Das passt: Die richtige Kleidung für jeden Typ

Das passt: Die richtige Kleidung für jeden Typ

Konfektionsgrößen werden in Deutschland genormt, und zwar vom Hohenstein Institute in Schwaben. Doch nicht alle Geschäfte und Designer passen sich den Größentabellen an.

So ist es oftmals ein Raten, Suchen und Sich-Durchprobieren, bis man Teile in der richtigen Größe und mit einem passenden Schnitt gefunden hat. Besonders bei den sogenannten Übergrößen tun sich einige Modehäuser noch schwer, zufriedenstellende Kollektionen anzubieten. Doch an einigen Stellen ist Besserung in Sicht.

Mit Blick auf die Standardsortimente mancher Geschäfte könnte man meinen, es gäbe keine Frauen und Männer, die Kleidung in Größe XL oder XXL überhaupt bräuchten - so klein ist das Angebot an modischen Kollektionen in diesen Größen. Sehr zum Leidwesen der modebewussten Damen und Herren, die eben diese Größen benötigen. In Deutschland sind es gut 2,3 Millionen Frauen, die eine 50 oder größer tragen und damit bei den Designern nicht gut wegkommen. Fast 50 Prozent der Bevölkerung gaben zudem bei einer Umfrage der Spiegel Gruppe an, sich über das geringe Angebot an Plus Size-Kleidung zu ärgern.

Stars und Models können davon ebenfalls ein Lied singen. Die Schauspielerin Leslie Johnson bekam beispielsweise mehrere Absagen von Designern, sie für die Premiere ihres Films einzukleiden, bis mit Christian Siriano der perfekte Designer auf sie zukam und ein atemberaubendes Kleid für sie schneiderte. Ein ähnliches Dilemma musste Model Ashley Graham erleben, als mehrere Designer sich weigerten, ihr Kleidung für das Vogue Covershooting der Januarausgabe auszuleihen. Sehr zum Missfallen von Vogue U.K.-Chefredakteurin Alexandra Schulman, die die Modehäuser rügte. "Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass, während der Rest der Welt verzweifelt gegen die Definitionen der körperlichen Schönheit kämpft, sich einige der berühmtesten Modemarken in eine ganz andere - meiner Meinung nach falsche - Richtung bewegen", so Schulman im Vorwort der Ausgabe .

Doch es gibt auch positive Beispiele. Mode in großen Größen wird zugänglicher, denn schließlich bekommt nicht jede oder jeder sein Kleid maßgeschneidert. Da ist es hilfreich, dass spezielle Modehäuser wie Ulla Popken , aber auch zunehmend andere Geschäfte ihr Sortiment erweitern und zumindest im Netz hochwertige und zugleich erschwingliche Mode verfügbar machen. Dazu zählen auch weitere Kategorien wie "Tall" oder "Petite". Das kommt all denen zugute, die bisher unfreiwillig mit Hochwasserhosen oder Schlabberärmeln zu kämpfen hatten. Nike hat zudem gerade seine erste langersehnte Plus Size-Kollektion für Sportbekleidung auf den Markt gebracht . Der Sporthersteller erklärt, warum nicht einfach die Teile der bestehenden Kollektionen vergrößert wurden: "Wenn wir für Plus Size entwerfen, machen wir die bestehende Kleidung nicht einfach um ein paar Nummern größer. Denn wie wir wissen, ist jede Gewichtsverteilung anders."

Die oben erwähnte Ashley Graham hat darüber hinaus kürzlich eine eigene Swimwear-Linie entworfen, die die Kurven der zukünftigen Trägerinnen zur Geltung kommen lässt. Im Bereich Bikinis und BHs kommt für die heutigen Generationen nämlich nicht nur hinzu, dass alle Körper verschieden sind und die richtige Passform gefunden werden muss. Ein weiterer Faktor ist, dass Frauen und Männer in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt größer und kräftiger geworden sind. Dem veränderten Bedarf passen sich mittlerweile verschiedene Hersteller an, denn wie bei der Sportswear muss auch die Wäsche der entsprechenden Gewichtsverteilung genau angepasst sein. Nur dann sitzt sie gut und kann den ganzen Tag über bequem getragen werden.

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