Von Anschreiben bis Lebenslauf: Darauf sollten junge Bewerber achten

Tipps : Von Anschreiben bis Lebenslauf: Darauf sollten junge Bewerber achten

Für viele Heranwachsende stellt sich spätestens mit dem Ende der regulären Schulzeit oder bei der Wahl des Studiums die Frage nach dem zukünftigen Job.

Wo möchte man arbeiten, wo liegen die eigenen Stärken und Interessen, hat der Job zudem noch gute Zukunftsaussichten oder muss man hier - auf der Suche nach seiner Passion - deutliche Abstriche in Kauf nehmen?Doch als wäre die passende Berufswahl für junge Erwachsene nicht schon kompliziert genug, müssen sich Bewerber ebenso mit den Formalitäten des Bewerbungsalltags und dem Herausstechen aus der Masse auseinandersetzen. Worauf es dabei im Anschreiben und im Lebenslauf zu achten gilt und welche kleinen Fallstricke Bewerbungen bereithalten können, erörtert dieser Artikel.

Anschreiben vor Lebenslauf: Der erste Eindruck zählt

Im Gegensatz zum verschriftlichten Werdegang im Lebenslauf steht das Anschreiben am Anfang einer gut aufbereiteten Bewerbungsmappe - lässt man das optionale Titelblatt einmal außen vor. Hier zeigt sich als Erstes, ob sich der Kandidat überhaupt mit der Firma befasst hat und den Ton trifft, den es benötigt, um aus der Masse herauszustechen.

Nicht wenige Bewerber gehen neben der DIN-Norm oft nach dem gelehrten, weitergetragenen Muster vor und benutzen Floskeln zum Einstieg, die jeder Personaler rückwärts mitsprechen kann. Dies kann gut oder schlecht sein - je nachdem, ob der Bewerbungsempfänger vom alten Schlag ist und die klassische Bewerbung bevorzugt oder nicht. Klar ist jedoch: Einen bleibenden Eindruck hinterlässt man mit Sätzen wie "Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als …" oder "Ich bin teamfähig, kreativ und hoch motiviert" sicherlich nicht.

Im Bewerbungsprozess sehen Personaler teils hunderte Anschreiben, aus denen Aspiranten bestenfalls mit einer originellen Einleitung und einem dementsprechenden Mittelteil den nötigen Vorteil ziehen können - wollen sie sich nicht nur auf das Passfoto und die guten Noten verlassen. Bei Letzterem kann es vorkommen, dass andere Bewerber ebenfalls gute Noten vorweisen können, sich darüber hinaus aber auch im Anschreiben von ihrer besten Seite zeigen. Klarer Sieger ist in dem Fall die Person, die dem Personaler ein rundes Gesamtbild vermittelt.

Pluspunkte im Anschreiben sammeln: Know-how über die Stelle

Neben klassischen Aspekten wie Schule, Studium oder den ersten beruflichen Erfahrungen sollte das Anschreiben deshalb eine Aussage über den Bewerber und dessen Qualifikation für die Stelle machen.

Bewerben sich Schüler bzw. Schülerinnen beispielsweise um einen Bürojob bei einem Unternehmen für Metallverarbeitung, wird kaum ein Personaler dem Bewerber glaubhaft abkaufen, dass sich dieser "schon seit dem Werksunterricht für die Arbeit mit Metallen" interessierte. Weitaus plausibler wäre beispielsweise der Verweis auf die nachgewiesenermaßen herausragenden Eigenschaften als Ausbildungsbetrieb, der Azubis eine rundum gute Qualifizierung verspricht und eine gute Quote an Übernahme vorweist. Das zeugt von Interesse und dem Auseinandersetzen mit den Stärken des Betriebs.

Wichtig ist also, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und keine Lügen oder Floskeln aufzutischen. Gerade junge Erwachsene bringen wenig bis keine Berufserfahrung mit, können aber mit ein bisschen Finesse, Interesse und frischen Ansätzen selbst bei durchschnittlichen Noten auf sich aufmerksam machen.

Lebenslauf: Nur die zweite Seite und doch so vorrangig

In Bezug auf den Lebenslauf sind sich Karriereseiten im Netz nicht immer ganz einig, ob dieser nun einen höheren oder geringeren Stellenwert als das Anschreiben besitzt. Diese Frage hat auch das Staufenbiel Institut seinen teilnehmenden 297 Unternehmen gestellt und wollte wissen "Wie Deutschlands Personaler Stellen besetzen". Obwohl die Anschrift standardmäßig auf Seite 1 der Bewerbungsmappe gehört, fällt für rund drei Viertel der Personaler der erste Blick dennoch auf den Lebenslauf. Für 99 Prozent der Befragten zähle der Lebenslauf zudem voll mit ein, wenn es um die Besetzung einer Stelle geht.

Der Lebenslauf sollte deshalb alles andere als beiläufig betrachtet werden und folgt in der Regel einigen einfachen Strukturen. Vor allem junge Erwachsene können schlichtweg nicht mit Berufserfahrung glänzen, weshalb hier eher Informationen über den schulischen Werdegang sowie außerschulisches Engagement festgehalten werden.

Gerade Ausbildungsberufe legen großen Wert auf die Einhaltung gewisser Standards. Als Beispiel ist hier die DIN 5008 zu nennen. Hier gilt es, sich vorab zu informieren und sein Augenmerk darauf zu legen. Denn neben der Kür liegt in der fehlerlosen Einhaltung dieser Norm die simple Pflicht und zeigt, dass man auch in diesen Punkten mit Sorgfalt am Werk ist.

Einteilung ist die halbe Miete

Neben den Gedanken zum eigentlichen Inhalt ist es auch die Einteilung, die für den einen oder anderen Pluspunkt bei der Vergabe der Stelle oder des Ausbildungsplatzes sorgt. Eine umgekehrte Chronologie stellt beispielsweise die aktuellsten schulischen oder beruflichen Ereignisse an den Anfang eines Lebenslaufs, sodass Personaler gleich mit den wesentlichen Infos versorgt werden. Egal ob Ausbildung oder Stellensuche: In der Regel interessiert es die verantwortlichen Personen nicht, ob man in der Grundschule seine Leistungen gebracht hat. Entscheidend sind vielmehr die letzten Stationen.

Auch das Foto spielt eine entscheidende Rolle, denn so gut wie niemand ist frei von dem ersten Eindruck, der auch das Äußere mit einschließt. Ein gepflegtes und gut sortiertes Erscheinungsbild ist beispielsweise bei Kundenkontakt essenziell, während dies bei handwerklichen Berufen eher einen weniger wichtigen Stellenwert einnimmt - was jedoch keinesfalls bedeutet, dass man sich auf dem Passfoto oder im Bewerbungsgespräch gehen lassen sollte.

Professionelle Vorlagen für den perfekt ausgestalteten Lebenslauf finden sich online übrigens reichlich und bieten viele Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung.

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