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Topping für's Butterbrot: Sprossen ziehen, aber sicher

Nachhaltiger Leben : Topping für's Butterbrot: Sprossen ziehen, aber sicher

Selbst die langweiligste Stulle sieht mit Sprossen aus wie im Café. Wer die selbst zieht, spart Geld und vermeidet Müll. Doch Vorsicht: Mit den Keimlingen holt man sich eventuell Keime auf den Teller.

Nicht jeder hat einen Garten oder Balkon, um selbst etwas anzupflanzen. Sprossen jedoch lassen sich selbst in der kleinsten Küche groß ziehen - wenn man ein Sprossenglas hat.

Ob Radieschen, Alfalfa oder Mungbohne: Auf dem Salat oder Sandwich sehen Sprossen nicht nur hübsch aus, sondern liefern auch viele Vitaminen und bei wenigen Kalorien. Darauf weist das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hin. Auch Mineralien und Spurenelemente stecken drin, zum Beispiel Calcium, Magnesium und Eisen.

Samenkörner sind nicht steril

Allerdings kann es passieren, dass man sich mit den Keimlingen auch unerwünschte Keime auf den Teller holt. Steril ist so ein Samenkorn, aus dem eine Sprosse entsteht, nämlich nicht. Da es ein landwirtschaftliches Produkt ist, besitzt es eine natürliche Keimflora, so das LAVES.

Zwar werden die Samen nach der Ernte gewaschen. Dennoch haben Untersuchungen gezeigt, dass die Sprossensamen teilweise mit Mikroorganismen belastet sind, so das LAVES. Das können zum Beispiel Bakterien sein, die Durchfall verursachen.

Auch wenn die unter den gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerten bleiben: Bakterien fühlen sich im Sprossenglas oft so wohl, dass sie sich fleißig vermehren. „Das ist ein regelrechtes Biotop. Schließlich ist es dort warm und feucht“, sagt Sprecherin Hiltrud Schrandt.

Garten-Samen gehören nicht ins Sprossenglas

Für den sicheren Sprossen-Genuss sollte man daher ausschließlich Samen keimen lassen, die auch dafür gedacht sind, rät Schrandt. Das Tütchen mit den Radieschen-Samen fürs Gemüsebeet gehört also nicht ins Sprossenglas.

Stichwort Sprossenglas: Wer das vorab heiß ausspült, verhindert, dass weitere Keime entstehen. „Wässern sollte man die Sprossen mit frischem Trinkwasser“, rät Schrandt.

Und: Bevor man die Sprossen verzehrt, sollte man sie gründlich abspülen. Wer sichergehen will, blanchiert sie kurz, um Keime abzutöten. Für Kinder, Schwangere und Menschen mit Immunschwäche ist dieser Schritt sogar ein Muss: Sie sollten, so das LAVES, besser keine rohen Sprossen essen.

© dpa-infocom, dpa:220615-99-677630/2

(dpa)