Wie die Motivation zur Verhaltensänderung erhalten bleibt.

Kolumne : Zurück auf Anfang

Wenn die besinnlichen Feiertage vorbei sind, das neue Jahr vor der Tür steht und der Gürtel vielleicht etwas spannt, fassen die meisten von uns gute Vorsätze. In den ersten Tagen werden euphorisch Pläne geschmiedet: Weniger Alkohol, weniger Süßes, mehr Obst und Gemüse sowie mehr Bewegung – das sind die beliebtesten Vorhaben. Doch nach wenigen Tagen bröckelt häufig die Motivation, etwas zu ändern. Der alte Schlendrian schleicht sich ein – leicht macht sich Frust breit. Nicht verzagen: Rückfälle und Niederlagen gehören zu jeder Umstellung dazu. Rechnen Sie damit, dass sich der Erfolg wahrscheinlich nicht sofort und nicht stabil einstellt. Schließlich geht es darum, liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern.Das wichtigste ist, liebevoll auf sein Bauchgefühl zu achten und achtsam zu essen. Das bedeutet: weg vom Kalorienzählen, von Kontrolle und Ernährungsempfehlungen, hin zum Vertrauen auf das Bauchgefühl und den Geschmack. Dabei geht es weniger um das WAS, sondern vielmehr um das WIE. Am Anfang sollte man bewusst darauf achten, wann man hungrig ist und wann satt. Hunger macht sich breit, wenn die Energiespeicher leer sind. Durch die Sättigung hören wir auf zu essen. Sie tritt erst nach zirka 20 Minuten ein. Zwischendrin also ruhig mal das Besteck weglegen und kurz innehalten. So lassen sich Mahlzeiten nutzen, um kurz aus dem hektischen Alltag auszubrechen und das Hamsterrad zu stoppen. Auch die Verdauung dankt es uns, denn weniger Stress heißt: entspannter Bauch. Wer langsam isst, kann zudem besser mit allen Sinnen genießen. Achtsamkeit kann ferner schon beim Kochen anfangen: Bewusst ausgewählte Zutaten, wahrgenommene Düfte und Farben stimmen auf die Mahlzeit ein.

Es versteht sich fast von selbst: Lesen, Fernschauen oder Tippen auf dem Mobiltelefon lenken ab und sind in diesen Momenten tabu.

Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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