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Ernährung
Dicke EU: Briten sind Europameister bei der Fettleibigkeit

FOTO: pixabay.com / cocoparisienne
Die Zahl der stark übergewichtigen Menschen in den Industrienationen nimmt immer weiter zu. So viele Dicke wie heute gab es noch nie! In der EU belegen laut einer aktuellen Studie die Briten den ersten Platz im Adipositas-Ranking.

Fettleibigkeit: Mehr als jeder vierte Brite ist viel zu dick

Die EU hat 28 Mitgliedsstaaten. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern sind die Briten Spitze - in der Fettleibigkeits-Skala. Das belegt eine aktuelle Studie der European Society of Cardiology, die unter anderem Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der englischen Universitäten Leeds und Ostanglien auswertete.

Während der EU-Durchschnitt laut Studie bei 23 Prozent liegt, sind 26,9 Prozent der britischen Männer adipös, bei den Frauen sind es sogar 29,2 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland ist etwa jede fünfte Frau (18,5 Prozent) fettleibig. Von Adipositas spricht man übrigens erst bei einem Body-Mass-Index (BMI) größer als 30, nicht jeder Übergewichtige ist auch adipös oder fettleibig.

Fettleibigkeit schädigt das Herz

Starkes Übergewicht belastet das Herz und stellt damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Extrem dicke Menschen sterben in der Regel frühzeitig an Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt oder Herzschwäche.

Fettleibigkeit führt zu Gefäßverfettung, was wiederum die Organe schädigt. Außerdem führt Adipositas in der Regel zu Bewegungsmangel, der ebenfalls der Herzgesundheit abträglich ist. Hierzulande sind allein knapp zwei Millionen Menschen von chronischer Herzschwäche betroffen. Behandelt wird Herzinsuffizienz, so der medizinische Fachbegriff für Herzschwäche, mit ACE-Hemmern und Betablockern. Helfen ACE-Hemmer nicht ausreichend, kommt die neue Wirkstoffkombination Sacubitril und Valsartan zum Einsatz. Studien zeigen, dass Sacubitril und Valsartan die Anzahl von Krankenhausaufenthalten um 21 Prozent senken.

Vorbeugen lässt sich einer Erkrankung des Herzens durch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung. Konkret bedeutet das, den Alkoholkonsum zu zügeln, nicht zu rauchen, Stress zu vermeiden und sich ausgewogenen zu ernähren - das sollten sich auch die Deutschen zu Herzen nehmen.

In Deutschland sind nämlich 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Jeder vierte Erwachsene ist sogar fettleibig. Berufstätige mit Schreibtischjob und wenig Bewegung sind besonders oft betroffen - knapp drei von vier deutschen Männern sind mit Beginn der Rente übergewichtig. Erschreckenderweise sind bereits die meisten Männer in der Altersgruppe 30 bis 35 zu dick. Folge: Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und die koronare Herzkrankheit nehmen zu, das belastet das Gesundheitssystem.