Ernährungskolumne: Algen – Gemüse aus dem Meer

Ernährungskolumne : Algen – Gemüse aus dem Meer

In Asien landen sie seit Jahrtausenden auf dem Teller, hierzulande verzehren wir sie bislang selten: Algen.

Seit Sushi boomt, erfreut sich das grüne Meeresgemüse immer größerer Beliebtheit und bereichert auch unseren Speiseplan. Die vielen Algenarten werden vor allem nach ihrer braunen, roten oder blaugrünen Färbung unterschieden. Am weitesten verbreitet dürften die Rotalgen Nori sein. Der Seetang wird getrocknet und geröstet. Seine Blätter umhüllen Sushi-Rollen und halten Reis, Gemüse und Fisch zusammen. Die Braunalge Wakame findet Verwendung in der japanischen Misosuppe und schmeckt kräftig nach Meer. Algenfans sprechen von Superfood, das wertvolle Nährstoffe liefert, wie die Mineralstoffe Magnesium und Zink oder Beta-Carotin. Wer allerdings regelmäßig Vollkornprodukte, Gemüse und Obst isst, ist nicht auf Algenprodukte angewiesen. Zumal sie meist in geringen Mengen verzehrt werden und damit nicht wesentlich zur Nährstoffversorgung beitragen.

Wer Lust hat, selber mit Algen zu experimentieren, kann das einfach tun, sie sind in gut sortierten Supermärkten, Bioläden oder Reformhäusern erhältlich. Da einige Algenarten extrem viel Jod speichern können, sollte man nur Produkte kaufen, die eindeutige Angaben zum Jodgehalt und zur empfohlenen Verzehrmenge machen. Ein plötzliches Überangebot an Jod kann zum Gesundheitsrisiko werden. Das gilt besonders für Menschen mit Schilddrüsen-Problemen. Sie sollten auf den Verzehr von Meeresalgen-Produkten verzichten.

Übrigens dienen in der Lebensmittelindustrie Algen schon lange als Rohstoff für Zusatzstoffe. Die Gelier- und Verdickungsmittel Alginat, Agar-Agar oder Carrageen finden sich in Desserts, Milchprodukten, Suppen, Soßen, Mayonnaisen oder Fleischwaren.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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