Mitarbeiterzufriedenheit: In Zeiten des Fachkräftemangels entscheidend

Fachkräfte gesucht : Mitarbeiterzufriedenheit: In Zeiten des Fachkräftemangels entscheidend

Die deutsche Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte - die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft, sinkende Geburtenraten und der anstehende Renteneintritt der Babyboomer-Generation setzen die Unternehmen unter Druck. Umso wichtiger ist es für Firmen, gut ausgebildete Mitarbeiter durch attraktive Benefits zu binden.

Globalisierung und Digitalisierung befeuern Fachkräftesuche

In den Achtzigerjahren waren aufgrund der schwachen Konjunktur Ausbildungsplätze Mangelware. Wer heute durch deutsch Großstädte läuft, sieht auf den Werbeflächen jede Menge Kampagnen, die um Azubis buhlen. Fachkräfte sind noch stärker begehrt - in der Pflege ebenso wie in Handwerk und IT-Branche.

Zusätzlich befeuern Globalisierung und Digitalisierung die fieberhafte Suche nach High Potentials, die die hohen Anforderungen aufgrund ihrer State-of-the-Art-Ausbildung erfüllen. Vor diesem Hintergrund ist eine funktionierende Mitarbeiterbindung wichtiger denn je.

Wie Unternehmen auf den Fachkräftemangel reagieren

Je nach Unternehmenskultur und Branche versuchen Firmen auf verschiedene Weise, die Fluktuation und Abwanderungstendenzen innerhalb der Belegschaft so gering wie möglich zu halten. Die Geschäftsführung der Berliner Fonepit AG beispielsweise hat für ihre rund 70 Mitarbeiter eine Feel-Good-Managerin eingestellt. Sie organisiert monatliche After-Work-Events, wöchentliche Mittagessen und Sportangebote. Der Online-Reiseanbieter Travelbird setzt vor allem auf Karriereperspektiven im Unternehmen - und schult seine jungen Mitarbeiter in einer eigenen Akademie.

Der hier beschriebene Finanzdienstleister geht die Mitarbeiterbindung umfassend an: Das Unternehmen bietet seiner Belegschaft ein Betriebsrestaurant, eine Kinderbetreuung, ein Gesundheitsprogramm sowie Weiterbildungen. Solch ein Engagement ist auch öffentlichkeitswirksam: Swiss Life Select erhielt in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge die Auszeichnung "Top Employer Deutschland".

Die Instrumente der Mitarbeiterbindung

Angesichts der wachsenden Erwartungen bezüglich einer ausgewogenen Work-Life-Balance sind zwei Benefits besonders wichtig: flexible Arbeitszeiten und Home Office. Sie sind heute praktisch ein Muss, um junge Leistungsträger ins Unternehmen zu holen und zu halten. Fast ebenso wichtig ist die betriebliche Altersvorsorge: Gerade für eine Generation, die keine ausreichende gesetzliche Rente erwarten kann, gewinnt die finanzielle Vorsorge stark an Bedeutung. Boni und Gewinnbeteiligungen sind ebenfalls wichtige Motivationshilfen.

Auch nicht monetäre Zuwendungen stehen bei Angestellten hoch im Kurs: Firmenwagen, Dienst-Smartphone und eine Kinderbetreuung beispielsweise. Darf dann noch der Hund mit ins Office, profitieren alle von der lockeren Arbeitsatmosphäre.

Ausreichend Instrumente zur Mitarbeiterbindung sind also da. Wichtig ist, dass Geschäftsführung und Personalabteilung die Bedürfnisse und Wünsche der Belegschaft gut kennen - und sich entsprechend verhalten: Eine teure Feier kann zum Beispiel kontraproduktiv sein, wenn lange keine Gehälter erhöht wurden. Wer solche Fauxpas vermeidet und stattdessen ein maßgeschneidertes Maßnahmenbündel zur Mitarbeiterbindung schnürt, kann eigentlich nur gewinnen.

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