1. Magazin
  2. Ernährung

Schwarzriesling: Vom einfachen Wein bis hin zum Champagner

Wein-Lexikon : Schwarzriesling: Eine Traube für einfachen Wein - aber auch für Champagner

Wussten Sie, dass Schwarzriesling nichts mit Riesling zu tun hat? Es ist nicht das Einzige, was Weinfreunde über diesen Rotwein wissen sollten. Wir verraten noch mehr.

Nur weil das Wort Riesling in seinem Namen vorkommt, muss der Schwarzriesling nicht verwandt mit ihm sein. Die Württemberger lieben diesen roten Wein als sogenannten Dämmerschoppen und konsumieren ihn am liebsten aus der Literflasche. Aber: Er wird als Pinot Meunier auch als eine von mehreren Zutaten für den Champagner verwendet.

Wie schmeckt Schwarzriesling?

Der Schwarzriesling gehört zu den Burgunderrebsorten und ist daher ein filigraner, feinfruchtiger Rotwein, der sich rubinrot bis ziegelrot im Glas präsentiert. Er ähnelt stark dem Spätburgunder, auch wegen der helleren Farbe. Er zeigt sich samtig und mit feiner Säure, hat oft ein Aroma von Himbeere, Erdbeere oder Brombeeren. Schwarzriesling hat eine milde Säure, die als animierend beschrieben wird.

Ist Schwarzriesling trocken?

Ausgebaut werden trockene, halbtrockene, aber auch fruchtsüße Varianten. Das Angebot im Qualitätsweinbereich dominiert, daneben gibt es jedoch auch Kabinettweine und Spätlesen.

Ist Schwarzriesling ein guter Wein?

Es gibt ihn in allen Qualitätsstufen. In manchen Regionen war er zeitweise ein Massenträger und wurde vielfach auch in Literflaschen abgefüllt. Wenn man seinen Ertrag reduziert und den Schwarzriesling im Holzfass reifen lässt, kann er seine burgundische Tiefe noch mehr hervorbringen und wird zu einem eleganten Rotwein und bietet sich immer mehr als Alternative zu einem Spätburgunder an.

Welcher Schwarzriesling ist der beste?

Der Schwarzriesling ist der beste, dessen Ertrag reduziert worden ist. Das bedeutet: Während der Reifezeit schneidet der Winzer Triebe und Zweige aus dem Rebstock, dadurch werden in den bestehenden Zweigen und Beeren mehr Extrakt und Frucht konzentriert. Einen guten Schwarzriesling bietet zum Beispiel der Winzer Konrad Schlör in Reichholzheim in Tauberfranken an. Er reduziert den Ertrag, lässt den Wein über Monate in Holzfässern reifen und keltert daraus großartige Spätrieslinge, elegante Burgunderweine, die den Vergleich mit ihren französischen Vorbildern nicht fürchten müssen.

Wie trinkt man Schwarzriesling?

In Württemberg wird er immer noch vor allem im Heilbronner Land als unkomplizierter Vesperwein und sogenannter Dämmerschoppen getrunken. Man kann ihn vor dem Genuss leicht kühlen, dann wirkt er noch erfrischender. Aber generell liegt die Trink-Temperatur eines roten Weins bei etwa 16 Grad.

Was passt zu Schwarzriesling?

Schwarzriesling ist ein vielseitiger Essensbegleiter, er passt zu kalten Speisen, aber auch zu Lamm oder einem Pilz-Gericht. Etwas kräftigere Varianten des Schwarzrieslings begleiten neben den Fleischgerichten auch milde Käsesorten. Vielfach kann der Schwarzriesling bei Tisch alternativ zum Spätburgunder eingesetzt werden.

Wo wird Schwarzriesling angebaut?

Angebaut wird er in der Champagne, wo er auch als einer von drei Grundweinen für Champagner verwendet wird. Er wird dort auf etwa 11.000 Hektar angebaut und landet damit auf dem zehnten Platz in der Statistik der am meisten angebauten Rebsorten in Frankreich. Damit nimmt er den Mittelplatz zwischen Pinot Noir und Chardonnay ein. Aber auch in Württemberg, wo er übrigens auch für den dort typischen Schillerwein verwendet wird, wächst Schwarzriesling sowie ein wenig in Baden und in Oregon/USA. Der Schwarzriesling stellt im Vergleich zum Spätburgunder geringere Ansprüche an Lage und Boden. Die unkomplizierte Sorte dieses Wein liebt die kräftigen Löß-Lehm-Böden, heißt es beim Deutschen Weininstitut.

Welche Bedeutung hat der Schwarzriesling?

In der Steiermark (dort heißt er Blaue Postitschtraube), im Elsass und in der Champagne ist er als Pinot Meunier heimisch; er ist Bestandteil vieler Champagnercuvées. Im Ursprungsgebiet Burgund zählt er dagegen nicht zu den zugelassenen Qualitätsweinen. In Deutschland beschränkt sich der Anbau des Schwarzrieslings, auch Müllerrebe genannt, weitestgehend auf Württemberg, heißt es beim Deutschen Weininstitut. Dennoch erreicht die Sorte einen Anteil von knapp zwei Prozent an der deutschen Rebfläche. 2021 waren rund 1800 Hektar mit der Rebsorte bestockt, 1245 Hektar davon im Anbaugebiet Württemberg. Daneben wächst der Schwarzriesling noch in Nordbaden, in der Pfalz, Rheinhessen und Franken, das aber nicht in großen Mengen.

Welche Geschichte hat der Schwarzriesling?

Er gilt als eine Mutation des Pinot Noir oder Spätburgunder, wurde 1690 zum ersten Mal erwähnt und ist kein Verwandter des Rieslings. Mit ihm gemeinsam hat er nur die späte Reife und die Traubenform, heißt es beim Deutschen Weininstitut. Seine Vorfahren sind im Burgund zu finden. Die (an der Unterseite der Blätter) stark behaarte Mutation des Blauen Spätburgunders wurde wohl schon vor Jahrhunderten ausgelesen. Das deutsche Synonym für Schwarzriesling ist „Müllerrebe“. Diese Bezeichnung nimmt auf die Behaarung von Blättern und Triebspitzen Bezug, die wie mit Mehl bestäubt aussieht. In Frankreich lautet die Bezeichnung „Pinot Meunier“. Die Rebenzüchtung in Heilbronn und Weinsberg entwickelte die Sorte qualitativ weiter, sodass sie eine gewisse Verbreitung erfahren konnte.

Warum wird Schwarzriesling für Champagner verwendet?

Die Rebsorte Schwarzriesling, die in Frankreich Pinot Meunier heißt, hat ein gutes Alterungspotenzial, schmeckt weich und fruchtig und rundet die Assemblage für den Champagner perfekt ab.