Karriere mit Lehre: Warum sich für Jugendliche eine Ausbildung lohnt

Karriere mit Lehre: Warum sich für Jugendliche eine Ausbildung lohnt

Die Wirtschaft in der Region weiß, was die Stunde geschlagen hat: Nachwuchs ist schwer zu finden. Deshalb haben die Betriebe für das neue Lehrjahr ihre Ausbildungsbereitschaft gesteigert: Gut 3500 Jugendliche sind eingestellt, nur wenige sind unversorgt, und es gibt Hunderte freie Stellen. A

Das Ausbildungsjahr 2012 ist gelaufen, die Verantwortlichen sind zufrieden. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK), sagt: "Die Karriere mit der Lehre ist in der Region weiter ein Erfolgsmodell." Die IHK-Betriebe haben erneut ihre Ausbildungsleistung gesteigert. 2099 eingetragene Lehrverträge bedeuten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von einem Prozent und gleichzeitig den höchsten Wert seit Jahren. Zum Vergleich: 2003 boten die Betriebe aus Handel, Industrie und Dienstleistung lediglich 1500 Lehrstellen an.

Auch im Bereich der 6000 Handwerksbetriebe ist der Nachwuchs gefragt. Mit 1387 neuen Lehrlingen liegt die Zahl nur minimal unter dem Vorjahr (1400). Manfred Bitter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK), ist optimistisch, dass hier auf den letzten Drücker noch einiges passiert: "Unsere Betriebe haben noch 400 freie Lehrstellen im Angebot." Und für das Jahr 2013 haben die Handwerker bereits 550 freie Lehrstellen bei der HWK angemeldet.

Die duale Ausbildung, in der die Azubis praktisches Wissen in der Firma und Theorie in den Berufsschulen lernen, scheint aber auch bei den Bewerbern an Attraktivität zu gewinnen, wie der Chef der Arbeitsagentur, Wolfram Leibe, sagt: "Zum Vorjahr haben sich 400 Jugendliche mehr bei uns für eine Ausbildungsstelle gemeldet. Genau 3429 Bewerber hatten die Auswahl unter 3700 Lehrstellenangeboten der Wirtschaft." Dabei interessieren sich immer mehr Jugendliche mit Fachhochschul- und Hochschulreife für einen Lehrberuf. Vor vier Jahren lag die Bewerberzahl aus dieser Gruppe bei 400, aktuell sind es über 700.

Für das regionale Netzwerk von IHK, HWK und Arbeitsagentur ein Indiz, wie erfolgreich die duale Ausbildung ist. Die Politik müsse deshalb mehr in Berufsschulen investieren, fordern sie.

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