Der psychologische Reiz der Spielautomaten

Der psychologische Reiz der Spielautomaten

Neues Spiel, neues Glück? Diese Hoffnung begleitet Glücksspieler schon immer, doch längst nicht immer erfüllt sie sich auch.

Das Glücksspiel übt auf den Menschen schon immer eine große Faszination aus. Vor allem Spielautomaten locken auch heute noch zahlreiche Besucher an. Aber worin liegt der Reiz der bunt blinkenden Automaten und welche psychologischen Prozesse spielen sich im Gehirn ab, wenn die Walzen rollen?Sie werden auch die einarmigen Banditen genannt: Spielautomaten können Unsummen an Kleingeld verschlingen, während der Spieler mit leuchtenden Augen darauf wartet, dass das ersehnte Symbol auftaucht. In den vergangenen Jahren ist das Interesse an Spielautomaten immer größer geworden. Aus den ursprünglich sehr einfach aufgebauten Geräten ist bis heute eine große Vielfalt an komplexen und phantasievollen Spielvarianten geworden. Das klassische Slotgame gibt es immer noch, es wird aber inzwischen eher als eine Art Einsteigerversion gehandelt. Wer sich erst einmal mit kleinen Schritten in die Welt der Spielautomaten vortasten möchte, ist mit der einfachen Variante gut beraten. An den klassischen Spielgeräten mit drei Walzen lässt sich ohne große Kenntnisse erproben, ob der Kampf mit dem einarmigen Banditen die richtige Wahl in Sachen Glücksspiel ist.

Wem das Spiel auf drei Walzen schnell zu eintönig wird, dem bietet sich eine Vielzahl moderner Varianten und neuer Slotgames, die deutlich komplexer gestaltet sind. Insgesamt werden sieben verschiedene Automatenvarianten unterschieden:

Spielautomaten mit drei WalzenSpielautomaten mit fünf WalzenMehrlinienspielautomatenVideospielautomatenEuropäische SpielautomatenAmerikanische SpielautomatenEinarmige Banditen: Die Klassiker unter den Spielautomaten(Quelle: http://www.casino-spiele.guru/spielautomaten-casinospiele/ )Der Spieler hat also die Qual der Wahl. Deshalb gilt es erst einmal zu klären, was den ganz persönlichen Reiz beim Automatenspiel ausmacht. Dieser kann bei jedem Spieler etwas unterschiedlich angelegt sein. Es gibt Spieler, für die der besondere Reiz darin besteht, mit einem einzigen Dreh eine hohe Gewinnsumme einstreichen zu können. Für sie sind die Spielautomaten mit einem progressiven Jackpot die richtige Wahl, denn hier wird die potentielle Gewinnsumme mit jedem nicht ausbezahlten Spiel erhöht. Allerdings passt sich auch der Spieleinsatz an die steigende Gewinnsumme an. Damit ist jedes Spiel auch von einem höheren Verlustrisiko begleitet. Für manche Spieler macht das einen zusätzlichen Reiz beim Automatenspiel aus.

Neben den reinen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten gibt es aber auch andere Anreize, die einen Spieler dazu bringen können, die nächste Münze einzuwerfen. Einige der moderneren Spielautomaten bieten zum Beispiel Bonusspiele oder spezielle Spieloptionen an, wenn eine bestimmte Symbolkombination auf der Walze erreicht wird. Es gibt Spieler, denen diese Erfolge mehr wert sind als der reine Geldgewinn. Die Gründe, aus denen Nutzer Freude an den Spielautomaten finden, sind unterschiedlich. Hinter jedem steht aber ein psychologisches Grundmuster, das den Reiz der bunt blinkenden Geräte ausmacht. Ein Blick hinter die emotionalen und kognitiven Kulissen der Glücksspielpsychologie lohnt sich.

Glücksspiel macht glücklich?

Eines gleich vorweg: Beim Blick auf die psychologischen Prozesse, die das Glücksspiel begleiten, soll es nicht um die Problematik der Glücksspielsucht gehen. Zwar ist dieses Thema in der modernen Gesellschaft weit verbreitet und gezielte Aufklärungskampagnen haben sich dem wichtigen Ziel verschrieben, auf die potentiellen Gefahren von regelmäßigem Glücksspiel hinzuweisen und damit das Suchtrisiko vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu minimieren. Unter www.spielen-mit-verantwortung.de betreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Internetpräsenz, die umfangreich über die Risiken der Glücksspielsucht sowie mögliche Präventionsmaßnahmen und Therapieansätze informiert.

