Wein-Lexikon Sauvignon Blanc: Der „Wilde“, den man schnell erkennen kann

Sauvignon Blanc ist eine der häufiger angebauten Rebsorten. Wir beantworten häufige Fragen rund um den Wein mit den charakteristischen Aromen.

 Sauvignon Blanc gehört zu den häufiger angebauten Rebsorten.

Sauvignon Blanc gehört zu den häufiger angebauten Rebsorten.

Foto: Getty Images/iStockphoto/Aleksandr_Vorobev

Stachelbeere, Gras, Grapefruit, Paprika: Wer diese Aromen in der Nase hat, kann fast immer sicher sein, dass es sich um einen Sauvignon Blanc im Glas handelt. Sauvignon Blanc, auch Blanc Fumé, oder Sauvignon Jaune genannt, ist eine Weißweinsorte, die weltweit verbreitet ist. Die Rebsorte gehört zu den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten der Weinwelt und ist die zweitwichtigste weiße Qualitätssorte nach Chardonnay.

Ist Sauvignon Blanc ein guter Wein?

Natürlich ist Sauvignon ein guter Wein, anders als zum Beispiel viele Burgunderrebsorten handelt es sich hier um eine aromatische Rebsorte, die je nach Herkunft durch ein Spektrum von grün-grasig bis exotisch-fruchtig geprägt ist. Das markante Aroma eines Sauvignons ist leicht zu erkennen. Mit dem Ergebnis, dass sogar Endverbraucher, die sich nicht zwingend mit Wein auskennen, ihn am Duft erkennen können – und damit ein schönes Erfolgserlebnis bei einer Verkostung haben.

Ist Sauvignon Blanc trocken oder lieblich?

Ein Sauvignon präsentiert sich meistens trocken. Wenn er exotisch-fruchtig ausgebaut wurde, er kann auch ab und zu mal ein bisschen lieblicher schmecken. Aber generell ist er trocken mit leicht süßlichen Anklängen, erklärt Klaus Wählen, Weinexperte aus Düsseldorf. Typisch sind grasige, grüne, fast kräutrige Aromen und deutliche Duftnoten, die an grüne Früchte wie Stachelbeeren, an Grapefruit, an grüne Paprika, an Bohnen oder an Spargel erinnern.

Ist Sauvignon Blanc ein Riesling?

Nein, ein Sauvignon ist eine eigene Rebsorte, ebenso wie Riesling eine eigene Rebsorte ist. Beide Rebsorten haben nichts miteinander zu tun.

Ist Sauvignon Blanc Weißburgunder?

Nein, ein Weißburgunder ist eine andere Rebsorte als der Sauvignon, beide Weine haben nichts miteinander zu tun.

Zu welchem Essen passt ein Sauvignon Blanc?

Sauvignon passt zu relativ vielen Gerichten, vor allem leichten Sommergerichten wie Salat oder andere Vorspeisen – Hauptsache es ist Grün in der Speise – bis hin zu leichten Fleisch- und Fischgerichten. Christina Fischer, Sommelière aus Köln, empfiehlt zum Beispiel eine Terrine von mediterranem Gemüse mit Sauce Romesco oder einen Salat mit gebratenen Jakobsmuscheln, Mango, Pfirsich, Grapefruit und Pinienkernen. Die wirklich optimale Kombination für Sauvignon aber ist frischer Ziegenkäse, den man zum Beispiel auf einem Salat als kleine Vorspeise servieren kann. Ganz generell wird zu Gerichten mit viel Säure auch ein säurebetonter Weißwein wie eben der Sauvignon Blanc empfohlen.

Welcher Sauvignon Blanc ist der Beste?

Das ist wie immer eine individuelle Geschmacksfrage und hängt von der bevorzugten Stil-Richtung ab. Mag man dieses grün-grasige von Sauvignons aus Neuseeland oder Australien oder lieber das exotisch-fruchtige in den Weinen von der Loire? Oder doch lieber die fruchtbetonten aus Südfrankreich? Sauvignon hat auf jeden Fall eine knackige Säure, schmeckt frisch und bietet sich als idealer Sommerwein an. Als Gastgeber macht man nichts verkehrt, wenn man ihn zum Beispiel als Aperitif anbietet – ein Sauvignon Blanc sorgt immer für Gesprächsstoff, weil er eine lebhafte Frische und eine schöne Säure hat. Und so ganz nebenbei punktet dieser Wein mit einer relativ geringen Kalorienzahl von rund 80 pro 100 ml.

Woher stammt Sauvignon Blanc?

Außerhalb Frankreichs – wie vor allem an der Loire und in der Region um Bordeaux – wächst Sauvignon in Italien, dort vor allem in der Region Friaul und in Südtirol. Einen großen Karrieresprung machte die Rebsorte aber vor vielen Jahren im kühlen Klima von Neuseeland, wie in Marlborough, und ebenso in Südafrika. Seit vielen Jahren bringen aber auch etliche deutsche, vor allem jüngere Winzer in Rheinhessen oder der Pfalz tolle Sauvignons hervor. Der Sauvignon Blanc ist mit dem Cabernet Sauvignon verwandt und Ergebnis einer natürlichen Kreuzung zwischen Traminer und Chenin Blanc, die vermutlich im 18. Jahrhundert im Bordeaux stattgefunden hat. Der Klassiker aller Sauvignon Blancs aber stammt aus dem Loire-Tal. Er ist die wichtigste Weißweinsorte des Anbaugebietes Poilly-Fumé und Sancerre. Generell braucht der Sauvignon Blanc warme und sonnige Lagen, er liebt aber auch das Meer.

Was bedeutet Sauvignon Blanc auf Deutsch?

Sprachwissenschaftler führen Sauvignon auf das französische „sauvage“, auf Deutsch „wild“, zurück.

Wie trinkt man einen Sauvignon Blanc?

Er sollte auf jeden Fall gut gekühlt getrunken werden. Zum Trinken eignet sich ein schmales und hohes Weinglas am besten. Ein solches Glas kann Frucht und Säure des Sauvignon Blanc gut und harmonisch ausbalancieren. Man kann diesen Wein außerdem jung trinken, ein Sauvignon muss nicht über Jahre weggelegt werden. Gleichwohl lässt sich ein Sauvignon Blanc gut über einige Jahre lagern, weil er oft einen höheren Alkoholgehalt hat. Vor allem eine Auslese eignet sich zum Lagern. Der Wein sollte dann in einem dunklen, kühlen Raum liegen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort