Der Karpfen ist ein beliebetr Fisch zu Silvester.

Kolumne : Vom heimischen Teich auf den Teller

Übers Jahr oft vergessen, gerät der Karpfen zu Silvester Vielen wieder ins Gedächtnis. Der Fisch ist in den Teichen Deutschlands zuhause. Seine Haltung ist unkompliziert und das macht ihn, im Vergleich zu anderen Fischen, die mit Fischmehl gefüttert werden, so umweltfreundlich: Karpfen suchen sich nämlich ihr Futter überwiegend in der Regel selbst, sie müssen kaum zu gefüttert werden. Bei ihnen stehen Algen und Insekten auf dem Speiseplan. Über den Geschmack des Teichbewohners lässt sich streiten, die einen sagen nussig, die anderen moderig. Letzterer beschert ihm den Ruf als Schlammfisch. Der Geschmack verbessert sich, wenn Karpfen vor ihrer Zubereitung noch einige Tage in klarem Wasser schwimmen. Gewöhnungsbedürftig sind auch seine vielen Gräten. Die Exemplare im Handel sind meist bis zu drei Jahre alt und bringen eineinhalb Kilo auf die Waage. Frische Ware erkennt man an einer glänzenden Haut, klaren Augen und dunkelroten Kiemen. Das klassische Gericht rund um den Jahreswechsel ist Karpfen Blau. Ein Sud aus Wein, Essig und Gewürzen sorgt beim Dünsten für die entsprechende Farbe. Allerdings steht dem Fisch auch ein Teigmantel gut. Legt man ihn auf ein Gemüsebett und wickelt alles in Pergamentpapier, schmeckt er aus dem Ofen auch sehr lecker Übrigens: Einige Menschen bewahren eine Schuppe des verputzten Fisches in ihrem Geldbeutel auf. Das bringt angeblich Glück und vertreibt Geldsorgen im kommenden Jahr. Einen Versuch ist es wert.

Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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