Das 1x1 der Prüfungsanfechtung

Info : Das 1x1 der Prüfungsanfechtung

Immer mehr Studenten klagen über Prüfungen, die sie nicht bestanden haben. Besonders in Studiengängen mit Zugangsbeschränkungen können Prüfungen nicht beliebig oft wiederholt werden.

Eine gezielte Anfechtung des Tests ist dann der einzige Weg, sein Wunsch-Studium doch noch zu beenden. Welche Prüfungen sind eigentlich anfechtbar? Welche Punkte sind dabei zu beachten? Und welche Kosten kommen dabei auf den Kläger zu? Diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden.

Diese Prüfungen lassen sich anfechten

Jeder Test in allen Studiengängen oder allen Ausbildungen ist grundsätzlich anfechtbar. Dabei macht es keinen Unterscheid, ob die Prüfung schriftlich oder mündlich abgelegt worden ist. Eine hohe Zahl an Klagen gibt es besonders in der Medizin, in den Lehramtsstudiengängen oder in der Architektur. Jede Hochschul- oder Abschlussprüfung kann angefochten werden:

- Bachelor- oder Masterarbeiten

- (mündliche) Zwischenprüfungen

- Zulassungsprüfungen

In der Regel werden vor allem die Prüfungen beanstandet, die für die weitere Ausbildung oder das fortführende Studium entscheidend sind. Beispiele hierfür sind der Abschluss des Grund- oder Hauptstudiums, das Vordiplom aber auch das Physikum.

Wann kann Einspruch erhoben werden?

Was vielen nicht bewusst ist: Es ist nicht zwingend notwendig, dass eine Prüfung schon zum dritten Mal absolviert wurde. Ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, kann bereits beim ersten Versuch Einspruch erhoben werden. Besonders wenn lange Wartezeiten zwischen Erst- und Zweitprüfung liegen, ist eine Klage sinnvoll um schnell an ein besseres Ergebnis zu kommen. Doch auch bei bestandenen Prüfungen, deren Ergebnisse schlechte Startkonditionen in das zukünftige Berufsleben bieten, kann eine Notenverbesserung erwirkt werden.

Ablauf der Anfechtung

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, lohnt es sich zunächst einen passenden Spezial-Anwalt für den Bereich der Prüfungsanfechtung hinzuzuziehen. Dieser kann für die fristgerechte Einreichung aller nötigen Unterlagen sorgen. Außerdem steht dieser beratend zur Seite, was gerade mit Hinblick auf die angestrebten Ziele wichtig ist. Prüfungsanfechtung ist auch immer eine sehr individuelle Sache. Ein Experte kann meist besser beurteilen, ob eine Klage Sinn macht oder nicht. Zudem wird ein detailliertes Protokoll der Prüfung benötigt. Das heißt, dass alle relevanten Beweise schnellstmöglich zusammengetragen werden müssen. Sind die Rahmenbedingungen geklärt, wird direkt nach der Prüfung ein Widerspruch in schriftlicher Form bei der jeweiligen Prüfungsstelle eingereicht. Scheitert diese geht es zum Verwaltungsgericht: Dort wird dann die tatsächliche Klage bearbeitet. Wichtig ist, dass all diese Maßnahmen fristgerecht geschehen. Das heißt, dass innerhalb von einem Monat nach der absolvierten Prüfung sowie nach dem Ablehnen des Widerspruchsbescheids die Schreiben verschickt werden müssen. Andernfalls verfällt der Anspruch komplett.

Ziele der Prüfungsanfechtung

Professionelle Prüfungsanfechtung verfolgt in der Regel zwei unterschiedliche Ergebnisse. Zum einen kann eine Höherbewertung angestrebt werden - das heißt, dass die Note nach oben korrigiert wird. Dieses Ziel wird oft bei nachweislich falsch bewerteten Tests verfolgt. Zum anderen kann eine Wiederholung der gesamten Prüfung erwirkt werden. Das ist natürlich mit mehr Aufwand verbunden, da der Test nochmal absolviert werden muss. Diese Variante wird vor allem dann bevorzugt, wenn die Situation für die Prüfung nicht ideal war. Das heißt, dass beispielsweise nicht alle Prüflinge die gleichen Bedingungen hatten oder grobe Fehler in den Modalitäten vorliegen. Die Vorgaben für Prüfungen lassen sich anhand der jeweiligen Prüfungsordnung des Studiengangs feststellen. Dazu gehören unter anderem:

- Anzahl der Prüfer und Geprüften bei mündlichen Tests

- Dauer der Prüfung

- Erstellung des Protokolls

- Anzahl der Beisitzer

Insbesondere mündliche Prüfungen sind durch Verstöße gegen diese Punkte leicht anfechtbar. Auch ein Grund für den Einspruch gegen das Ergebnis sind persönliche Differenzen wie Beschimpfungen oder unfaire Behandlung während der Prüfung.

Welche Kosten entstehen dabei?

Auch dieser Punkt ist sehr individuell. Die Kosten für einen Anwalt richten sich in Deutschland nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Je nach Arbeits- und Zeitaufwand steigen also die Kosten. Pauschal lässt sich aber sagen, dass die benötigte Zeit für eine korrekte Auf- und Ausarbeitung von Prüfungsanfechtungen nicht unterschätzt werden sollte. Zu den Anwaltskosten kommen gegebenenfalls noch die Gerichtskosten. Es ist festgeschrieben, dass der Kläger alle Verfahrenskosten trägt, sollte der Widerspruch abgewiesen werden.

Lohnt sich der Widerspruch gegen ein Prüfungsergebnis?

Generell ist festzustellen, dass nicht jede Klage auch Recht bekommt. Besonders bei der Prüfungsanfechtung ist es essentiell, dass beispielsweise Verfahrensfehler in mündlichen Prüfungen genau nachgewiesen werden können. Diese sind in der Regel genau dokumentiert und liegen in schriftlicher Form vor. Jeder Prüfling hat zudem das Recht auf Akteneinsicht. Dadurch lässt sich das Beweismaterial leichter beschaffen. Fehlerhafte und unfaire Beurteilungen hingegen sind deutlich schwerer zu beanstanden. Hier entscheidet der Einzelfall. Der Gang zu einem Anwalt ist oftmals unabdingbar. Dieser prüft den Fall genau und kann dann die entscheidenden Empfehlungen aussprechen.

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