Was ist mit meinem Apfel los?

Was ist mit meinem Apfel los?

Renette war stippig. Was so klingt wie das, was Erwachsene über unleidliche Kinder behaupten, wenn sie sagen "et as katzisch", ist eine Stoffwechselstörung bei Äpfeln.

Sie äußert sich in braunen Punkten im Fruchtfleisch. Das Tückische an der Stippigkeit ist, dass man sie Kaiser Wilhelm und großfruchtigen Konsorten von außen oft nicht ansieht. Den Appetit verderben sie einem erst beim Aufschneiden.

Im Prinzip könnte man aus stippigen Äpfeln noch Apfelmus kochen. Ich serviere sie lieber halbiert unseren Amseln. Stippigkeit kann, ähnlich wie menschliche "Katzigkeit", mehrere Ursachen haben.

Erstens gilt sie als Typen-, sprich Sortenfrage.

Zweitens führt man sie auf Stressphänomene zurück. Ein Sommer voller Extreme, wie der vergangene, mit Wetterwechseln von kalt nach heiß, von zu trocken nach zu nass, setzt nicht nur Wetterfühligen zu.

Drittens - und das ist wohl entscheidend - zeigt es einen Mangel an. Der lokale Kalziummangel im Apfel lässt sich im nächsten Jahr behandeln. Ab Juni spritzt man Kalziumpräparate auf die Schale der Früchte.

Im Gartenhandel findet man Kleinpackungen für den privaten Gebrauch. Kalziumdüngung bringt nichts. Oft ist sogar genügend Kalzium im Boden vorhanden.

Wurde sehr stark mit Stickstoff gedüngt, kann es vorkommen, dass der Baum dieses Kalzium für das Holzwachstum verwendet anstatt es zur Fruchtreife einzubauen.

Eine Rolle spielt weiterhin der richtige Obstgehölzschnitt. Doch bis dahin bleiben noch gut zwei Monate, in denen allenfalls Plätzchen in den Tee gestippt werden. ek/jöl

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