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Wichtige News zum Thema Mietkaution

FOTO: pixabay.com © Geralt (CC0 1.0)
Bei der Anmietung von privaten Mietobjekten wird in der Regel eine Kaution verlangt. Dabei richtet sich die Höhe der Kaution nach der monatlichen Miethöhe und darf höchstens drei Monatsmieten (ohne Nebenkosten) betragen (§ 551 Abs. 1 BGB). Zudem muss die Mietkautionshöhe schriftlich im Mietvertrag festgehalten werden.

Ausnahme: Wenn der Mieter in dem Objekt eine Umbaumaßnahme plant und diese nach einem Auszug rückgängig gemacht werden muss, darf der Vermieter die Kaution erhöhen. Dieser „Sicherheitsbetrag“ muss ebenfalls im Mietvertrag aufgeführt werden.

Grundsätzlich bedeutet die Mietkaution eine Sicherheit für den Vermieter. Oftmals kommt es vor, dass an dem Objekt nach dem Auszug des Mieters enorme Abnutzungserscheinungen zu erkennen sind. Ebenso kann es vorkommen, dass der Mieter Schäden verursacht hat und diese nicht beseitigt hat. In diesen Fällen kann der Vermieter die Kaution nutzen, um die Kosten für die Beseitigung der Schäden zu decken.

Es kommt häufig vor, dass Mieter in den letzten Monaten des bestehenden Mietverhältnisses keine Miete mehr zahlen, da sie befürchten, der Vermieter könnte die Kaution ohne Grund einbehalten. Dieses Abwohnen ist rechtlich unzulässig. Da der Vermieter in diesem Fall den Mieter wegen Mietrückständen verklagen kann, sollten Mieter unbedingt davon absehen, denn die einbehaltenen Mieten dürfen nicht mit der Kaution verrechnet werden, sodass der Mieter die Miete zuzüglich Gerichts- und Anwaltskosten nachzahlen muss.

Wenn gegenüber dem Mieter keine gesetzlichen Forderungen bestehen, so muss der Vermieter die Kaution nach Ablauf des Mietvertrages in voller Höhe einschließlich der Zinsen und Zinseszinsen zurückzahlen. Ein angemessener Zeitraum für die Rückzahlung sind drei bis sechs Monate. Dabei muss die Mietkaution auf einem Treuhandkonto (z. B. Sparbuch) hinterlegt werden, was der Betrugsvorbeugung dient. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Mietkaution nicht in das private Vermögen des Vermieters übergeht. Im Falle der Insolvenz könnte dies nämlich bedeuten, dass die Mietkaution in das Insolvenzvermögen mit einfließt, was vom Gesetzgeber nicht gewollt ist.

Sämtliche Regelungen betreffend der Mietkaution sind im Gesetz geregelt. Darüber hinaus bietet auch der Deutsche Mieterbund Informationen zu dem Thema und wird auch beratend tätig.

Einen Betrag in Höhe von drei Monatsmieten aufzubringen, ist für die meisten Mieter nicht einfach und stellt eine finanzielle Belastung dar. Mittlerweile existieren aber unterschiedliche Möglichkeiten, um der Pflicht zur Mietkautionszahlung nachzukommen. Zum einen kann mit dem Vermieter eine Ratenzahlung vereinbart und zum anderen kann eine Bürgschaft bei der Hausbank beantragt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Beantragung einer Bürgschaft über eine Kautionsversicherung (z. B. Deutsche Kautionskasse). Hier übernimmt die Versicherung die gesamte Kaution und der Mieter zahlt hierfür einen Jahresbetrag an die Versicherung. Für den Vermieter ist dies vorteilhaft, da er für die Kaution keine treuhänderische Verwaltung vornehmen muss.