Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit?

Hilfreich : Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit?

Nahrungsergänzungsmittel sind buchstäblich in aller Munde. In allen möglichen Formen und Dosierungen kommen immer neue Produkte auf den Markt, die helfen sollen, gesund und fit zu bleiben. Was können diese Präparate leisten und wo liegen die Grenzen sowie mögliche Risiken? Dieser Beitrag klärt auf.

Zinkpräparate, Magnesiumtabletten, Vitalstoffkonzentrate oder Multi-Vitaminkapseln - Nahrungsergänzungspräparate gibt es in vielen Variationen und Preisklassen. Sie sind rezeptfrei in der Drogerie, der Apotheke und sogar im Supermarkt erhältlich. Fit und leistungsstark zu sein, ist ein wichtiges Ziel in der Gesellschaft. Viele Verbraucher denken daher, dass die normale Nahrungsaufnahme nicht ausreicht, um gesund zu bleiben und so konsumieren sie auch dementsprechend viele Ergänzungsmittel. Laut einer repräsentativen Erhebung der Verbraucherzentrale glauben rund 51 Prozent der Befragten an die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln. Rund 20 Prozent haben im vergangenen Jahr mindestens ein Nahrungsergänzungsmittelpräparat konsumiert. Dabei liegen Magnesium, Calcium und Eisen ganz vorne. Diese Einstellung schlägt sich in den Umsatzzahlen nieder: Das Marktforschungsinstitut IMS Health besagt, dass die Deutschen 2016 fast 1,12 Milliarden Euro in diesem Sektor ausgegeben haben. Der Markt reagiert seit Jahren mit stetigem Wachstum, denn in jedem Jahr gibt es um die 8.500 Neuanmeldungen für Nahrungsergänzungsmittel.

Supplements im Sport

Ernährungswissenschaftler und Gesundheitsexperten bestätigen eine besondere Versorgung für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Aktive Menschen und Sportler haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Spurenelementen und Mineralien. Unter anderem im Bereich des Muskelaufbaus werden gerne Supplements für individuelle Trainingsziele eingesetzt. Diese Supplements sind Nahrungsergänzungsmittel speziell für Sportler. Sie dienen als Ergänzung der täglichen Nahrung in verschiedener Hinsicht. Zum einen stellen sie die essentielle Versorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen sicher, dazu gehören hochdosiertes Vitamin C, Zink, essentielle Aminosäuren, Vitamin K oder Linolsäure.

Zum anderen erleichtern die Supplements eine stärkere Regeneration nach dem Sport. Das ist sowohl wichtig beim Muskelaufbau als auch für ein gesundes Gesamtbild des Körpers. Die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel ist auch für Veganer völlig unbedenklich, denn viele dieser Präparate verzichten komplett auf tierische Inhaltsstoffe. Wo früher lediglich Steaks, Eier und Milch für die Muskelversorgung geeignet waren, versorgen heute Supplements nicht nur Veganer und Sportler auf eine zeitgemäße Art.

Sind Nahrungsergänzungsmittel ein Allheilmittel?

Auch, wenn die größten Hersteller der Consumer-Health-Produkte einige Pharmariesen wie Merck, Stada oder Queisser Pharma heißen, sind Nahrungsergänzungsmittel offiziell keine Medikamente, sondern werden als Lebensmittel eingestuft. Sie unterliegen daher keiner gesonderten Kontrolle, wie es bei Arzneimitteln der Fall ist. Der Markt ist groß geworden und so ist es auch kein Wunder, dass gerade online Versprechen und gesundheitliche Heilaussichten viel Diskussionsstoff bieten.

Ein Umstand, der immer wieder Verbraucherschützer auf den Plan ruft. Seit 2017 sorgt ein neues Online-Portal der Verbraucherzentrale für verstärkte Aufklärung. Auf der Informationsplattform wird erklärt, wann Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen, welche Wirkung sie haben und wie notwendig sie tatsächlich sind. Oft werden viele Stoffe miteinander kombiniert und in extrem hohen Dosen angeboten. Experten fordern eine gesetzliche Höchstgrenze für bestimmte Inhaltsstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Dies wäre am sinnvollsten im europäischen Verbund und nicht im nationalen Eingang.

Zusammenhang mangelhafte Versorgung und Krankheiten

Der menschliche Körper braucht eine ausreichende Versorgung mit den wichtigsten Mineral- und Vitalstoffen, um zu funktionieren. Der Zusammenhang von einer breitgefächerten Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen und einer stabilen Gesundheit ist unumstritten. Vor allem in bestimmten Lebenssituationen sind Menschen auf eine verstärkte Versorgung angewiesen. Frauen in einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre benötigen komplett unterschiedliche Wirkstoffe. So erhalten werdende Mütter meist zusätzlich Folsäure oder Babys vorsorglich Vitamin D-Tabletten.

Besonders, wenn die Vitalstoffe nicht einfach mit der Nahrung zuführbar sind, leisten Zusatzpräparate einen guten Dienst. Meist macht sich die Bedeutung eines lebenswichtigen Stoffes erst dann bemerkbar, wenn es dauerhaft fehlt. Eine Vitamin C-Mangelkrankheit wie Skorbut ist heutzutage keine ernsthafte Bedrohung mehr. Dagegen ist der Vitamin D-Mangel auch heute noch ein ernstzunehmendes Problem gerade in den Wintermonaten.

Foto: Pixabay/congerdesign (CCO public domain)

Die extensive Landwirtschaft hat die Böden teilweise allerdings ausgedorrt. So ist das Spurenelement Selen in den westlichen Ländern so gut wie ganz aus den bewirtschafteten Erdschichten verschwunden. Ein dauerhafter Mangel führt zu bestimmten Krankheitsbildern, genauso wie das Fehlen des bekannteren Spurenelements Zink.

Vitale Lebensstoffe in der Ernährung

Du bist, was du isst! Das Bewusstsein für eine möglichst gesunde und ausgewogene Nahrung steigt beständig in der Bevölkerung. Dabei erhalten vor allem natürliche Produkte immer mehr Aufmerksamkeit. Viele hochwertige Lebensmittel kamen in der jüngeren Vergangenheit zu neuen Ehren: Bienenprodukte wie Blütenpollen oder Gelee Royal, die wertvollen Inhaltsstoffe von Hanfprodukten wie Hanfsamen oder Hanföl, die Sanddornbeere mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt, aber auch Leinsamen als die günstigere und heimische Variante der Chiasamen. Die Kraft der Natur in Form von Superfood liegt dabei oft genau vor der Haustür, stammt aus der Region und ist am besten biologisch produziert.

Kinder brauchen eine optimale Versorgung für das Wachstum und eine gesunde Entwicklung. Die Sorge, dass die normale Nahrung dafür nicht ausreicht, lässt viele Eltern zu Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder greifen. Diese sind häufig überdosiert und letztlich überflüssig, das beweisen aktuelle Untersuchungen.

Mit einem ausgewogenen Speiseplan kann vielen Krankheiten und Mangelerkrankungen vorgebeugt werden. Nicht umsonst ist der Spruch "An apple a day keeps the doctor away" immer noch populär. Der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Eder macht jedoch darauf aufmerksam, wie wichtig eine verstärkte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen bei Sportlern sowie älteren und kranken Menschen ist. Ältere Menschen und Kranke können bestimmte Vitamine nicht mehr so gut aufnehmen und profitieren relativ schnell von Nahrungsergänzungsmitteln. Allerdings ist eine einseitige Ernährung immer ein Risikofaktor, weil dann bestimmte Vitamine regelmäßig fehlen.

Fazit: Bedarf und Sorgfalt bei der Dosierung beachten

Der Markt ist zurzeit ausgesprochen offen für Nahrungsergänzungsmittel und gesunde Inhaltsstoffe. Das zeugt von einem neuen Bewusstsein und ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Durch die Vielfalt der Angebote sind gesundheitsfördernde Produkte leicht zu erwerben und das oft zu sehr erschwinglichen Preisen.

Nahrungsergänzungsmittel generell zu verunglimpfen, ist daher völlig unnötig. Denn die Anforderungen an eine ausreichende Kennzeichnung und sichere Handhabung sind bei den Produkten gegeben. Wie auch bei allen anderen Lebensmitteln, sollten Verbraucher Nahrungsergänzungsmittel nur bei Bedarf und mit Sorgfalt zu sich nehmen.

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