Das erste Handy für das Kind: Empfohlen ab 11 Jahren

Zwei Stunden täglich ausreichend : Das erste Handy für das Kind: Empfohlen ab 11 Jahren

Über 35 Jahre ist es her, dass das erste Handy auf den Markt kam. Am 13. Juni 1983 wurde das Dynatac 8000 von Motorola herausgebracht und damit war sein Siegeszug besiegelt.

Mittlerweile besitzen acht von zehn Menschen in Deutschland ein Smartphone. Schon längst geht es nicht mehr ausschließlich um die gute Erreichbarkeit eines jeden und auch nicht um den Vorteil, in Notsituationen ein Telefon zur Hand zu haben. An erster Stelle steht für viele die Mobilität im Internet. An den meisten Orten weltweit ist es möglich, seine E-Mails abzurufen, zu beantworten, GPS zu nutzen, Fahrpläne von öffentlichen Verkehrsmitteln sofort zur Hand zu haben und vieles mehr. Ebenso wie im Bereich der Computer kommen regelmäßig verbesserte Modelle heraus, die beispielsweise auch für Menschen mit Behinderungen geeignet sind. Für unsere Kinder sind Smartphones heutzutage eine Selbstverständlichkeit, wobei sich die Frage stellt, wann ein Kind sein erstes Handy erhalten sollte.

Die Finanzierung des Handys

Kinder müssen zwar nicht unbedingt das neueste und technisch am besten ausgestattete Handy bekommen. Es ist jedoch durchaus sinnvoll, für Kinder nicht das älteste oder günstigste Modell eines Handys auszuwählen. Ein Grund dafür ist, dass die Sicherheitsoptionen immer ausgefeilter werden und in diesem Bereich das Beste gerade gut genug ist. Weiterhin haben aktuelle Smartphones Vorteile wie eine verbesserte Technik und Leistung. Allerdings muss man zu Recht sagen, dass die neusten Geräte nicht für alle Menschen erschwinglich sind. Eine Lösung bietet sich durch den Handykauf mit Ratenzahlung an. Meist ist nicht einmal eine Anzahlung erforderlich und monatlich geht jeweils nur ein kleiner Betrag vom Konto ab.

Vorteile eines Handys für Kinder

Von großem Vorteil ist ein Handy für das Kind unterwegs. Es kann jederzeit kontaktiert werden und sollte es sich einmal auf dem Heimweg verspäten, kann es seinen Eltern Bescheid geben. Dies gilt auch für Notfälle. Die spontane Kommunikationsmöglichkeit gewährleistet einen ständigen Kontakt, anstehende Fragen können sofort geklärt werden.

Hervorgehoben wird immer wieder auch die Verbesserung kreativer Denkprozesse, die ein Handy ermöglicht. Bereits in einem frühen Alter lernen Kinder, verschiedene Aufgaben umzusetzen. Sie machen sich ausgiebige Gedanken darüber, wie und wann das Telefon einsetzbar ist und auch, welchen Zwecken es dient. Damit der Nachwuchs nicht an seine Grenzen stößt, sollte das Gerät leicht bedienbar sein.

Besonders im Kindesalter ist die Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe wichtig. Zwar müssen unsere Jüngsten nicht immer alles haben, was andere auch besitzen, jedoch kann der Druck groß sein, wenn man eine Ausnahme bildet. Eine Ausgrenzung erfolgt schnell. Ist der gesamte Freundeskreis mit einem Handy ausgestattet - was heute die Regel ist - sollte man seinem eigenen Kind ein solches nicht verweigern.

Ab welchem Alter ist ein Handy empfehlenswert?

Vom bekannten Kinder- und Jugendärztepräsident Thomas Fischbach wird empfohlen, abzuwarten, bis der Nachwuchs 11 Jahre alt ist. Er kritisiert insbesondere Eltern dafür, ihre Kinder bereits in sehr jungen Jahren an die Geräte zu setzen und dabei außer Acht zu lassen, Ihren Kindern das Spielen oder andere sinnvolle Beschäftigungen beizubringen. Auch die Erlaubnis, am Esstisch das Handy zu nutzen, unterbinde die Kommunikation und die Gemeinsamkeit in der Familie. Auf jeden Fall sollte die Nutzungszeit eingeschränkt sein, zwei Stunden täglich sind laut Fischbach ausreichend. Ansonsten werden Kinder auf permanente Reizüberflutung konditioniert, was zu einer Konzentrationsschwäche führen kann.

Regeln für Kinder im Umgang mit Handys

Wer seinem Kind ein Handy erlaubt, sollte gewisse Regeln aufstellen und natürlich auch die Einhaltung derselben beachten. Hierbei geht es nicht darum, die absolute Kontrolle über den Nachwuchs zu haben, sondern um die Schaffung einer gemeinsamen Grundlage. Am besten ist es, zusammen die Regeln zu erarbeiten, da sie je nach Interessen und individuellen Gewohnheiten des Kindes verschieden sein können. Auf folgendes sollte Wert gelegt werden:

· Es sollten keine Zugangssperren oder geheime PIN-Codes vorhanden sein. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang auch für die Eltern von Wichtigkeit. Dies bedeutet nicht, dass heimlich die Nachrichten durchforscht werden. Besser ist es, gemeinsam die wichtigsten Eingänge zu besprechen.

· Begrenzte Nutzungszeiten sind von Bedeutung, um eine Handysucht zu vermeiden. Die Beschäftigung mit dem mobilen Gerät lenkt oftmals von Hausaufgaben, dem Schlaf oder dem Verbringen von Zeit mit der Familie ab.

· Kinder sollten an eventuell entstehenden Kosten durch selbst verschuldete Beschädigungen oder das Herunterladen von gebührenpflichtigen Apps beteiligt werden. Damit wird der bewusste Umgang mit dem Handy unterstützt und der Wert desselben dem Nachwuchs deutlicher.

· Zu Anfang ist es empfehlenswert, die Funktionen des Geräts gemeinsam durchzugehen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Altersbeschränkungen in den Einstellungen festzulegen. Darüber hinaus lassen sich Apps herunterladen, die das Kind vor gefährlichen und schädlichen Internetseiten schützen, indem sie diese blockieren. Sie ersetzen allerdings nicht die Aufklärung über etwaige Gefahren.

· Dem Nachwuchs sollte bewusstgemacht werden, dass persönliche Informationen wie Adresse, Alter und Name niemals im Internet öffentlich preisgegeben werden. Chatten mit Unbekannten und das Versenden von Nachrichten an Fremde sind zu vermeiden. Dies gilt vor allem auch für das Verschicken von Fotos, das besorgniserregende Ausmaße angenommen hat.

· Von Wichtigkeit ist außerdem, den Kindern einen höflichen und respektvollen Ton zu lehren, der nicht nur für das Leben allgemein, sondern auch online gilt. Der Nachwuchs sollte zuvor gut überlegen, was er schreibt, denn ist eine Nachricht erst einmal im Internet gepostet, verschwindet sie nicht mehr.

· Ein gutes Vertrauen den Eltern gegenüber ist von Vorteil. Unsere Jüngsten müssen sich an Mutter oder Vater wenden können, wenn ihnen eine Nachricht komisch vorkommt.