In diesem Beitrag soll aber der psychologische Hintergrund der Faszination Glücksspiel im Fokus stehen, ohne die negativen Auswirkungen eines ungesunden Spielverhaltens und der daraus resultierenden Suchtgefahr in den Mittelpunkt zu rücken. Zunächst einmal kann Glücksspiel nämlich einfach glücklich machen. Der Grund dafür ist der Botenstoff Dopamin, der im Gehirn für die Weiterleitung von Reizen und für die Entstehung von Glücksgefühlen zuständig ist. Dopamin wird auch das Glückshormon genannt. Es wird in vielen verschiedenen Situationen im menschlichen Erleben ausgeschüttet, so auch beim Glücksspiel. Wird beim Spiel am Automaten ein Gewinn erzielt, schüttet das Zwischenhirn vermehrt Dopamin aus und regt so das im Menschen verankerte Belohnungssystem an. Das Belohnungsprinzip ist die psychologische Grundlage, die das Glücksspiel so reizvoll macht.

Mit dem Belohnungsprinzip geht ein Spannungsbogen einher, der ebenfalls maßgeblich zur Faszination des Glücksspiels beiträgt. Hat ein Spieler den Belohnungseffekt beim Automatenspiel einmal erlebt, baut sich mit dem Beginn jedes neuen Spiels ein Spannungsbogen auf, der immer weiter anwächst, bis er bei einem potentiellen Gewinn wieder aufgelöst wird. Auch das Gefühl der gespannten Erwartung kann für den Spieler von besonderem Reiz sein und so mancher gelegentliche Automatennutzer gibt bei der Frage nach seinen Beweggründen für das Spiel an, dass ihm die Spannung, die jedes neue Spiel begleitet, wichtiger ist als die eigentliche Aussicht auf einen Gewinn.

Gespannte Erwartung gepaart mit einer potentiellen Belohnung bildet also die psychologische Grundlage für die Freude am Automatenspiel. Da bei der großen Bandbreite an Spielautomaten ein Einstieg ins Spiel häufig schon ab 20 Cent Einsatz möglich ist, zählt diese Variante des Glücksspiels zu den am leichtesten zugänglichen - und damit leider auch zu der Variante mit dem größten Suchtpotential. Wichtig ist deshalb, das eigene Spielverhalten jederzeit kritisch im Auge zu behalten und eigene Verhaltensregeln zu entwickeln, die einem Abrutschen in die Sucht entgegenwirken können.

Von wegen Glücksgefühle: Die Frustration des Verlierens

Die Aussicht auf Glücksgefühle bei einem Gewinn am Spielautomaten ist ja eine schöne Sache. Was aber tun, wenn der erhoffte Gewinn ausbleibt und damit auch das Belohnungsprinzip nicht zum Tragen kommt? Beim Automatenspiel regiert das Zufallsprinzip. Mit mathematischen Wahrscheinlichkeiten sollten Spieler hier lieber nicht rechnen. Es ist also eine reine Illusion, anzunehmen, dass die gewünschte Kombination der Walzen früher oder später rein statistisch gesehen einmal auftreten muss. Spielautomaten werden regelmäßig von einem unabhängigen Institut im Hinblick auf das Zufallsprinzip überprüft. Das bedeutet, dass in jedem Spiel die Wahrscheinlichkeit, dass eine beliebige Symbolkombination auftaucht, gleich hoch ist, unabhängig davon, welche Ergebnisse die vorangegangenen Spiele gebracht haben.

Damit sind die Chancen auf einen Erfolg ebenso groß wie die auf eine Niederlage und nur allzu häufig werden deutlich mehr Frusthormone als Glückshormone im Gehirn ausgeschüttet. Bevor sich ein Spieler an den Automaten setzt, sollte er sich deshalb bewusst machen, dass nicht der Automat sein Gegner ist, sondern der Zufall, und dem lässt sich bekanntlich nur schwer ein Schnippchen schlagen. Da hilft nur ausharren und sich in Frustrationstoleranz üben.

Es gibt übrigens eine Faustregel, die dabei hilft, das Frustpotenzial zu begrenzen: Wenn sich eine Stunde lang kein Gewinn eingestellt hat, sollte der gewählte Automat gegen einen seiner direkten Nachbarn ausgetauscht werden. Es gibt nämlich Erhebungen darüber, dass Spielautomaten mit schlechten Gewinnchancen in der Regel neben Geräten mit besseren Aussichten auf Erfolg platziert werden. Bevor der Ärger also zu groß wird, einfach einen Platz weiter rücken.