Tiktok-Hype aus Mexiko Takis Chips: Das steckt hinter den schaurig scharfen Snack

Update | Trier · Da bleibt kein Auge trocken – denn die Schärfe gehört bei diesem Trend-Snack einfach dazu. Wir erklären, was es mit den Takis-Chips auf sich hat und wo man sie in der Region bekommt.

Gerollte Maischips: So sehen Takis aus
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Was Takis sind - und wieso sie ein Trend sind

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Foto: TV/Miguel Castro

Was sind Takis?

Takis sind ein Snack aus Maismehl, der originär aus Mexiko kommt und die Form frittierter Maisfladen in gerollter Form hat. Und die können es in sich haben: Takis sind grundsätzlich scharf, allerdings je nach Produkt mit unterschiedlichem Grad. Möglich macht es das Chili-Gewürz im Gebäck – was kein Wunder ist, bedenkt man das Herkunftsland der Takis: In Mexiko gehört Chili (dort: Chile) zu praktisch jedem Essen dazu – meistens in Form einer roten oder grünen Soße. Selbst Bier kann so „verschärft“ werden und nennt sich dann „Michelada“.

Was bedeutet das Wort „Takis“?

Im Begriff Takis versteckt sich das spanische Wort „Taco“ (gesprochen Tako). Das sind kleine Tortillas aus Maisfladen von der Größe einer Hand. Die werden üblicherweise mit Käse, Fleisch und auch Gemüse befüllt und können offen, umgeklappt oder gerollt verzehrt werden. Sie können aber auch frittiert als Maischips verwendet werden. Eine ähnlich wie die Takis-Chips gerollte und krosse Variante (aber größer und aus gelbem Maismehl) ist bekannt als „Flauta“ (Flöte).

 Wie schmecken die Takis-Chips? Die Snacks sind in Sozialen Medien - wie hier auf Tiktok - derzeit ein Trend.

Wie schmecken die Takis-Chips? Die Snacks sind in Sozialen Medien - wie hier auf Tiktok - derzeit ein Trend.

Foto: TV/volksfreund.de

Wer hat die Takis erfunden?

Takis sind eine Erfindung des mexikanischen Unternehmens „Bimbo“ aus dem Jahr 1999. Der mexikanische Lebensmittelgigant, gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg, ist mit etlichen Marken in 34 Ländern präsent. Seine Produktpalette umfasst abgepacktes Brot, Brötchen, Snacks, Tortillas und Gebäck. Zu Bimbo gehören beispielsweise in Mexiko eine Konditorei-Kette (El Globo), eine Snack-Abteilung namens Barcel (die produziert die Takis-Chips und andere Knabbereien) und die Oroweat-Brotmarke auf dem US-amerikanischen Markt. Erkennungssymbol des Konzerns ist der „Osito Bimbo“, ein weißer Bär mit einer Bäckermütze.

Welche Takis-Sorten gibt es?

Hersteller Barcel-Bimbo wirbt unter anderem mit folgenden Geschmackssorten:

  • „Original“, grüne Verpackung
  • „Fuego“ („Feuer“), lila Verpackung und schärfer
  • „Volcano“, mit Käsegeschmack
  • „Huakamoles“ (gesprochen Uaka-moles), mit Geschmack nach Avocado. Ein Avocadodip wird als Guacamole bezeichnet. Laut Hersteller mit dem „ruhigsten“ Schärfegrad.
  • „Blue heat“ (scharf), aus blauem statt sonst gelbem Maismehl, dazu mit blauem Farbstoff

Wie scharf sind Takis?

Takis gab es lange Zeit nur in Mexiko und (ab 2004) in den USA. Erst in den letzten Jahren sind sie auch in Europa immer wieder erhältlich geworden. In Sozialen Medien stellen Nutzer die Takis-Chips vor, greifen direkt in die Tüte – und machen dabei vor allem mit der Marke „Blue Heat“ unterschiedliche Erfahrungen.

So beschreibt ein Tiktok-User namens „junkfoodguru“ den Schärfegrad als „Die brennen wirklich ganz schön, aber ich find sie nicht übertrieben scharf“. Hingegen empfindet sie ein weiterer Tester - „bennyfoodcheck“ - die Takis als „superscharf“. Am Digital-Desk von volksfreund.de machen wir selbst die Probe und unsere Finger blau. Das Ergebnis ist unterschiedlich: Einer Kollegin sind die Chips zu scharf, der andere greift gleich nochmals in die Tüte hinein.

Sind Takis ungesund?

