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Kreativität und Geschick sind gefragt

Kreativität und Geschick sind gefragt

Werbung nehmen viele Menschen über die Medien wahr. Doch auch die Gestaltung und Dekoration in Einkaufsläden soll Kunden zum Kaufen anregen. Darum kümmern sich sogenannte Gestalter für visuelles Marketing.

Neuss (dpa) Marketing spielt nicht nur im Fernsehen oder im Internet eine wichtige Rolle, sondern auch in Geschäften. Denn die Ware muss verkaufsfördernd präsentiert werden. Dafür sorgt zum Beispiel Amado Lavos. Sie plant Dekorationen, fertigt sie in der Werkstatt an und platziert sie im Laden. Lavos ist 20 Jahre alt und macht eine Ausbildung als Gestalterin für visuelles Marketing bei Galeria Kaufhof in Neuss.
Sie hatte schon immer Spaß am Dekorieren, über ein Praktikum wurde sie schließlich auf ihre jetzige Ausbildung aufmerksam. Inzwischen ist sie im zweiten Ausbildungsjahr und begeistert von der Vielfalt in ihrem Beruf. "Man macht jeden Tag etwas anderes und sitzt nicht nur im Büro", sagt die 20-Jährige. Denn Gestalter für visuelles Marketing arbeiten vor allem praktisch. Dazu zählen die Entwicklung von Konzepten, vor allem aber die Präsentation und Dekoration der Waren, zum Beispiel im Einzelhandel. Der Beruf ist deshalb vor allem für Menschen mit viel Kreativität und handwerklichem Geschick geeignet.
Lavos lernt dabei verschiedene Bereiche im Betriebsablauf der Neusser Filiale kennen. Neben der Arbeit bei Galeria Kaufhof besucht sie die Berufsschule, je nach Ausbildungsabschnitt ein- oder zweimal in der Woche. Dort lernen die Auszubildenden die theoretischen Grundlagen für den Beruf, schreiben Konzepte und zeichnen Entwürfe. Die Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing ist sehr beliebt, besonders bei Frauen.
Fast 90 Prozent der Auszubildenden sind Frauen, erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt gab es 2015 laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 657 Neuabschlüsse für die Ausbildung. Das sind immerhin fast 100 mehr als im Jahr zuvor.
Lavos' Arbeitszeiten orientieren sich an den Öffnungszeiten der Filiale. In der Regel arbeitet sie zwischen 8.30 und 17.30 Uhr, auch an Samstagen. Den ganzen Tag ist sie in der Filiale unterwegs. Zum Arbeitsalltag gehören neben der praktischen Arbeit auch Besprechungen im Büro. "Für den Beruf sollte man deshalb auch kommunikativ und teamfähig sein", sagt Lavos. Sie und ihre drei Kollegen sind nur für die Filiale in Neuss zuständig. Bei großen Aktionen oder Dekorationsideen gibt es aber Rücksprachen mit anderen Filialen.
Große Ereignisse, das sind besonders Feiertage und Aktionstage in der Filiale. "An Ostern haben wir mit den Kindern Eier bemalt", erzählt Lavos. Die Planung für solche Aktionen fällt in den Aufgabenbereich der Gestalter für visuelles Marketing. Lavos arbeitet mit verschiedenen Stoffen, beklebt Schilder oder baut kleine Modelle aus Holz.
Natürlich gibt es auch einige Tricks, die Kunden zum Kaufen verleiten sollen. "Ein Pyramidenaufbau und Farbharmonie sind zum Beispiel gut", erklärt Lavos. Dabei kann sie immer wieder eigene Ideen einfließen lassen. Sie ist froh, dass ihre Ausbildung so kreativ und abwechslungsreich ist. "Natürlich gehören aber solche Dinge wie auch aufräumen und putzen dazu", sagt sie.
Gestalter für visuelles Marketing können im Einzelhandel sowie bei Messegesellschaften oder Dekorationsfirmen arbeiten. Wer seine Job- aussichten verbessern will, kann zum Beispiel eine Fortbildung zum Fachwirt in Public Relations oder Visual Merchandising oder ein Studium im Bereich Design oder Innenarchitektur absolvieren. Hannelore Mottweiler vom BIBB geht außerdem davon aus, dass die Arbeit am Computer eine zunehmend größere Rolle für den Beruf spielen wird.Extra: EXPERTEN FÜR WERBUNG UND PRÄSENTATION


(hei) Gestalter für visuelles Marketing entwickeln und realisieren visuelle Gestaltungskonzepte. Sie gestalten Verkaufs-, Präsentations- oder Ausstellungsräume und präsentieren Waren, Produkte und Dienstleistungen. Die Ausbildung dauert drei Jahre, die Ausbildungsvergütung liegt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit zwischen 612 und 995 Euro brutto monatlich, je nach Ausbildungsjahr und Region. Das spätere Durchschnittseinkommen beziffert das Bundesinstitut für Berufsbildung auf 2492 brutto monatlich. Infos im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.marketingverband.de" text="www.marketingverband.de" class="more"%> , <%LINK auto="true" href="http://www.eco.de" text="www.eco.de" class="more"%> und <%LINK auto="true" href="http://www.zbb.de" text="www.zbb.de" class="more"%>