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Geburtenrate steigt
Geburten in Deutschland im Bundesländer-Vergleich

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Jahrelang steckte Deutschland im Geburtentief. Mittlerweile ist die Geburtenrate in der Bundesrepublik zum fünften Mal hintereinander gestiegen. Damit hat sie ein Niveau erreicht, auf das Deutschland zuletzt vor rund 20 Jahren verweisen konnte.

Nach jahrelangen Rückgängen konnte in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren die Geburtenrate kontinuierlich steigen. Dabei bleiben viele Bundesländer statistisch zwar hinter den Zahlen von 1997 zurück, in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden 2017 aber sogar mehr Kinder geboren als vor 20 Jahren.

Positiv blicken Statistiker dabei auf den Vergleich der Geburtenraten von 2007 und 2017. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Geburten in allen Ländern deutlich an. Ein Grund dafür ist die spätere Familienplanung, wie Statistiker betonen. Demnach bekommen derweil Frauen zwischen 30 und 37 Jahren ihr erstes Kind.

Zahl der Mehrlingsgeburten steigt seit Jahren

Immer mehr Frauen brauchen dabei nicht mehr nur einen Kinderwagen mit Buggy, sondern müssen sich nach der Mehrlingsausstattung umsehen. Die Zahl der Mehrlingsgeburten steigt seit vielen Jahren. Besonders deutlich wird dies nach Angaben von Experten im Langzeitvergleich. So legte die Zahl der in Deutschland geborenen Mehrlinge von 1977 bis 2014 deutlich zu und hat sich in mehr als drei Jahrzehnten fast verdoppelt.
Mittlerweile ist jedes 27. Kind in Deutschland ein Mehrlingskind. Das zieht zahlreiche Kosten nach sich. Sowohl die Einrichtung für die Zwillinge muss besorgt werden, aber auch ein doppelter Kinderwagen oder Buggy gehört zur Erstanschaffung für Zwillinge. Wie Humangenetiker betonen, nahm der Anteil der Mehrlingsgeburten ab den 1980er-Jahren steil zu. Ein Grund dafür, dass immer mehr Zwillingsbuggys oder Mehrlingskinderwagen gebraucht werden, ist der Fortschritt in der künstlichen Befruchtung. Bei der künstlichen Befruchtung werden von den Medizinern in Deutschland bis zu drei Embryonen eingesetzt. Dadurch erhoffen sich Mediziner und Paare vor allem eine höhere Einnistungswahrscheinlichkeit. Immer häufiger wachsen dann aber auch tatsächlich mehrere Embryonen erfolgreich heran.

Nordrhein-Westfalen im Länderranking führend

Die meisten Kinder wurden 2017 in Nordrhein-Westfalen geboren. Auch weiterhin bleibt das Bundesland jedoch deutlich hinter dem Vergleichswert von 1997 zurück. Nachdem 2007 in Nordrhein-Westfalen nur 151.168 Jungen und Mädchen das Licht der Welt erblickten, stieg die Zahl zehn Jahre später auf 171.979 Kinder. Vor 20 Jahren sorgten 190.386 Kinder für einen wahren Geburtensegen.

Weit abgeschlagen liegt auf dem zweiten Platz Bayern. Wurden in Bayern 1997 noch 130.517 Kinder geboren, waren es 2007 noch 106.870. In den letzten zehn Jahren schaffte aber auch das süddeutsche Bundesland die Kehrtwende, sodass bis 2017 wieder deutlich mehr Geburten gezählt wurden. Die Geburtenrate stieg auf 126.187.

Im Deutschland-Vergleich rangiert Baden-Württemberg auf dem dritten Platz. 2007 brach die Geburtenrate deutlich ein. Nachdem 1997 noch insgesamt 116.419 Kinder geboren wurden, waren es 2007 gerade einmal noch 92.823. Bis 2017 stieg die Gesamtanzahl dann wieder auf 107.375. Ausgenommen von Bremen, Hamburg und Berlin kommen im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten Kinder zur Welt.

In Rheinland-Pfalz sind es vor allem die Babys in Speyer, die die Statistik anführen. In Trier sind dagegen im Jahr 2016 insgesamt um die 1.800 Babys zur Welt gekommen, im Jahr 2005 waren es noch 804.

Geburtenrate steigt in Westdeutschland stärker

Die Geburtenrate stieg 2017 in den Bundesländern unterschiedlich stark. Während sowohl in den Stadtstaaten als auch in den westdeutschen Bundesländern ein Zuwachs von immerhin acht Prozent verbucht werden konnte, fielen die neuen Länder im Osten der Republik zurück. Zwar legte auch hier die Geburtenrate zu. Allerdings betrug der Anstieg gerade einmal vier Prozent.

Statisch nahm die Zahl der Kinder bei den deutschen Frauen um insgesamt 3 Prozent zu. Bei den Frauen anderer Nationalitäten waren es rechnerisch dagegen 25 Prozent.