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Wie baut man ein Haus günstiger?

Wo kann gespart werden? : Wie baut man ein Haus günstiger?

Ein Haus zu bauen, muss nicht bedeuten, dass man eine riesige Villa voll mit den neuesten Design-Trends baut. Nur wenige Bauherren sind mit riesigen Budgets gesegnet, und viele wollen einfach nur ein typisches Familienhaus. Das Ziel ist für fast jeden das gleiche - ein schönes Haus für möglichst wenig Geld zu bauen.

Daher steht meistens an erster Stelle die Frage, wie teuer kann das Haus sein? Wo kann gespart werden? Welche Prioritäten werden gesetzt?

Der erste Schritt: Die richtige Einstellung

Als erstes müssen Bauherren die richtige Einstellung finden. Mit einem begrenzten Budget zu bauen, bedeutet gleichzeitig Kompromisse eingehen zu müssen - und je begrenzter das Budget, desto mehr Kompromisse müssen gemacht werden.

Es ist leicht ein schönes Haus für viel Geld zu bekommen - ein Haus mit einem begrenzten Budget zu bauen ist gleich viel schwieriger. Daher ist es wichtig sich ein Budget zu setzen, ein günstiges Darlehen anzunehmen und nur in die richtigen Punkte zu investieren.

Das für jeden persönlich perfekte Haus

Es muss bei einem begrenzten Budget immer abgewogen werden, wie wichtig ist die Lage? Wie wichtig ist die Größe? Ein großes Haus ist in vielen Baugebieten nicht realisierbar - es ist oft ein Wechselspiel zwischen dem perfekten Standort und der Größe des Hauses.

Auch beim Bau müssen oft genug Kompromisse eingegangen werden. Vielleicht wird das Haus nicht über einen sehr offenen Grundriss ohne viele Wände verfügen oder von Beginn an mit der modernsten Technik ausgestattet se in - aber trotzdem kann das perfekte Haus entstehen, wenn man sich genau überlegt, was einem an seinem Haus wirklich wichtig ist.

Das Budget richtig aufstellen

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Bauvorhaben ist eine realistische Budgetierung, sich einen ebenso realistischen Puffer zu schaffen - 10 bis 20 Prozent sind ein guter Richtwert - und sich an dieses Budget zu halten.

Dieses Budget ist nicht nur für die reinen Baukosten und den Kauf des Grundstücks gedacht. Hier müssen alle Kosten bedacht werden, die beim Bau anfallen werden. Die Liste beginnt mit den Gebühren für Baugenehmigungen, den Lohn für den Architekten, die nötigen Versicherungen, Garantien und vieles mehr.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass man sich zunächst einen konkreten Überblick über die gesamten macht, bevor man mit dem nächsten Schritt beginnt.

Die Wahl des Grundstücks

Der nächste Schritt ist erst dann möglich, wenn man einen genauen Überblick hat, wie teuer das Bauvorhaben insgesamt werden kann.

Der schwierigste Teil des Baus ist für die meisten Bauherren, der Erwerb des richtigen, preisgünstigen Grundstücks. Es ist leicht, bei der Wahl des Grundstücks zu viel zu wollen und einen zu großen Anteil des eigenen Budgets ins Bauland zu investieren. Danach bleibt meistens nicht mehr genug für das eigentliche Haus übrig und das Budget kann dementsprechend nicht mehr eingehalten werden.

Als (sehr) groben Richtwert kann gelten, dass auf keinen Fall mehr als die Hälfte des Budgets für das Grundstück aufgewendet werden darf.

Bei der Wahl des Grundstücks fallen die ersten, vielleicht schmerzhaften Kompromisse an. Vielleicht muss hier ein Ort gefunden werden, der nicht die perfekte Anbindung an die Öffentlichen Verkehrsmittel hat oder vielleicht ist der Weg zu Arbeit von diesem Ort einige Kilometer länger. Hier ist dann die Abwägung wichtig: Mit jedem Euro, um den das Grundstück teurer wird, wird das Haus logischerweise um einen Euro günstiger sein müssen. Daher lohnt es sich, beim Grundstück den einen oder anderen Kompromiss einzugehen um sich am Ende ein schöneres, wohnlicheres Haus leisten zu können.

Ein gutes Design muss nicht teuer sein

Jeder gute Architekt wird seinen Kunden darauf hinweisen, dass ein guter Bauplan nicht exorbitant teuer sein muss. Auch mit einem einfachen, minimalistischen Grundriss können sehr schöne, praktische und wohnliche Häuser entstehen.

Hier lohnt es sich wirklich minimalistisch zu denken und unnötige Features zu vermeiden. Die bis heute einfachste Art ein Haus zu bauen ist ein Haus mit vier Wänden und einem Satteldach. Das klingt langweilig? Funktioniert sein hunderten von Jahren und ist als Grundlage für ein Haus unglaublich wandlungsfähig - so wandlungsfähig, dass kein Haus wie das andere aussehen muss. Vor allem bietet dieses Design viele Möglichkeiten um den Innenraum den eigenen Erfordernissen entsprechend anzupassen.

Ein einfacher Grundriss lohnt sich allein schon deshalb, weil jedes komplexe Feature die Kosten in die Höhe treibt. Vor allem Glasflächen die keinem Standardmaß entsprechen oder architektonische Rundungen lassen die Kosten schnell explodieren.

Arbeiten selbst ausführen

Viel Geld lässt sich sparen, wenn möglichst viele Arbeiten selbst ausgeführt werden. Beim Hausbau fallen viele einfache Arbeiten an, die auch von Menschen mit zwei linken Händen ausgeführt werden können.

Das möglichst viel in Eigenregie erledigt werden soll, heißt selbstverständlich nicht, dass die Baugrube mit Spaten und Schaufel von Hand ausgehoben werden muss. Aber die Vorbereitungen für die Grundplatte kann jeder mit einer Schubkarre, Geduld und einer Schaufel selbst ausführen.

Bei der Errichtung des Rohbaus sollte eher in die Expertise professioneller Maurer investiert werden - schließlich fällt jeder Fehler der durch Pfusch am Bau entsteht, im fertigen Haus auf: Schiefe Wände oder schiefe Böden sind einfach sehr ärgerlich.

Wenn es dann darum geht Türen und Fenster einzubauen, Böden zu verlegen und irgendwann die Innenräume zu tapezieren oder streichen, dann ist die Stunde der Heimwerker gekommen. Hier kann sich jeder ausleben, wie er Zeit und Lust hat. Denn jede Stunde auf dem Bau, heißt auch eine Stunde weniger auf der Arbeit. Aber oft lohnt es sich den Jahresurlaub in den Hausbau zu investieren.

Nicht nur ist es deutlich günstiger selbst den Boden zu verlegen oder selbst die Tür einzubauen, als den Parkettleger oder Schreiner zu engagieren, auch ist der Stolz auf das Haus, das mit den eigenen Händen gebaut wurde, danach umso größer.

Im Innenausbau gibt es selbstverständlich auch Arbeiten, bei denen man eher auf DIY verzichten soll: Die Elektroinstallation. Hier können viele Fehler von Laien gemacht werden und eine unsachgemäße verlegte Leitung oder falsch installierte Sicherung kann den Traum vom Eigenheim nur allzu schnell in den Albtraum eines abgebrannten Eigenheims verwandeln.