlingen