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Wenn das Zuhause auch Arbeitsplatz ist

Wenn das Zuhause auch Arbeitsplatz ist

Zu Hause steht der Schreibtisch, ausgestattet mit Computer, Bildschirm, Drucker und Telefon. Doch selbst, wenn dieser häufig für die Erledigung dienstlicher Aufgaben genutzt wird, reicht das noch lange nicht für die Anerkennung als Arbeitszimmer.

Die steuerliche Anerkennung häuslicher Arbeitszimmer bietet seit Jahren immer wieder erheblichen Diskussionsstoff. Kann ein Lehrer, der sich zu Hause auf den Unterricht vorbereitet und Klassenarbeiten korrigiert, das Arbeitszimmer absetzen? Und wie sieht es mit dem Ingenieur aus, der am heimischen PC auch abends an Planungen für Firmenprojekte arbeitet?
Grundsätzlich gilt, dass Aufwendungen für Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung nur noch in streng eingegrenzten Ausnahmefällen abgesetzt werden können. So ist eine volle Absetzbarkeit nach Angaben der Bundessteuerberaterkammer nur dann möglich, wenn das häusliche Arbeitszimmer "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung" ist. In diesem Fall können sämtliche Kosten abgezogen werden. Dies ist beispielsweise bei Therapeuten der Fall, die Praxisräume im eigenen Haus integriert haben, aber auch bei freiberuflichen Handelsvertretern oder Berufsmusikern, die in einem eigenen Musikzimmer Unterricht erteilen.
Zumindest noch bis zu 1250 Euro können abgezogen werden, wenn dem Arbeitnehmer in seiner Firma kein entsprechender Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Auch bei Lehrern, die in der Schule keine Möglichkeit zur Vorbereitung haben, trifft dieser Fall üblicherweise zu. Allerdings kann auch in diesem Fall keine Pauschale abgesetzt werden, sondern sämtliche Kosten müssen nachgewiesen werden.
Für die Berechnung der Kosten können in beiden Fällen sämtliche Aufwendungen zusammengerechnet werden, die für Haus oder Wohnung anfallen, von Mieten, Versicherung, Energiekosten und Müllabfuhr bis hin zu Zinsleistungen. Diese müssen dann anteilig über einen Quadratmeterschlüssel für das Arbeitszimmer berechnet werden. Ändern sich einzelne Positionen, wirkt sich das natürlich auch auf den jeweils absetzbaren Betrag aus.
Doch selbst wenn das Finanzamt ein Arbeitszimmer nicht anerkennt, bleibt noch immer die Möglichkeit, die Arbeitsmittel, die für die Arbeit zu Hause nötig sind, bei der Steuer geltend zu machen. Dazu gehören beispielsweise der Computer, der Schreibtisch und der Schreibtischstuhl. Bei Kunst dagegen sind die Finanzämter kritisch. Hier urteilte das Finanzgericht Köln (AZ 10 K 5858/98), dass dies "Ausschmückungsgegenstände" seien, die vor allem zum "Wohlbefinden des Betrachters" beitragen.
Wenig Diskussionen hat zu befürchten, wer sich statt des Arbeitszimmers im eigenen Haus außerhalb der eigenen vier Wände ein Arbeitszimmer anmietet. Dieses wird gewöhnlich von den Finanzämtern anerkannt. Ebenso unkritisch sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, wie beispielsweise Betriebs-, Lager- und Ausstellungsräume. red