Auf Tiktok kursieren Videos, wonach vor allem die blauen Takis gesundheitsgefährdend seien, die Rede ist gar von Krankenhausaufenthalten. Überprüfen lassen sich diese Aussagen nicht. Dass Chips & Co nicht übermäßig konsumiert werden sollten – allein schon wegen des hohen Natriumgehalts – dürfte allerdings kein Geheimnis sein. Heißt: Wer zu viel davon isst, muss sich nicht über Unwohlsein oder Bauchschmerzen wundern. Und abgesehen davon: In 100 Gramm Takis stecken rund 500 Kilokalorien (kcal) – der Energiebedarf eines Jugendlichen liegt bei etwa 2000 kcal. Gesundheitsbewusste Konsumenten sollten daher einen Blick auf die Nährwerttabelle der Verpackung werfen.

Zu viel Chile? Das hilft, wenn der Mund brennt

„Mein Mund ist weggebrannt“, steht in einem Kommentar unter einem der vielen Clips im Internet. Schuld daran ist der Chili-Schärfestoff Capsaicin. Wer aber nun zwecks Linderung zu einem Glas Wasser greift, liegt falsch: Capsaicin löst sich in Fett oder Öl auf, nicht aber im Wasser. Besser also ein Glas Milch trinken, wenn die Schärfe im Mund überhand nimmt - oder es mit dem Konsum der scharfen Chips nicht übertreiben.

Wo gibt es die Takis in Trier und Umgebung zu kaufen?

Takis gehören nicht zum Standardsortiment der Supermärkte in Deutschland, können aber nach Angaben in sozialen Medien in einzelnen Läden zu finden sein. In Trier verkauft sie zum Beispiel der Südkiosk in der Saarstraße oder die Snack-Box am Paulusplatz. Auch im Rewe-Markt am Wasserweg in Trier-Nord wurden sie schon gesichtet. Ebenfalls haben die Edeka-Läden in der Saarstraße in Trier und in Wittlich den Snack im Sortiment, wie es auf TV-Nachfrage hieß. Der Rewe Jan Müller in Bitburg könnte sie bald dem Sortiment hinzufügen.

Vermutlich dürften die hiesigen Takis-Bestände vor allem aus der Hand der Trierer Großhandelsfirma AK-Trade Handel und Vertrieb stammen. „Wir sind in der Region wohl die ersten gewesen, die die Takis auf den Markt brachten“, sagt Firmeninhaber Adi Kupusovic auf Nachfrage. Vor vier bis drei Monaten hatte das Unternehmen damit begonnen, das „Trend-Produkt“ in der Region auszuliefern. Neben den genannten Läden sind das beispielsweise auch 50 Tankstellen in Rheinland-Pfalz und Saarland und Selbstbedienungsautomaten, von denen zwei in Trier (Luxemburger Straße) und in Igel stehen. Am gefragtesten sei die Sorte „Blue Heat“, wöchentlich werde eine Palette für die Einzelhändler mit den Snacks bereitgestellt. „Es gibt einen Bedarf“, sagt Kupusovic.

Fragt man in den Läden nach, erhält man ähnliche Antworten. „Kinder, Teenager, junge Erwachsene“ würden die Takis kaufen, sagt eine Verkäuferin in Trier-Süd. Und vor der Snack-Box räumt eine Schülerin der benachbarten Berufsbildenden Schulen ein, nach dem Chips „süchtig“ gewesen zu sein. „Ich kannte sie schon länger“, über einen Anbieter auf Tiktok hatte sie damals die scharfen Tortillas bestellt.

Statt im stationären Handel lassen sich Takis-Chips übrigens auch im Internet beziehen. Einzelne Online-Shops bieten dort 60-Gramm-Tüten ab drei bis vier Euro an, plus Versandgebühren. Allerdings ist der Preis nach oben offen, und das teils deutlich - so wie im Einzelhandel vor Ort.

Kann man Takis auch selbst herstellen?

Takis Chips: Hier gibt es sie in Trier und Region zu kaufen
Foto: TV/Miguel Castro
Eine weitere Takis-Sorte, hier aber aus dem mexikanischen Handel, wo zuckerreiche Snacks mit schwarz-weißen Warnhinweisen markiert werden.

Eine weitere Takis-Sorte, hier aber aus dem mexikanischen Handel, wo zuckerreiche Snacks mit schwarz-weißen Warnhinweisen markiert werden.

Foto: TV/Miguel Castro

Ja, das geht. Auf Youtube finden sich diverse Clips, in denen User die kleinen Röllchen aus eigenem Mais- oder Weizenteig herstellen, frittieren und anschließend in einen Gewürzmix tauchen. Fertig sind die Homemade-Takis. Wer also keine im Geschäft finden kann: Selbst zubereiten in der eigenen Küche geht auch. Und vielleicht sind sie dann nicht so scharf (oder brennen vielleicht sogar noch mehr auf der Zunge).

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