Kolumne Mahlzeit: Portulak, das unterschätzte Kraut

Kolumne Mahlzeit : Portulak, das unterschätzte Kraut

Portulak, das Kraut mit den ovalen, vollen Blättchen und dem feinen Stiel zählt zu den vergessenen Sommergemüsen. Vielleicht sind die Namen Bürzelkraut, Postelein oder Tellerkraut bekannt – so wurde er früher genannt. Im Mittelalter gehörte Portulak in die Hausapotheke, er wurde bei Sodbrennen und Darmbeschwerden eingesetzt. Auch heute findet er noch in der traditionell chinesischen Medizin Anwendung. Doch was ist dran am und drin im Portulak? Unter den grünen Blattgemüsen ist das Bürzelkraut (Foto: dpa) hinsichtlich des Gehalts an lebenswichtigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren der absolute Spitzenreiter. Er enthält fünf Mal so viel wie Spinat. Wer hätte das gedacht, schließlich werden Omega-3-Fettsäuren eher mit fettem Seefisch, Leinöl und Nüssen assoziiert Diese Fettsäuren beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und können den Blutdruck senken. Im Mittelmeerraum gedeiht das das sonnen- und wärmeliebende Kraut besonders gut, aber auch im heimischen Kräuterbeet kann man ihn erfolgreich pflanzen. Von Mai bis September kann man ihn ernten und das drei Wochen nach der Aussaat. In normalen Supermärkten sucht man das Grünzeug meist vergeblich, fündig wird man eher in gut sortierten Biomärkten oder auf dem Wochenmarkt. Die fein-nussig und säuerlich-erfrischend schmeckenden Blätter und Stängel eignen sich als Beigabe im Salat oder mit Quark auf’s Brot. Warm kann er wie Spinat zubereitet werden und schmeckt auch wunderbar in einer Kartoffelsuppe oder einem Risotto. Fein gehackt können Sie aber auch mit anderen Kräutern eine Kräuterbutter oder mit Öl und Pinienkernen ein Pesto herstellen. Zur Lagerung das Kraut in ein feuchtes Küchentuch einwickeln und ins Gemüsefach legen. Zu beachten ist jedoch, dass es nach spätestens drei Tagen verbraucht werden sollte. Sie können ihn aber auch klein geschnitten einfrieren. Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Susanne Umbach. Foto: Stefan F. Saemmer

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