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Rotwein: Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Kalorien

Genuss : Rotwein als Dickmacher? Wie sich Kalorien beim Genießen sparen lassen

Von Cola weiß man es, von Bier auch - sie gelten als Dickmacher. Wir erklären, warum Rotwein viele Kalorien enthält und warum es auch Unterschiede zwischen den Sorten gibt.

Ein geselliger Abend mit Freunden auf der Terrasse, ein leckeres Menü im Restaurant, kuschelige Zweisamkeit vor dem Kamin – Gründe, einen guten Schluck Rotwein zu genießen, gibt es zuhauf. Dabei wird gerne vergessen, dass Rotwein mehr Kalorien mit sich bringt als dieselbe Menge Bier oder Cola. Von wegen „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“! Obwohl alle vom Bierbauch sprechen, aber niemand sich über den Weinbauch mokiert, schauen wir mal genauer hin.

Die Rotwein-Kalorien stecken in wenigen Bestandteilen

Rotwein besteht hauptsächlich aus Wasser, Alkohol und Zucker. Mit den letzten beiden Bestandteilen ist also schon klar benannt, woher die Kalorien im Rotwein kommen. Andere Inhaltsstoffe wie Säure, Farbstoffe, Gerbstoffe, Aromastoffe und Vitamine machen nur einen Bruchteil aus. Fett ist im Rotwein gar nicht enthalten. Wasser und Zucker bringen die Weintrauben von Natur aus mit. Der Alkohol entsteht erst während der Gärung.

Wie entsteht der Alkohol im Rotwein?

Auf der Haut der Weinbeere befinden sich Hefebakterien. Wenn die Trauben gepresst werden, kommt der Saft aus dem Inneren der Früchte mit den Hefebakterien von außen in Verbindung, manchmal gibt der Winzer auch noch Hefe dazu. Dann beginnt ein chemischer Prozess: die alkoholische Gärung. Die Mikroorganismen verwandeln den Zucker des Traubensaftes in Alkohol. Haben die Trauben also ein gutes Jahr erlebt, viel Sonne und viel Wärme abbekommen, möglichst lange an der Rebe gehangen und eine hohe natürliche Süße entwickeln können, kann ein Wein mit potenziell höherem Alkoholgehalt entstehen als in kalten und verregneten Jahren.

Was bedeutet der Alkoholgehalt von Rotwein für seine Kalorien?

Im Wein wird der Alkoholgehalt mit Volumenprozent (Vol.-% oder % vol) angegeben. Wein enthält in der Regel zwischen 9 und 14 Volumenprozent Alkohol. Bei  72–104 Gramm Alkohol pro Liter und etwa sieben Kalorien (kcal) pro Gramm Alkohol bedeutet das: Je mehr Alkohol im Rotwein ist, desto mehr Kalorien hat er – und zwar ganz unabhängig davon, ob er süß oder trocken schmeckt.

Warum hat Rotwein in der Regel einen höheren Alkoholgehalt als Weißwein?

Es ist wie beim Kochen: die Zubereitung macht den Unterschied. Helle Trauben für Weißwein werden normalerweise schnell gepresst, der Saft wird also von der Haut getrennt. Rote oder blaue Trauben für Rotwein bleiben mit Haut tage-, manchmal auch wochenlang auf der sogenannten Maische liegen. Dadurch können die Hefebakterien ganze Arbeit leisten und viel natürlichen Fruchtzucker in Alkohol umwandeln.

Kann man die Kalorien pro Glas Rotwein genau bestimmen?

Rotweingläser haben - im Gegensatz zu Biergläsern  - selten eine Eichung, zumindest nicht im Privathaushalt. Es gibt größere, kleinere, höhere und breitere Gläser. Je nach Sorte tragen sie dazu bei, das Aroma des eingeschenkten Wein zu entfalten. Weinkenner füllen die Gläser dazu auch nie bis an den Rand. Wer also bei einem Rotwein auf die Kalorien achten will, sollte nicht nur die Gläser zählen, sondern abschätzen, welche Menge getrunken wurde. Die Gastronomie hingegen schenkt Rotwein meist als Achtelliter oder Viertelliter aus.

Hier eine Auflistung beliebter Rotweinsorten und ihrer Kalorienangaben, wie gängige Wein- und Ernährungsportale sie deklarieren. Angegeben sind immer die Kalorien auf 100 Milliliter, in Klammern hochgerechnet auf 1/8 Liter und ¼ Liter.

  • Barbaresco : 68 kcal (85 /170)
  • Barbera: 85 kcal (106/212)
  • Barolo: 80 kcal (100/200)
  • Blaufränkisch: 64 kcal (80/160)
  • Cabernet Franc: 83 kcal (103,75/207)
  • Cabernet Sauvignon: 83 kcal (103,75/207)
  • Carignan: 74 kcal (92,5/185)
  • Chianti: 84 kcal (105/210)
  • Clairet: 83 kcal (103,75/207)
  • Dornfelder: 79 kcal (98,75/197,5)
  • Grenache: 80 kcal (100/200)
  • Lemberger: 80 kcal (100/200)
  • Merlot: 83 kcal (103,75/207)
  • Mourvèdre: 88 kcal (110/220)
  • Primitivo: 76 kcal (107,5/215)
  • Rioja: 83 kcal (103,75/207)
  • Sangiovese: 86 kcal (107,5/215)
  • Spätburgunder/Pinot noir: 86 kcal (107,5/215)
  • Syrah/Shiraz: 83 kcal (103,75/207)
  • Tempranillo: 77 kcal (96,25/192,5)
  • Zinfandel: 88 kcal (110/  220)
  • Zweigelt: 72 kcal (90/180)

Wie kann man beim Rotwein auf Kalorien verzichten?

Die erste Grundregel lautet: Rotwein ist ein Genussmittel und kein Durstlöscher! Wer zu seinem Rotwein immer ein Glas Wasser dazu trinkt, trinkt automatisch weniger Wein.

Die zweite Grundregel, die man kennen sollte: Alkohol macht Hunger. Deshalb besteht die Gefahr, nicht nur durch den Rotwein viele Kalorien aufzunehmen, sondern vor allem durch den Snack dazu. Körpereigene Prozesse bei der Verwertung von Alkohol signalisieren eine Unterzuckerung, die gestillt werden will. Meist durch Lust auf etwas Deftiges, da die Nieren bei vermehrter Tätigkeit eben auch vermehrt Salze ausscheiden. Doch da gilt es aufzupassen: 100 Gramm Chips oder Flips haben über 500 Kalorien, 100 Gramm Gouda rund 350 Gramm. Wie wär’s stattdessen mit etwas rohem Schinken (127 kcal/100g) und ein paar Oliven (36 kcal/10 Stück)?

Und die dritte Grundregel: Beim Einkauf im Supermarkt, in der Vinothek oder beim Winzer nicht nur auf Name, Herkunft, tolle Flasche oder schönes Etikett achten, sondern immer mal einen Blick auf die Prozentangabe werfen. Bei einem Alkoholgehalt zwischen 9 und 14 Prozent hat man es selbst in der Hand, wie viele Kalorien der Rotwein haben darf.