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Stress in der Grundschule: Wie man Kinder dagegen wappnet

Stress in der Grundschule: Wie man Kinder dagegen wappnet

Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Leistungsdruck: Jeder dritte Zweit- und Drittklässler klagt laut einer Umfrage über Stress in der Grundschule. Eltern sollten zusehen, dass nicht schon morgens Hektik aufkommt - und nachmittags für Ausgleich sorgen.

Bereits jeder dritte Zweit- und Drittklässler gibt an, von der Schule gestresst zu sein. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage an knapp 5000 Kindern zwischen sieben und neun Jahren hervor, die der Deutsche Kinderschutzbund zusammen mit anderen Initiatoren am Mittwoch (21. November) in Berlin vorgestellt hat.

Demnach ist die Schule für die Kinder fast bundesweit der meistgenannte Stressfaktor, noch vor „Ärger und Streit“ und Auslösern in der Familie. Bereits ein Viertel der Zweit- und Drittklässler fühlt sich oft oder sogar sehr oft gestresst.

Doch auf welche Weise können Eltern ihren Kindern beistehen? Zunächst einmal sollten sie dafür sorgen, dass zu Hause nicht schon beim Aufstehen Hektik aufkommt und die Kleinen gut in den Tag starten, erläutert Stefan Drewes vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). „Das Familienleben ist hektischer geworden. Die Eltern sind morgens oft schon vor den Kindern aus dem Haus“, sagt Drewes. Ein gemeinsames Frühstück und rechtzeitiges Aufstehen könnten aber dafür sorgen, dass die Kinder mit einem guten Gefühl zur Schule gehen.

Haben Eltern das Gefühl, ihr Sohn oder ihre Tochter erlebt in der Schule viel Stress, sollten sie die Gründe dafür herausfinden: Sind es Konflikte mit anderen Kindern? Oder bestimmte Fächer? Auch vor Klassenarbeiten fühlten sich Schüler häufig unter Druck gesetzt. Dem könnten Eltern entgegenwirken, indem sie Rücksprache mit dem Lehrer halten und erfragen: Wo steht mein Kind, wo kann ich mit ihm noch üben? „Das sollte aber mit etwas Vorlauf passieren und nicht erst einen Tag vor der Arbeit“, sagt Drewes, der Vorsitzender der Sektion Schulpsychologie beim BDP ist.

Wichtig sei auch, dass Kinder am Nachmittag einen Ausgleich zum Lernen und Stillsitzen in der Schule haben. Dabei sollte aber nicht die Leistung im Vordergrund stehen: „Also nicht noch im Fußballverein darauf achten, dass mein Kind der Beste ist“, sagt Drewes. Hobbys sollten spielerisch betrieben werden. Damit das Kind genug Ruhe bekommt, muss aber auch Leerlauf möglich sein: „Kinder dürfen auch einmal Langeweile haben, sie kommen dann zur Ruhe und können neue Ideen entwickeln.“

Studie des Kinderschutzbundes (PDF-Format)

In der Umfrage zeigte sich auch, dass Kinder erstaunlich viel darüber wissen, was sie gesund hält. Mehr als die Hälfte weiß, wie sie sich am besten entspannen und Druck abbauen kann. Zwei Drittel kennen viele Bewegungsspiele und die meisten gehen nach draußen, um sich dort auszutoben (70 Prozent). Zum Vergleich: 40 Prozent entspannen vor dem Computer. Mehr als die Hälfte würden sich zudem gerne häufiger einfach mal ausruhen. Fast schon überraschend ist das große Gesundheitsbewusstsein, das die Sieben- bis Neunjährigen zeigen: Vom allseits akzeptierten Sinn des Zähneputzens bis hin zum ausgeprägten Faible für Obst und Gemüse, das vier Fünftel der Kinder oft bis sehr oft konsumieren.