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Geschenktes Geld vom Chef - Geldanlagen für Vermögenswirksame Leistungen

FOTO: Sparschwein © flickr.com / 401(K) 2013
Arbeitnehmer können Geld vom Arbeitgeber umsonst bekommen. Das klingt recht unwahrscheinlich, doch mit den vermögenswirksamen Leistungen (VL oder VWL) kann ein finanzielles Polster angespart werden. Die Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen ist für Arbeitgeber keine Pflicht.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillig gezahlte Sozialleistungen. Wie hoch die Leistung ausfällt ist im Arbeitsvertrag, in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ersichtlich . VL können als Anlageform bezeichnet werden, denn das Geld wird über sechs Jahre angespart. Ein Jahr muss das angesparte Geld ruhen bevor es nach sieben Jahren zur Auszahlung kommt. Eine Besonderheit des VL-Sparens ist, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Regel den gleichen Betrag auf das Sparkonto einzahlen. Sollen 40 Euro monatlich angespart werden, dann liegt die Summe für Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils bei 20 Euro. Zahlt der Arbeitgeber weniger, dann kann die monatliche Einzahlungssumme freiwillig aufgestockt werden. Die Mindestsparrate liegt bei 34,80 Euro, die Höchstrate bei 40 Euro. Die Höhe der Ansparsumme ist jährlich auf 480 Euro begrenzt. Der Staat gewährt eine Zulage von maximal 42,30 Euro im Jahr.

Wer bekommt vermögenswirksame Leistungen?

Jeder volljährige Arbeitnehmer kann vermögenswirksame Leistungen bekommen. Das Recht gilt für Arbeiter und Angestellte. Auch Auszubildende, Soldaten, Umschüler und Praktikanten haben einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Die Leistungen werden erst nach Ablauf der Probezeit gezahlt. Zusätzlich zu den vermögenswirksamen Leistungen gibt es staatliche Förderungen. Um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten, darf das zu versteuernde Einkommen 20.000 Euro im Jahr nicht überschreiten. Bei Verheirateten beträgt die Summe 51.200 Euro. Es können beide Ehepartner gefördert werden, wenn sie ihre Konten getrennt führen. Auch 2014 muss eine Antragsfrist von vier Jahren eingehalten werden und gilt in diesem Jahr erstmals für vermögenswirksame Leistungen von 2010. Beim Bausparen gilt eine Verdienstgrenze von 17.900 Euro für Singles und 35.800 Euro für Verheiratete. Für den Erhalt der Wohnun gsbauprämie liegen die Einkommensgrenzen bei 25.600 Euro (Ledige) und 51.200 Euro (Ehepaare). Die Beiträge für das vermögenswirksame Sparen werden vom Bruttogehalt gezahlt. Die eingesparten Steuern werden im Jahr der Auszahlung von der angesparten Summe vom Finanzamt berechnet. Wird der Arbeitsplatz gewechselt, kann der neue Arbeitgeber die Zahlungen ohne Probleme übernehmen.

Vermögenswirksame Leistungen richtig anlegen

Es gibt verschiedene Anlageformen. Klassisch sind Banksparpläne, Lebensversicherungen oder Bausparen . Mehr Risiko bergen Investitionen in Aktienfonds. In einigen Unternehmen kann das Geld in die betriebliche Altersvorsorge investiert werden. Gute Fonds lassen sich auf speziellen Fondstabellen finden. Der Bundesverband Investment und Asset Management veröffentlicht eine aktuelle Liste aller für das VWL-Sparen zugelassenen Fonds. Bei der Investitionen in einen Bausparvertrag können Sparer flexibel auf das Geld zugreifen und auch Baukredite damit tilgen. Banksparpläne sind eine sichere Anlageform. Steigt der Marktzinns, dann verbessert sich auch die Verzinsung des Sparguthabens. Fondssparpläne gewähren die höchsten Renditen , und bei einer Laufzeit über 10 Jahren werden kaum Verluste eingefahren. Vermögenswirksame Leistungen können nicht in Gold und Silber investiert werden. Eine indirekte Investition in Aktienfonds über Edelmetalle ist jedoch möglich. Die staatliche Förderung wird zudem nur für Aktienfonds gezahlt. Bei vorzeitiger Kündigung des Sparvertrages muss mit hohen Verlusten gerechnet werden.