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Duales System: Wer trennt denn überhaupt noch Müll?

Duales System: : Wer trennt denn überhaupt noch Müll?

Von den Straßen ist der Gelbe Sack vielerorts komplett verschwunden. Noch bei seiner Einführung kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, im Jahr 1991, quollen die Straßen über vor Gelben Säcken, welche einmal in zwei Wochen abgeholt wurden.

In einigen Städten in Mitteldeutschland, wie zum Beispiel in Dresden, liegen die Gelben Säcke aber auch heute noch dutzendweise auf den Straßen, und zwar einmal in der Woche. In anderen deutschen Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin hat der Gelbe Sack lange ausgedient: Vielmehr steht nun die gelbe Tonne vor vielen Wohnblocks. Gelbe Tonnen sind sowohl in üblichen Größen für das Eigenheim erhältlich, aber auch im Großformat für Wohnsiedlungen können sie gemietet werden.

Mülltrennung ist jedoch in unseren Zeiten wichtiger als je zuvor. Nicht nur, damit Privathaushalte und Unternehmen Geld einsparen können bei der Mülltrennung. Über das duale System lassen sich vielmehr die wertvollen Stoffe wiederverwenden, welche andernfalls mit dem Restmüll auf einer Deponie verbrannt würden. Die Vorteile des dualen Systems sind für den Endverbraucher:

- geringere Abfallkosten

- ökologische Abfallbeseitigung mit Recycling von Wertstoffen

- weniger Produktion von klimaschädlichem CO2 durch Müllverbrennungsdeponien

Wie wird der Müll über den Gelben Sack getrennt?

Es ist gut, die Kunst- und Verbundstoffe auszuspülen, bevor sie im Gelben Sack landen. Denn die Entsorgung von Restmüll über den Gelben Sack oder aber die gelbe Tonne ist nicht gestattet. Das heißt also, ein halb voller Joghurtbecher gehört nicht in den gelben Sack, der Aludeckel und auch der Plastikbecher selbst aber schon! Für Bio-Abfälle gibt es die braune Tonne oder den Komposthaufen im eigenen Garten. Müll aus dem Gelben Sack wird nicht verbrannt, sondern nach der Abholung sortiert und nach Wertstoffgruppen geordnet. Es ist auch möglich, den im dualen System entsorgten Müll bei einem Wertstoffhof abzugeben, Wertstoffhöfe nehmen recycelbaren Abfall kostenlos entgegen.

Was darf nicht im Gelben Sack entsorgt werden?

Alle möglichen Kunststoffe, Verpackungen und Verbundstoffe lassen sich wiederverwerten und können über den Gelben Sack in den Wertstoffkreislauf zurückgegeben werden. Holzabfälle zählen jedoch nicht zum dualen System, auch Elektrogeräte lassen sich in dieser Form nicht recyceln. Altpapier muss ebenfalls gesondert entsorgt werden, damit es noch einmal verwendet werden kann. Wie bereits erwähnt eignet sich der Gelbe Sack weiterhin nicht, um Restmüll zu entsorgen.

Wer sich unsicher ist, was über die gelbe Tonne getrennt weggeworfen werden darf, kann sich an dem Grünen Punkt auf Verpackungsmaterialien orientieren. Nicht auf allen Verpackungen, die in den Gelben Sack gehören, ist zwar so ein Siegel aufgedruckt, jedoch bekommt man schnell ein Gefühl dafür, welche Wertstoffe über das duale System wiederaufbereitet werden können. Bei einigen Gelben Säcken ist es außerdem auf jeder einzelnen Mülltüte noch einmal genau erklärt, was hinein gehört. Dies ist ein besonders einfacher Weg, nur die passenden Wertstoffe über das duale System zu entsorgen.

Mit Mülltrennung kann nicht früh genug begonnen werden!

Es ist sinnvoll, auch schon ganz kleine Kinder daran zu gewöhnen, ihren Müll getrennt zu entsorgen. Im Kindergarten produzieren die kleinen Kinder wenig Müll selbst, es gibt kaum einen Mülleimer. In der Grundschule sieht das schon ganz anders aus, hier stehen meistens drei Mülltonnen im Klassenzimmer: Eine für Papier, eine für Restmüll, und eine für Plastikmüll, welcher auch über den Gelben Sack entsorgt werden kann. Ein frei wählbarer Ordnungsdienst kümmert sich dann im wöchentlichen Wechsel darum, die verschiedenen Behälter zur Mülltrennung richtig zu entsorgen. Dadurch lernen die Schüler schon früh, dass nicht einfach alles durcheinandergewürfelt über den Hausmüll entsorgt werden darf.

Elektrogeräte, alte Handys, aber auch leere Batterien gehören übrigens weder in den Gelben Sack, noch in den Restmüll. Auf Wertstoffhöfen können sie genauso entgegengenommen werden wie alte Autoreifen, aber auch im Supermarkt oder im großen Kaufhaus finden sich vielerlei Behältnisse für alte Elektrogeräte, Batterien, Folien, Pappe, Papier oder Restmüll.

Sind Sie in letzter Zeit einmal mit dem Zug gefahren? Achten Sie doch einmal darauf, wie die Mülltrennungen an den Bahngleisen von Fernzügen funktioniert! Die Kosten für die Abfallbeseitigung sind für Restmüll am höchsten, was sicher neben dem Erhalt der Natur ein weiterer, wesentlicher Faktor ist für viele Unternehmen, den Müll zu trennen.