Die Entwicklung der Erotikbranche

Kein Tabuthema mehr : Die Entwicklung der Erotikbranche

Die Erotikindustrie hatte lange Zeit mit einem Schmuddelimage zu kämpfen. Vor einigen Jahren bestand die Erotikbranche aus zwielichtigen Gestalten in heruntergekommenen Hinterzimmern. Gespräche über Sex gehörten zum absoluten Tabuthema und alles Neue wurde als abartig und pervers abgestempelt.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Sex und Erotik sind keine verbotenen Themen mehr. Unsere Gesellschaft hat sich, wie in vielen Bereichen, auch in Sachen Erotik weiterentwickelt. Vorbei sind die Zeiten in denen man nachts still und heimlich in eine düstere Videothek oder einen verruchten Sexshop schleichen musste. Mittlerweile ähneln solche Erotikläden ganzen Kaufhäusern mit bunt gestalteten Schaufenstern und einer exorbitanten Auswahl, die sich nicht selten über viele Etagen erstreckt. Im Zuge der Digitalisierung hat das Internet einen großen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. Live Sex Cams, Videoportale für erotisches Bildmaterial und spezielle Partnerbörsen sind zum festen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden.

Durch den wachsenden technologischen Fortschritt kam auch eine Fülle von Innovationen auf den Markt. Pornografisches Bildmaterial war nie leichter abrufbar und Neuheiten wie Virtual Reality Pornografie und Live Sex Cams haben sich in den letzten Jahren fest etabliert. Mittlerweile beschränkt sich das erotische Bildmaterial nicht nur auf einfache kurze Clips mit professionellen Darstellern und ihren makellosen Körpern, welche Sexszenen zur Schau stellen, sondern auch Amateuraufnahmen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Viele Online Videoportale bieten die Möglichkeit eigene Clips hochzuladen. Diese sogenannten Amateurclips gehören zu den beliebtesten Kategorien auf vielen Erotikwebsites. Interaktive Mitbestimmung und der direkte Kontakt mit den Darstellern durch Live Sex Cams boomt ebenfalls.

Die Möglichkeit mit echten Frauen zu Chatten durch sogenannte Live Sex Cams eröffnet eine völlig neue Sichtweise auf die Entwicklung der Erotikbranche. Zahlreiche Portale werden beispielsweise hier verglichen. Live Cam Portale gibt es mittlerweile in großer Anzahl und so werden die verschiedensten Wünsche und Träume der Kunden erfüllt.

Was damals nur durch überteuerte 0190er-Nummern möglich war, wird in der weiterentwickelten Form durch Live Sex Cams fortgeführt. Durch diese Portale haben Männer jederzeit die Möglichkeit mit echten Frauen zu Chatten und erotische Gespräche zu führen. Der Unterschied zu einem Video mit pornografischem Inhalt ist die Interaktion mit einer realen Person. Anders als bei einer Sexhotline, hat man visuellen Kontakt mit der Person. Diese Form der erotischen Unterhaltung kann man als einen Hybriden aus persönlicher Striptease Vorstellung und Telefonsex beschreiben.

Die Entwicklung und der Wandel von erotischen Inhalten ist nicht auf die Weiterentwicklung von pornografischen Bildmaterialien und Live Sex Cams beschränkt. Der Umgang mit der eigenen Sexualität und Leidenschaft ist in der heutigen Zeit offener denn je. Einen bedeutsamen Teil dazu hat wohl die Enttabuisierung von Erotik in der Gesellschaft beigetragen. Menschen gehen offen und ehrlich mit ihrer Sexualität um. Partner und Eheleute sprechen über ihre persönlichen sexuellen Neigungen und Vorlieben ohne Angst davor haben zu müssen, verurteilt zu werden. Werbeblöcke über Live Sex Cams und Fremdgehportale werden nachts im öffentlichen Fernsehen gesendet, was den offenen Umgang untermauert. Das blühende Wachstum diverser Sexshops und Erotikfachgeschäfte spricht hierbei für sich. In viele Fußgängerzonen deutscher Großstädte sieht man Erotikfachgeschäfte, die ganzen Kaufhäusern ähneln. Menschen strömen hinein und wieder raus, ohne Schamesröte im Gesicht und gehen selbstbewusst und offen mit ihren sexuellen Vorlieben um. Zusätzlich weist auch der Online-Handel mit erotischen Spielzeugen einen wachsenden Gewinn auf. Viele Online-Shops aus dem Erotiksegment bieten eigene Blogs und Videoreihen, in denen Tipps fürs Liebesleben und den korrekten Umgang mit Sexspielzeug gegeben wird. Die Auswahl in solchen Online-Shops ist nicht selten deutlich breiter aufgestellt als in vielen Erotikfachgeschäften. Die verschiedenen Kategorien, Entwicklungen und Innovationen der Branche zeigen das unübersehbare Wachstum.

Diese Verhaltensweisen wären vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Sexspielzeuge im ehelichen Schlafzimmer? Unvorstellbar. Ein Gespräch zwischen Eheleuten oder Beziehungspartnern über das Sexleben, um über die eigenen Wünsche zu reden? Absolut nicht denkbar. Von Websites mit pornografischen Inhalt und Live Sex Cams war nicht im Ansatz die Rede.

Dabei sind es eben all diese Dinge, die für einen offenen Umgang mit dieser Thematik gesorgt haben. Sexualität gehört als fester Bestandteil zu unserem Alltag und schafft ein Bewusstsein dafür seine persönlichen Vorlieben zu entdecken. Die Menschen haben aufgehört sich hinter der gesellschaftlichen Intoleranz zu verstecken und haben das Tabuthema zum akzeptierten Themenfeld gemacht. Es wird offen über Sex gesprochen, unter Freunden und Partnern. Die Erotikbranche hat sich vom verruchten Hinterzimmer mit Schmuddelatmosphäre zum gesellschaftlich anerkannten Themengebiet entwickelt. Nackte Haut, Sex und Liebe sind Teil unseres Lebens, egal in welcher Gesellschaftsschicht.

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