Der Sportbootführerschein: Varianten und Wissenswertes

Info : Der Sportbootführerschein: Varianten und Wissenswertes

Wer davon träumt, selbst auf hohe See zu stechen, solle wissen, dass je nach Boot ein entsprechender Nachweis erbracht werden muss. Möchte man ein Sportboot mit mehr als 15 PS Nutzleistung auf Seeschifffahrtsstraßen führen, muss ein amtlicher Motorbootsführerschein bzw. Sportbootführerschein (SBF) abgelegt werden.

Wir klären über die einzelnen Varianten und über die zu erbringenden Voraussetzungen auf.

Grundsätzlich verschieden: SBF Binnen und SBF See

Während der Urlaub auf dem Hausboot komplett ohne Bootsfahrerlaubnis möglich ist, sieht es bei motorisierten Booten anders aus. Hierfür ist ein amtlicher Nachweis in Form eines Bootführerscheins zu erbringen.

Der Bootführerschein wird in Sportbootführerschein See und Sportbootführerschein Binnen unterteilt. Daneben gibt es noch weitere Abstufungen, die jedoch eher für Fortgeschrittene gedacht sind. Nur wer bereits mit der See- und Binnenbescheinigung ausgerüstet ist, kann sich neuen Herausforderungen stellen, indem er einen Sportküstenschifferschein, einen Sportseeschifferschein oder einen Sporthochseeschifferschein macht.

Doch erst mal zur grundlegenden Unterscheidung des Sportbootführerschein Binnen und des Sportbootführerschein See.

SBF Binnen:

· erforderlich bei Booten mit mehr als 15 PS auf Binnengewässern

· berechtigt zum Fahren von Booten mit einer Maximallänge von 15 Metern

· manchmal bei Teilnahme an Regatten erforderlich

· absolvierbar als Einzelvariante oder in Kombination (Motorboote und motorisierte Segelboote)

SBF See:

· erforderlich bei Booten mit mehr als 15 PS in Küstengewässern

· gültig für Motorboote und motorisierte Segelboote

· gültig innerhalb der Drei-Meilen-Zone und im Fahrwasser innerhalb einer Zwölf-Meilen-Zone vor der Küste

· Mindestalter bei Ablegen des Führerscheins: 16 Jahre

Weitere Bootführerschein-Varianten

Neben diesen beiden Arten der Bootsfahrerlaubnis gibt es noch weitere Varianten. Diese können im Anschluss an den SBF See oder SBF Binnen absolviert werden:

· Sportküstenschifferschein (SKS)

· Sportseeschifferschein (SSS)

· Sporthochseeschifferschein (SHS)

Der Sportküstenschifferschein (SKS):

Der Sportküstenschifferschein (SKS) schlägt eine Brücke zwischen Sportbootführerschein See und dem Sportseeschifferschein/Sporthochseeschifferschein. Genutzt werden kann der SKS in Küstengewässern aller Meere bis zu einem Abstand von drei bis zwölf Seemeilen vor der Küste. Um diesen Führerschein absolvieren zu können, muss ein Nachweis von 300 Seemeilen (sm) auf Yachten erbracht werden. Geeignet ist er für Segler sowie für alle, die mit dem Sportführerschein See ausgestattet sind und mehr Erfahrung auf dem Wasser sammeln möchten.

Der Sportseeschifferschein (SSS):

Mit dem Sportseeschifferschein (SSS) dürfen Motor- und Segelyachten in Küstengewässern sämtlicher Meere bis 30 sm Abstand sowie in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer, in der Schottischen und in der Irischen See gefahren werden. Um für die Prüfung zugelassen zu werden, muss man in Besitz des See-Sportbootführerscheins sein. Außerdem muss ein Nachweis von 1.000 sm auf Yachten als Wachführer erbracht werden. Alternativ besitzt man den Sportküstenschifferschein und weist 700 sm als Wachführer auf Yachten nach.

Der Sporthochseeschifferschein (SHS):

Wer den Sporthochseeschifferschein (SHS) besitzt, darf weltweit Motor- und Segelyachten führen. Hierfür muss nach Erlangung des Sportseeschifferscheins ein Nachweis von 1.000 sm als Wachführer auf Yachten erbracht werden.

Wichtig: Um sicher auf See unterwegs zu sein, braucht es nicht nur Wissen und Training, sondern auch die passende Bootsausrüstung.

Welche Voraussetzungen müssen für den Bootführerschein erbracht werden?

Möchte man einen Bootführerschein machen, gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Nimmt man den Führerschein vorher in Angriff, ist die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten erforderlich. Ausgestellt wird der Schein dann allerdings erst zum Stichtag. Für die Prüfungsanmeldung sind

· ein Passfoto

· ab 18 Jahren eine Kfz-Führerscheinkopie oder bei nicht vorhandener Kfz-Fahrerlaubnis ein polizeiliches Führungszeugnis

· und ein ärztliches Attest

erforderlich. Etwaige Vorkenntnisse im Bereich Boot sind nicht erforderlich. In den Theorie- und Praxiskursen wird das notwendige Wissen vermittelt.

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