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Kolumne Mahlzeit
Heimischer Lauch punktet immer

Susanne Umbach.
Susanne Umbach. FOTO: Stefan F. Saemmer
In der Suppe liefert er die Grundlage, auch im Kartoffelauflauf ist er gern gesehen, im Wok unverzichtbar: Die Rede ist von Lauch, auch Porree genannt. Das Gemüse gehört zu den wenigen Sorten, die ganzjährig frisch aus heimischem Anbau zu haben sind. Bald wird Porree wieder aus dem Freiland angeboten und löst so die Lagerware ab.

Die Schärfe der Stangen ist sehr angenehm und treibt selbst bei rohem Verzehr höchst selten Tränen in die Augen. Daher eignet sich das Gemüse hervorragend auch für die kalte Küche: etwa zum Apfel-Mais-Lauch-Salat. Gekocht schmeckt er sogar leicht süßlich. Zum Würzen von Lauchgerichten braucht es nicht viel: Neben Salz und Pfeffer rundet Muskatnuss den Geschmack ab. Etwas Kümmel macht ihn verträglicher. Für sein charakteristisches scharfes, leicht bitteres Aroma sorgen schwefelhaltige sekundäre Pflanzenstoffe. Ihnen wird eine antimikrobielle Wirkung nachgesagt. Der Tausendsassa Lauch liefert auch viel Vitamin C sowie erwähnenswerte Mengen an dem Vitamin Folsäure und den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Magnesium.

Damit es beim Essen nicht zwischen den Zähnen knirscht, muss Porree sorgfältig gesäubert werden. Zunächst wird der Wurzelansatz mit den Wurzelhaaren abgeschnitten. Dann wird die ganze Stange längs aufgeschlitzt. Jetzt können die Blätter zur Seite gebogen und unter fließendem Wasser abgespült werden. Die Reihenfolge „waschen, schneiden, …“ schont die Nährstoffe besser als umgedreht.

Porree ist ein sehr altes Kulturgemüse. Bei den Römern galt er als milde Liebesstimulanz, bei den Germanen als Muntermacher. In Frankreich glaubte man daran, dass er zu mehr Mut verhilft. Egal wie weit diesen Vorstellungen Glauben geschenkt werden kann, auf jeden Fall bereichert er die Küche.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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