Ernährung: Herausforderung Blätterteig

Ernährung : Herausforderung Blätterteig

Hand aufs Herz, wer hat schon mal beim Blätterteig selbst Hand angelegt? Beim Selber-Rollen braucht man Geduld und Übung, beziehungsweise Tatendrang! Schließlich besteht Blätterteig aus einer Vielzahl an Teig-Schichten mit Lagen aus Fett dazwischen. So wird gerollt und gefaltet und gerollt und gefaltet und so weiter. Wichtig ist, dem Teig Ruhezeiten im Kühlschrank zu gönnen. Das Fett schmilzt dann langsamer, und der Teig ist weniger klebrig. Je nach Rezept kommt auf einen Teil Mehl bis zu einen Teil Butter – das ist auch ohne Füllung und Belag keine leichte Kost, aber eine leckere! Viele greifen lieber zum gekühlten, auf dem Backpapier gerollten Produkt oder zu den Platten aus dem Tiefkühlregal. Etliche Fix-und-Fertig-Produkte werden mit Angaben zur traditionellen Herstellung beworben. Dabei werden Zutaten verwendet, die es in der „guten alten Zeit“ noch nicht gab wie Säuerungsmittel oder Emulgatoren. Zudem setzt die Industrie oft speziell aufbereitetes Fett, Ziehfett, ein. Das eignet sich, um maschinell hunderte hauchdünne Schichten übereinander zu legen. Der Teig wird so regelrecht „aufgeblasen“. Mit dem Ergebnis: viel Volumen, wenig Masse. Nach der Zutat Butter muss man in den Zutatenlisten lange oder gar vergeblich suchen. Schade, denn Butter ist ein Qualitätskriterium, besonders für den Geschmack. Wer sich wenige Zusatzstoffe mit dem Blätterteig einkaufen will, sollte daher die Zutatenliste vergleichen.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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