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Erstmals weniger als 700 000 Schulanfänger

Erstmals weniger als 700 000 Schulanfänger

Weniger Kinder, weniger ABC-Schützen: Die Zahl der Schulanfänger ist in diesem Jahr erstmals unter 700 000 gesunken. Damit macht sich die sinkende Geburtenzahl bemerkbar.

In das neue Schuljahr wurden 691 800 Kinder eingeschult, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Ein Plus gab es demnach nur in Berlin (2,9 Prozent), Brandenburg (0,9 Prozent) und Bayern (0,7 Prozent), in allen übrigen Bundesländern sank die Zahl.

Die Statistik spiegelt die Bevölkerungsentwicklung wider, denn seit Jahren sinkt die Zahl der Geburten. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre lag die Zahl der Schulanfänger in Deutschland noch um 950 000, im Jahr 2001 sank sie nach Angaben der Statistiker zum ersten Mal unter 800 000.

Die Bemühungen der Länder um gemeinsames Lernen behinderter und nichtbehinderter Kinder - die sogenannte Inklusion - zeigen Wirkung: Die Zahl der Erstklässler an Förderschulen, den früheren Sonderschulen, sank um 5,5 Prozent auf rund 23 000. Ihr Anteil an den eingeschulten Kindern insgesamt beträgt noch 3,3 Prozent. Hintergrund ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, die 2009 in Deutschland geltendes Recht wurde.

Die allermeisten Kinder - 95,2 Prozent - wurden an Grundschulen eingeschult, 0,6 Prozent an integrierten Gesamtschulen und 0,8 Prozent an freien Waldorfschulen.