Bürogestaltung beeinflusst die Gesundheit der Mitarbeiter

Großraumbüro oder Einzelbüro? : Bürogestaltung beeinflusst die Gesundheit der Mitarbeiter

Durch den Ausfall von Mitarbeitern entstehen Unternehmen weltweit jährlich Kosten in astronomischer Höhe.

Deswegen haben sich unzählige Unternehmen individuelle Boni-Programme, zusätzliche soziale Leistungen und flexible Arbeitszeiten auf die Fahnen geschrieben, um so die Mitarbeiterzufriedenheit aktiv zu steigern und indirekt die Fehlzeiten zu reduzieren, denn zufriedenere Mitarbeiter sind seltener krank. Häufig liegt den Fehlzeiten jedoch ein noch elementareres Problem als die fehlende Anpassung des Unternehmenskonzepts an den demografischen und sozialen Wandel zu Grunde. Die suboptimale Bürogestaltung.

Immer mehr Menschen arbeiten in Büros, sowohl in Voll- als auch in Teilzeit. Dabei ist das Büro der Ort an dem viele Angestellte, abgesehen von den Schlafperioden, die meiste Zeit verbringen. Doch was bedeutet das für die Gesundheit der Angestellten? Mindestens 20 bis häufig über 40 Stunden im Büro in sitzender Haltung vor einem Bildschirm.

Die Auswirkungen auf die physische Gesundheit

Eine nicht optimal auf die individuellen Ansprüche angepasste Möblierung und somit eine fehlerhafte Sitzposition kann dauerhaft zu schmerzhaften Muskelverspannungen im Rückenbereich, Kopfschmerzen und Durchblutungsstörungen führen. Längere Fehlzeiten sind vorprogrammiert. Neben ergonomisch korrekten Möbeln für die Mitarbeiter spielt aber auch der gesamte Aufbau des Büros eine große Rolle für die physische Gesundheit. Trockenen Augen und damit einhergehender frühzeitiger Ermüdung und Konzentrationsschwäche kann durch verbesserte Lichtverhältnisse, idealerweise in Form von Tageslicht, entgegengewirkt werden. Bei der Planung der Räumlichkeiten sollten Unternehmen also einige Aspekte beachten: Im idealen Büroraum würde der Mitarbeiter an einem ausreichend großen, höhenverstellbaren Schreibtisch parallel zum Fenster sitzen, das Raumklima wäre mit ca. 22 Grad und ca. 50% Luftfeuchtigkeit genau angepasst und der Bürostuhl ergonomisch perfekt auf den Mitarbeiter zugeschnitten. Um die Raumluft verschmutzungsfrei zu halten und die Störung durch den von Geräten verursachten Lärm zu minimieren, wären Drucker, Scanner und Faxgeräte in einem separaten Büro untergebracht. Grünpflanzen würden zudem nicht nur zur Verbesserung der Raumluft beitragen, sondern auch das Arbeitsklima freundlicher gestalten.

Folgen für die mentale Fitness

Neben der physischen Gesundheit hat die Bürogestaltung aber auch Auswirkungen auf die psychische Mitarbeitergesundheit. Großraumbüros sind in vielen Unternehmen seit Jahrzehnten der Trend. Ursprünglich waren sie dazu gedacht, die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern zu vereinfachen, das Teamgefühl zu stärken und somit die Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Häufig leidet bei steigendem Stresspegel in der Realität durch die verstärkte Lärmbelastung, schnellere Krankheitsübertragung, den Mangel an Privatsphäre und die unterschiedlichen Tagesabläufe der Mitarbeiter innerhalb des Büros jedoch die Konzentration, die Zufriedenheit und die Gesundheit der Mitarbeiter.

Das Open-Space Bürokonzept als Lösung des Problems?

Auf Grund dessen wird das Open-Space Bürokonzept mit unterschiedlichen Zonen in den letzten Jahren weltweit immer beliebter. Hier werden auf einer offenen Bürolandschaft Gemeinschafts- oder Kommunikationszonen eingerichtet, die Mitarbeiter z.B. zur Erholung vom konzentrierten Arbeiten oder zum Dialog untereinander nutzen können. Somit wird ein erheblicher Teil der Störung und Arbeitsunterbrechung des Großraumbüros vermieden. Um diese weiter zu reduzieren setzen Unternehmen zudem auf Ruheecken zum Telefonieren. Dass dieses Konzept bisher in Deutschland eher selten ist mag unter anderem daran liegen, dass es zum einen recht vorurteilsbelastet ist und zum anderen gewisse Ansprüche an die Unternehmen mit sich bringt.

Eine der vielen Besonderheiten des Konzepts, ist die Tatsache, dass hier keinem Mitarbeiter ein fester Arbeitsplatz zugeordnet ist. Dies scheint deutschlandweit bisher sowohl in den Köpfen der Mitarbeiter als auch der Unternehmer noch negativ belegt zu sein. Gerade im Hinblick auf das Mobiliar stellt das Konzept dementsprechend auch einige Anforderung. Multifunktionales, einfach umstellbares Mobiliar heißt der Schlüssel zur körperlichen Gesundheit im Open-Space-Büro. Abschreckend erscheint zudem die Tatsache, dass für ein gut durchdachtes Open-Space-Büro oftmals mehr teure Bürofläche benötigt, als für andere Lösungen. Hier sollten Unternehmer allerdings berücksichtigen, dass Raumkosten oftmals wesentlich geringer sind als Personalkosten, die u.a. aus Fehlzeiten aufgrund von Stress- und Reizüberflutung in eng belegten Großraumbüros oder Isolation und Vereinsamung in kleinen Einzelbüros entstehen.

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