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Essig auf dem Prüfstand
Auch günstige Aceto-Balsamico-Produkte überzeugen „Öko-Test“

Auf Tomate und Mozzarella darf dunkler Balsamico-Essig nicht fehlen. Auch günstige Produkte sind geschmacklich einwandfrei, urteilt die Zeitschrift „Öko-Test“. Foto: Andrea Warnecke
Auf Tomate und Mozzarella darf dunkler Balsamico-Essig nicht fehlen. Auch günstige Produkte sind geschmacklich einwandfrei, urteilt die Zeitschrift „Öko-Test“. Foto: Andrea Warnecke FOTO: Andrea Warnecke
Berlin. Einen guten Aceto Balsamico di Modena gibt es im Handel schon für weniger als einen Euro pro Flasche. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 8/2018) nach einer Untersuchung von insgesamt 17 dieser speziellen Essig-Produkte. dpa

Für „gut“ befanden die Tester dabei auch zwei Flaschen vom Discounter. Unter den konventionellen Produkten schnitt der „Isolai di San Giorgio Aceto Balsamico di Modena I.G.P., Nero“ von Acetaia Cazzola e Fiorini am besten ab (Note „sehr gut“, 14 Euro pro Flasche). Auf den Plätzen zwei und drei landeten jeweils mit der Note „gut“ die Produkte von Aldi Nord und Aldi Süd für jeweils 0,99 Euro. Sechs Flaschen bekamen von „Öko-Test“ die Note „befriedigend“, je eine wurde mit „ausreichend“, „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet.

Zu einer Abwertung führte zum Beispiel der Verdacht, dass einem Produkt Zucker zugesetzt sein könnte, der nicht aus den Trauben stammt. Zweifelsfrei feststellen ließ sich das aber nicht, schreiben die Tester. Bio-Produkte führt die Redaktion extra auf. Sie konnten die Tester allesamt überzeugen.

Aceto Balsamico di Modena darf nur so genannt werden, wenn die Endfertigung des Essigs in Modena in Italien stattgefunden hat. Vorgeschrieben sind außerdem ein bestimmtes Mischverhältnis von Weinessig und Traubenmost sowie dass der Essig anschließend mindestens 60 Tage lang in einem Holzfass gelagert wurde.

Mit der ursprünglichen Herstellung des Aceto Balsamico Tradizionale di Modena DOP hat die günstige Supermarktvariante allerdings nicht viel zu tun. Das traditionelle Verfahren ist deutlich aufwendiger: Gekochter Traubenmost wird dafür in offenen Kesseln langsam eingedickt. Mit Wein vermischt, lagert er anschließend 12 bis 25 Jahre lang in Fässern aus unterschiedlichen Hölzern. Das Endprodukt ist im Handel dann auch deutlich teurer.