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Was Selbstständige über Business Intelligence wissen müssen

Schlauere Entscheidung : Was Selbstständige über Business Intelligence wissen müssen

Als Geschäftstreibender muss man tagtäglich anhand der zur Verfügung stehenden Daten über Wohl und Wehe des Unternehmens entscheiden. Business Intelligence hebt die Lösung dieser Problemstellung auf die digitale Ebene.

Es sind Fragen, die wohl schon jedem Firmenchef durch den Kopf gingen: Sind die guten Zahlen der vergangenen sechs Monate nur ein Ausreißer nach oben oder der Hinweis auf einen längerdauernden Trend? Kann die derzeitige Absatzflaute durch das Unternehmen selbst beendet werden - und wenn ja, mit welchen Maßnahmen?

Tatsache ist, dass das Unternehmerdasein von zahllosen Entscheidungen geprägt wird - nicht umsonst wird die gesamte Zielgruppe ja auch einschlägig als "Entscheider" bezeichnet. Genau hier setzt Business Intelligence (BI) an. Ein digitales Konzept, das Entscheidungen erleichtern und präzisieren soll. Der folgende Artikel erklärt alles, was es darüber an Grundlagen zu wissen gibt.

1. Was genau BI eigentlich ist

Schon seit einigen Jahrzehnten ist die Geschäftswelt davon geprägt, dass die Abläufe und Prozesse immer schneller, immer komplizierter werden. Zunächst sorgte das dafür, dass Selbstständige selbst mit großer (erfahrungsbasierter) Expertise nicht mehr allein den Überblick über die Datenflut behalten konnten, die entwirrt werden musste, um Lagebilder zu erkennen, darauf basierend Entscheidungen zu fällen. Es entstanden eigene Berufsbilder, die sich nur mit Sammeln und Analysieren der Geschäftsdaten befassen - der zentrale Beruf in diesem Umfeld ist der des modernen Controllers.

Doch schon in den 1960ern entstanden die ersten digitalen Systeme, die dabei unterstützen sollten, indem sie dem Menschen die Arbeit erleichterten - die sogenannten Management Information Systems - computerisierte Datenauswertung, aber mit der menschlichen Aufgabe, sie zu interpretieren

Und so, wie diese Systeme langsam in der Hierarchie der Unternehmensgröße nach unten durchsickerten, entstanden Nachfolger, die Decision Support Systems. Sie lieferten nicht mehr bloß gefilterte Daten, sondern gaben bereits erste (recht rudimentäre) Entscheidungsvorgaben aus.

Heute befinden wir uns an einem Punkt, in dem sich diese Frühformen von Business Intelligence zu einer volldigitalen, allumfassenden Hilfestellung der operativen Geschäftsführung fortentwickelt haben. Analog zur Industrie 4.0 könnte man es unpräzise als "Geschäftsführung 4.0" bezeichnen:

· Eine vollständige Echtzeit-Analyse von Ist-Werten.

· Ein Vergleichen multipler, darauf basierender Szenarien.

· Eine Ausgabe von Auswirkungen, die sich bei der Wahl dieser Szenarien ergeben könnten.

Oder, einfacher erklärt: Selbstständige bekommen eine hochpräzise, digitale Entscheidungshilfe, durch die sie für vielfältige Aufgabenbereiche genau abwägen können, wie zu handeln ist.

Daraus ergeben sich einige weitere Tatsachen:

2. BI benötigt Tools

Daten stellen sich nicht von selbst zur Verfügung, selbst moderne Büroprogramme können nicht mal annähernd ausreichend analysieren und entscheiden können sie erst recht nicht. Im Gegenteil, seriöse Business Intelligence steht und fällt mit den richtigen digitalen Werkzeugen. Diese müssen in jedem Fall fachmännisch integriert und auf das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Dann aber liefern sie eine weitere Tatsache:

3. BI ist nicht kompliziert

Analysen und Strategieplanungen können sehr "trockene" Bereiche sein, die vor allem lange Zahlenkolonnen produzieren, die nur Spezialisten korrekt interpretieren können. Doch das ist das Schöne an moderner Business Intelligence: Die Programme sind mit Absicht so gestaltet, dass sie Ein- und Ausgabe so "menschlich" wie nur möglich machen.

