Skrei ist eine spezielle Kabaljau-Art.

Mahlzeit : Fischschmaus zu Ostern

Wer jetzt in der Fischauslage oder in Werbeanzeigen zum Ostermenü auf Skrei aufmerksam wird, muss nicht an seinen Fisch-Kenntnissen zweifeln. Es ist keine neue Fischart, sondern eigentlich ein alter Bekannter in den Kochtöpfen: der Kabeljau.

 Allerdings ein besonderer: Bereits ab Dezember tritt der geschlechtsreife Winterkabeljau, im Alter von fünf bis sieben Jahren, seine lange Reise von der eisigen Barentssee gen Süden an. Das Ziel sind die etwas wärmeren Laichplätze vor der nordnorwegischen Küste – in den Lofoten. Nicht umsonst heißt Skrei „Wanderer“.

Ab Januar wird „das Gold der Lofoten“ gefangen, Februar bis April gilt als Spitzensaison. Nach dem Laichen tritt der Skrei im April wieder seine Rückreise in Richtung Barentssee an. Damit ist auch Ende April die Skrei-Saison vorbei.

Skrei ist eine geschützte Marke. Nur zertifizierte Betriebe in Norwegen dürfen ihn verarbeiten und mit dem Qualitätssiegel versehen. Alle Beteiligten an der Lieferkette müssen sich an strenge Richtlinien halten.

Heute ist der Skrei der einzige Kabeljaustamm, dessen Bestände dank der Quotenpolitik der Norweger und Russen recht stabil sind.

Der Winterkabeljau ist sehr mager, hat ein recht festes Muskelfleisch und schmeckt besonders gut. Er kann nach allen gängigen Rezepten zubereitet werden. In Nordnorwegen liebt man besonders das traditionelle Eintopfgericht Mølje.

Hierbei wird alles vom Skrei verwertet, nichts kommt weg. Der pochierte Kabeljau wird mit der Zunge, Rogen und Lebersoße serviert. Das unterstreicht die Wertschätzung für den besonderen Fisch.

Rund 95 Prozent des Fangs werden aber getrocknet und zu Stock- oder Klippfisch verarbeitet. Die traditionelle norwegische Handelsware ist auch im Süden Europas beliebt. So landet sie beispielsweise als Balcalhau in Portugal in zahlreichen Speisen.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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