Als Chef nicht am Streit ums Druckerpapier scheitern!

Als Chef nicht am Streit ums Druckerpapier scheitern! : Als Chef nicht am Streit ums Druckerpapier scheitern!

Lappalien im Arbeitsalltag können leicht einen Keil zwischen die Kollegen treiben. Was Sie tun sollten, damit Sie als Vorgesetzter nicht die Kontrolle zu verlieren.

Konflikte unter den Mitarbeitern sind für Sie als Vorgesetzten nicht nur belastend, auch die Arbeitsatmosphäre leidet darunter - und damit automatisch die Produktivität. In der Regel sind gar keine komplexen Intrigen notwendig, damit unter den Kollegen Streit ausbricht. Meistens sind es ganz triviale Dinge, die Grund für ein ausgewachsenes Büroscharmützel sind.

Gründe für Konflikte im Team

So hat das Marktforschungsinstitut Censuswide herausgefunden, dass ein ganz bestimmtes Büroutensil im Mittelpunkt vieler Konflikte steht: Der gemeinsam verwendete Drucker! In einer Studie gaben 84 % der befragten Mitarbeiter nämlich an, dass sie sich über ihre Kollegen vor allem dann ärgern, wenn diese mal wieder ausgedruckte Seiten in der Druckerablage vergessen oder das Papier nicht nachgefüllt haben. Ähnlich viel Zündstoff liefern die Diskussionen um die optimale Raumtemperatur sowie die eigenmächtige Änderung von Ordnerstrukturen. Das zugrunde liegende Problem scheint dabei immer dasselbe zu sein: Die Rücksichts- und Respektlosigkeit einiger Mitarbeiter gegenüber ihren Kollegen. So wird es von vielen Befragten auch als unhöflich empfunden, wenn jemand sein Handy im Meeting benutzt, anderen ins Wort fällt, explizite Arbeitsvorgaben missachtet oder bei einem Problem seine Hilfe verwehrt.

Generelle Probleme im Unternehmen verschärfen die ohnehin schon angespannte Situation. Konfliktpotenzial bieten zum Beispiel eine allzu restriktive Krankheitsfallregelung, zu viele Überstunden, eine schlechte Work-Life-Balance, ein zu geringes Gehalt oder Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie die Vorgesetzten die Arbeit ihrer Mitarbeiter beurteilen - für Letzteres sind laut den Experten von Personio unter anderem eine schlechte Vorbereitung und nicht nachvollziehbare Beurteilungskriterien verantwortlich. Haben die Kollegen außerdem das Gefühl, dass ein Kollege bevorteilt wird, kommt es schnell zu Unmut, der lange unerkannt unter der Oberfläche schwelen kann. Dies ist besonders kritisch, da auf Platz 10 der häufigsten Streitgründe das Zurückhalten von Informationen steht.

Wie man als Chef richtig handelt

Sollte eines dieser Grundprobleme auch bei Ihnen im Unternehmen bestehen, sollten Sie als Chef alles daran setzen, es so schnell wie möglich zu beheben. Ist ein Streit aber bereits ausgebrochen, sollten Sie gewisse Verhaltensregeln beachten, um konstruktiv zu einer Entschärfung des Konflikts beizutragen.

Am wichtigsten ist, dass Sie den Konflikt nicht ignorieren. Als Chef nehmen Sie nämlich eine Vermittlerposition zwischen Ihren Mitarbeitern ein und sind damit in der Verantwortung, die Harmonie wiederherzustellen. Einen Streit eskalieren zu lassen, weil man Konflikte scheut, gehört zu den häufigsten Fettnäpfchen, in die vor allem frisch beförderte Führungskräfte treten. Hat die Auseinandersetzung eine bestimmte Intensität erreicht, ist sie kaum noch zu lösen. Dann ist es oft sogar notwendig, die verfeindeten Parteien räumlich voneinander zu trennen, was für Sie zusätzlichen Organisationsaufwand bedeutet. Dies sollte aber immer die allerletzte Maßnahme sein, denn schließlich müssen die Kollegen weiter miteinander arbeiten.

Weiterhin sollten Sie unbedingt folgenden Rat beherzigen: Bleiben Sie unparteiisch! Ein fähiger Vermittler schlägt sich nicht auf eine Seite, sondern vermittelt, wie der Begriff schon sagt, die Standpunkte aller beteiligten Parteien. Er tritt moderierend auf und strebt einen Kompromiss an, mit dem jeder zufrieden ist - eine Win-Win-Situation also. Gehen Sie möglichst unvoreingenommen an den Streit heran, lassen Sie sich in Vier-Augen-Gesprächen die Sichtweisen aller Beteiligten schildern und vor allem: Lassen Sie sich nicht in die Rolle des Richters drängen. Denn langfristig gesehen können allein Ihre Mitarbeiter die vorhandene Meinungsverschiedenheit klären. Ein Leitfaden zur strukturierten Mediation kann bei besonders schweren Fällen von Nutzen sein.