Sie liefern glasklare Ja/Nein-Visualisierungen, zeigen alles leicht verständlich aufbereitet, lassen sich teilen, modifizieren. Kurz: Sie machen trotz einer viel größeren Datenmenge alles ungleich transparenter als es bei bisherigen Lösungen der Fall war. Der Erfolg:

4. BI macht Entscheidungsfindung einfacher und präziser

Der wohl wichtigste Punkt, den Entscheider sich merken können, ist folgender: Ein sorgsam integriertes BI-Programm nimmt die allermeisten menschlichen Fehlerquellen aus der Gleichung heraus. Kein subjektives Interpretieren von Daten, kein Schönen oder Verschlechtern. Und das alles auch noch durch das ständige Sammeln von Daten in wesentlich kürzeren Zeiträumen:

· Die Entscheidung bleibt zwar beim Menschen. Aber sie wird ungleich präziser gemacht, da ein Geschäftstreibender Aktionen und Reaktionen basierend auf digitalen Prozessen fällen kann, ohne menschliches Fehlerpotenzial.

· Die Entscheidung wird einfacher, da die BI-Programme unmissverständlich und leichtverständlich sagen, was getan werden kann, welche Auswirkungen es haben wird. Abermals ohne fehlerbehafteten menschlichen Ermessensspielraum.

· Die Entscheidung wird schneller, da die Analysen dauerhaft laufen und somit so dicht am Puls der Zeit sind, wie es technisch überhaupt machbar ist.

Letzten Endes bekommen dadurch selbst die Chefs kleinerer Unternehmen eine "Entscheidungs-Schlagkraft", die so bislang nur großen Industriegiganten mit ebenso großen Controlling-Abteilungen vorbehalten war. Denn: heutige BI-Tools sind explizit auch für KMUs tauglich.

5. BI reduziert Kosten

In einer Zeit, in der schon Zögern direkt Verluste bedeuten kann, muss demnach auch bedacht werden, dass Business Intelligence zum Zünglein an der Waage werden kann. Das liegt auch daran, dass BI es unmissverständlich möglich macht, bisherige Lücken aufzudecken und vor allem, sich im Nachhinein als teuer erweisende Fehlentscheidungen konsequent zu verhindern.

Dadurch wird es zum strategischen Schlüsselobjekt. Natürlich kann BI nur so gut sein, wie die Qualität der zur Verfügung gestellten Daten - das bedeutet natürlich zu Anfang Investitionen. Diese Ausgaben werden jedoch sehr zeitnah wieder eingespielt, da die künftige Unternehmens-Ausrichtung frei wird von Eventualitäten und sämtliche Investitionen gezielt eingesetzt werden können, wo sie die meiste Wirkung entfalten.

6. BI hilft, über den eigenen Horizont zu denken

Kein Mensch, sei er auch noch so gebildet und / oder erfahren, ist davor gefeit, zumindest ein wenig subjektiv zu sein. Das beinhaltet nicht nur die Interpretation von Daten, sondern erstreckt sich auch auf das Denken rings um das eigene Unternehmen und das eigene Produkt.

Schon was Kunden jetzt exakt wollen, ist vielfach reichlich schwierig und nur unpräzise herauszufinden. Es wird jedoch immer unpräziser und subjektiver, je größer der Zeitfaktor wird. D.h. je weiter man in die Zukunft sieht.

Auch hierbei bietet Business Intelligence eine Hilfestellung frei von menschlichem Interpretationsspielraum. Basierend auf den heutigen Daten und immer wieder zeitnah ergänzt kann sie dabei helfen, auch in Zukunft die richtigen Schritte zu gehen, um die Kundschaft zufriedenzustellen - egal wie sehr sich deren Wünsche auch noch wandeln werden.

7. BI ist kein Besserwisser

Dabei muss aber auch unterstrichen werden, dass Business Intelligence nicht antritt, den menschlichen Entscheider mittel- bis langfristig überflüssig zu machen. Man wird also als Geschäftsführer durch die Integration eines BI-Systems nicht über kurz oder lang zu einer "Büro-Dekoration".

Im Gegenteil, BI soll es ja nur dem Menschen leichter machen. All die Tools können nur Entscheidungswege mit ihren jeweiligen Konsequenzen offerieren. An der Spitze dessen braucht es immer noch das menschliche Denken und oft genug eine Prise unternehmerisches Gespür.

Fazit

Business Intelligence ist die perfekte Umsetzung der Digitalisierung auf den unternehmerischen Bereich, konkret die Geschäftsleitung und deren Aufgaben. Durch die damit verbundenen Werkzeuge werden Entscheidungen nicht nur schneller, sondern einfacher, präziser und mit einem viel geringeren Unsicherheitsfaktor behaftet. Alles wird transparenter, auch ohne tiefgehendes Wissen leichter verständlich. Business Intelligence hilft somit jedem Selbstständigen, das Maximum aus seiner Firma herauszuholen, Lücken zu schließen und immer eine Nasenlänge vor seinen Konkurrenten zu sein.