Ernährungskolumne der Verbraucherzentrale

Verbraucher : Süßkartoffel, das hippe Gemüse

Sie hat Einzug in Topf und Pfanne von so manchem Haushalt oder Restaurant gehalten: die Süßkartoffel. Knusprig frittiert als Alternative zu klassischen Pommes, cremig püriert im Süppchen oder in ganzer Schönheit als Pell-Knolle zum Quark. Süßkartoffeln bieten Abwechslung. Mittlerweile wird die Knolle in vielen Supermärkten und Wochenmärkten sogar als Standard angeboten.

 Anders als der Name vermuten lässt, ist die Süßkartoffel nicht mit Kartoffeln verwandt. Sie zählt nämlich botanisch zu den Windengewächsen, wie die heimische Acker- oder Zaunwinde und nicht zu den Nachtschattengewächsen wie die klassische Knolle. Süßkartoffeln können je nach Sorte rundlich oder länglich sein und eine braune, purpurrote, gelbliche oder weißliche Schale haben. Unter dieser Hülle stecken nicht nur Vitamine, Mineralstoffe, sondern auch viel Zucker – daher ihr Name. In einer mittelgroßen, gekochten Süßkartoffel von 300 Gramm stecken immerhin 12 Gramm Zucker, ein vielfaches Mehr als in der Stärke-Kartoffel. Im Vergleich zu dieser toppt die süße Variante in Punkto Ballaststoffe, Vitamin A und Vitamin E.

 Als „Batate“ gehört das Wurzelgemüse in vielen tropischen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln. Immerhin rangiert sie auf dem fünften Platz der weltweit produzierten Nahrungspflanzen. Bis die dicken Knollen in unseren Geschäften landen, haben sie allerdings oft eine lange Reise hinter sich: Schiffe und Flugzeuge transportieren sie meist aus Südamerika, China oder Israel – ein ökologischer Wermutstropfen. Deshalb sind Süßkartoffeln nur zu empfehlen, wenn sie keine Langstreckenflüge hinter sich haben. Besser ist es, wenn sie aus Deutschland oder aus europäischen Ländern kommen.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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